Erfolgsbilanz und Ausbau der Karunai-Projekte
Maria und Hans Röben besuchen Schulen und das Kinderhaus in Indien
STRAELEN. Auf die lange Reise nach Indien machten sich Maria und Hans Röben von der Karunai-Kinder-Hilfe Indien. Gemeinsam mit Pfarrer Charles Raya und seinem Bruder Viktor, der den Verein vor Ort leitet, wollten sie sich hautnah ein Bild von der aktuellen Situation im Kinderhaus machen und die weiteren Projekte des Straelener Vereins besuchen.
Seit 2007 setzt sich Karunai für benachteiligte Mädchen in Indien ein und bietet ihnen in dem im Jahr 2010 eröffneten Kinderhaus ein Zuhause sowie eine schulische Ausbildung. „Mit unserem Engagement eröffnen wir den Mädchen eine Perspektive für ein selbstbestimmtes Leben auf der Basis von Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt Maria Röben, Geschäftsführerin der Karunai Kinder-Hilfe-Indien. Im Laufe der Jahre hat der Verein seine Unterstützung im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu stetig weiter ausgebaut. Neben den Mädchen im Kinderhaus wird weiteren Mädchen und jungen Frauen ein Schulbesuch oder eine berufliche Ausbildung ermöglicht. Aktuell übernimmt der Verein die Kosten für den Schulbesuch von 150 Mädchen an acht Schulen. 28 Mädchen leben im Karunai-Kinderhaus, fünf Karunai-Mädchen besuchen die Klassen 11 und 12 und leben außerhalb des Hauses, drei Karunai-Mädchen besuchen das College und vier Karunai-Mädchen absolvieren derzeit eine Ausbildung zur Krankenschwester. „Ingesamt konnten bis heute bereits 22 Mädchen mit unserer Hilfe eine Ausbildung abschließen“, freut sich die Geschäftsführerin.
Engagement für Mädchen in Tamil Nadu
Die erste Etappe ihrer Reise führte das Ehepaar Röben an vier Schulen in Chennai, an denen Mädchen aus den ärmsten Familien unterstützt werden. „Häufig stehen die Mütter dieser Mädchen ohne jegliches Einkommen da und wissen nicht, wie sie ihre Familien ernähren sollen“, sagt Maria Röben. „Bildung für ihre Kinder ist in solchen Fällen oft nicht finanzierbar.“ Über langjährige Kontakte zu den Schulen in der Region erfährt Viktor Raya von besonders betroffenen Familien und vermittelt die Hilfe. Zudem kontrolliert er den regelmäßigen Schulbesuch der Mädchen und die Nutzung des zur Verfügung gestellten Lernmaterials zu Hause. In allen Schulen wurden die Besucher aus Straelen herzlich von den Schülerinnen und Lehrern empfangen. „Wir konnten feststellen, dass die Schulen sehr strukturiert arbeiten und die Mädchen die Chance, die ihnen unser Projekt bietet, erkannt haben - und dafür sehr dankbar sind“, betont Maria Röben. Am folgenden Tag wurde eine Schule besucht, die die Karunai-Mädchen seit Beginn des Projekts besuchen. Auch 30 weitere Mädchen, die nicht im Karunai-Haus leben, werden dort unterstützt. Karunai genießt auch an dieser Schule einen sehr guten Ruf, da die Mädchen als sehr ehrgeizig und zielstrebig gelten. Insgesamt konnte der Verein in den vergangenen Jahren eine große Akzeptanz in der hiesigen Bevölkerung und bei der Regierung gewinnen. So wurde das Kinderhaus unter anderem von der Sozialbehörde des Landes als „vorbildlich geführtes Heim für Mädchen“ zertifiziert.
Bildung als Schlüssel
Am Mittag erreichte die Gruppe dann schließlich das Karunai-Haus in Chinnababusamudram, wo sie freudig und herzlich von den Mädchen und Mitarbeitern willkommen geheißen wurde. Grüße von Mitgliedern, Paten und Sponsoren wurden übermittelt und in langen Gesprächen viele bewegende Geschichten erzählt. Eine Besichtigung der Gebäude und des Geländes bestätigte Maria und Hans Röben den ausgezeichneten Zustand des Kinderhauses. „In den vergangenen Monaten haben wir stark in bauliche Maßnahmen investiert“, erklärt Maria Röben. „Unter anderem konnten wir einen neuen Sanitärbereich mit Toiletten und Duschen ausbauen und eine stabile Mauer rund um das Gelände errichten, die nun die erforderliche Sicherheit für die Mädchen garantiert.“
Am Abend fand ein fröhliches Fest mit den Mädchen, einigen Müttern und Dorfbewohnern von Chinnababusamudram statt. Es gab Tanzvorführungen von den Mädchen und einige bewegende Wortmeldungen von Müttern, deren Töchter durch Karunai unterstützt werden, Sie berichteten über ihre Situation und äußerten oftmals mit Tränen in den Augen ihren Dank für die erhaltene Unterstützung. „Besonders bewegt hat uns bei unserer Reise die Gewissheit, dass unsere Arbeit Früchte trägt“, sagt Maria Röben. „Unser Projekt ist auf einem sehr guten Weg.“ Das Karunai-Team in Straelen werde sich weiterhin mit Begeisterung und Engagement anstrengen, Karunai erfolgreich in die Zukunft zu führen. Dazu freut sich der Verein über weitere Unterstützer, Paten und Sponsoren. Nähere Informationen gibt es unter www.Karunai.de
Für die Gäste aus Deutschland wurde in Chinnababusamudram ein festlicher Abend bereitet. Foto: privat
Pfarrer Charles Raya mit den Mädchen im Karunai-Kinderhaus. Foto: privat
Maria und Hans Röben bedanken sich mit Pfarrer Raya für den herzlichen Empfang. Foto: privat
Ein Straelen-Fahrrad auf dem Gelände des Kinderhauses. Foto: privat
Maria und Hans Röben (Mitte) besuchten mit Pfarrer Charles Raya (l.) verschiedene Schulen, an denen der Straelener Verein Mädchen aus mittellosen Familien einen Schulbesuch ermöglicht. Foto: privat