"Gruppentreffen in Emmerich mit IHK-Leitung und Bürgermeisterin Claudia Lindlahr"
19. August 2026 Von NN-Online · Emmerich

Emmerichs Wirtschaft im Aufwind mit Herausforderungen

IHK und Stadt betonen Potenzial durch Industrie und Logistik, doch schleppende Genehmigungsverfahren und Verkehrsprobleme bremsen Wachstum.

EMMERICH. IHK-Chef Dr. Stefan Dietzfelbinger und Bürgermeisterin Claudia Lindlahr haben über die wirtschaftliche Lage in Emmerich gesprochen. Insgesamt sehen die Unternehmen die Stadt positiv. Vor allem die starke Industrie und die Logistik haben gute Chancen, weiter zu wachsen. Die Wirtschaft braucht dafür neue Impulse. Eine IHK Standortanalyse zeigt: Die Genehmigungsverfahren müssen schneller werden.

Emmerich ist ein Wirtschaftsstandort mit Potenzial. Es gibt Flächen für neues Gewerbe. Die Beschäftigung wächst. „Die Unternehmen schätzen Emmerich. Wegen der Lage am Rhein ist die Chemie hier stark. Der Gewerbesteuer-Satz ist stabil. Das fördert Wachstum. Die Niederlande, unser wichtiger Handelspartner, sind nur einen Steinwurf entfernt. Das eröffnet Chancen für grenzüberschreitendes Business“, sagt Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK.

Aber dem Standort fehlt Dynamik. Die wirtschaftliche Leistung der Unternehmen entwickelt sich langsamer als in der Region. Die Industrie muss die Transformation stemmen hin zu weniger CO2. Besonders problematisch ist das Schienennetz. Von den Unternehmen gibt es dafür ein „Mangelhaft“.

„Das dritte Gleis zwischen Emmerich und Oberhausen muss endlich fertig werden. Der Ausbau dauert bereits Jahrzehnte. Das ist nicht vermittelbar. Eine bessere Schienenverbindung zwischen den Städten bedeutet: mehr Wachstum für unsere Unternehmen. Wir brauchen endlich mehr Dampf bei den Genehmigungsverfahren.“

Gleiches gilt für den Bürokratieabbau. Aus Sicht des IHK-Chefs liegt hier der entscheidende Hebel: „Eine schnelle und digitale Verwaltung hilft den Betrieben. Wer Verfahren beschleunigt, bringt den Standort nach vorne. Das sorgt für mehr Einnahmen, weil mehr Unternehmen in Emmerich investieren und sich ansiedeln.“

Bürgermeisterin Claudia Lindlahr sagt: „Emmerich am Rhein ist ein starker und vielseitiger Wirtschaftsstandort mit engagierten Unternehmen, einer leistungsfähigen Industrie und einer besonderen Lage am Rhein sowie der direkten Nähe zu den Niederlanden. Darauf sind wir stolz. Gleichzeitig wissen wir, wie wichtig gute Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung unseres Standorts sind. Dazu gehört auch eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur – insbesondere der Ausbau der Betuwe-Linie, der für unsere Region und die ansässigen Unternehmen von großer Bedeutung ist. Auch wenn die Stadt Emmerich am Rhein hier nicht die verantwortliche Stelle ist, unterstützen wir die Bedeutung dieses wichtigen Infrastrukturprojekts und stehen im Austausch mit den beteiligten Partnern. Der regelmäßige Austausch mit der IHK ist dabei für uns von großem Wert. Die Standortanalyse liefert wichtige Impulse und hilft uns, die Bedürfnisse der Unternehmen noch besser in unsere Arbeit einfließen zu lassen. Unser gemeinsames Ziel ist es, Emmerich am Rhein als attraktiven und wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort weiter zu stärken.“

Die Standortanalyse basiert auf 450 Antworten, davon 140 aus dem Kreis Kleve aus dem Sommer 2025.

Austausch in Emmerich: (v. l.) Eva Folkerts, IHK-Regionalleiterin für den Kreis Kleve, Wirtschaftsförderin Sara Kreipe, Bürgermeisterin Claudia Lindlahr und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger. Foto: Niederrheinische IHK

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