Emmerich strebt „Partnerschaft für Demokratie“ an
Bürgergemeinschaft (BGE) beantragt Teilnahme am Bundesprogramm zur Förderung von Projekten für demokratische Beteiligung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
EMMERICH. Auf Antrag der Bürgergemeinschaft Emmerich (BGE) soll Emmerich Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ werden und eine „Partnerschaft für Demokratie“ aufbauen. Damit sollen Projekte zur demokratischen Beteiligung, Jugendpartizipation und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort unterstützt und bestehende Initiativen stärker miteinander vernetzt werden.
Ziel des Antrags ist es, „vorhandene Strukturen in Emmerich zu stärken, engagierte Akteure zusammenzubringen und zusätzliche Möglichkeiten für Projekte aus der Stadtgesellschaft zu schaffen“, wie die BGE mitteilt.
Andere Städte in Nordrhein-Westfalen, darunter Duisburg und Mönchengladbach, beteiligen sich bereits an dem Programm. Die Erfahrungen zeigen laut BGE, dass sich die „Partnerschaften für Demokratie“ gut in bestehende kommunale und zivilgesellschaftliche Strukturen integrieren lassen.
Christopher Papendorf, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft Emmerich, sieht in dem Programm eine konkrete Chance für die Stadt: „Demokratie wird nicht nur in Berlin oder Düsseldorf gemacht, sondern vor allem hier bei uns vor Ort. In Emmerich gibt es viele Menschen, die sich für unsere Stadt engagieren, Verantwortung übernehmen und gute Ideen haben. Wenn wir mit Unterstützung des Bundes daraus zusätzliche Projekte ermöglichen und gerade jungen Menschen mehr Möglichkeiten geben können, ihre Stadt mitzugestalten, dann sollten wir diese Chance für Emmerich nutzen.“
Dabei gehe es der BGE ausdrücklich nicht darum, neue Doppelstrukturen aufzubauen. Vorhandene Vereine, Schulen, Verbände, Kirchen und Initiativen sollen vielmehr einbezogen, unterstützt und stärker miteinander vernetzt werden.
Papendorf macht zugleich deutlich, dass für die BGE demokratischer Streit und der Schutz der Demokratie zusammengehören: „In einer Demokratie darf und muss hart über den richtigen politischen Weg gestritten werden. Aber wer Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Lebensweise ausgrenzt, unsere Grundrechte infrage stellt oder demokratische Institutionen verächtlich macht, kann sich nicht darauf berufen, das sei einfach nur eine weitere Meinung. Demokratie muss wehrhaft sein. Sie braucht Menschen, die widersprechen, wenn ihre Grundwerte angegriffen werden. Genau diese demokratische Haltung wollen wir in Emmerich stärken.“
Als Grenzstadt sei Emmerich in besonderer Weise von Begegnung, unterschiedlichen Perspektiven und einem respektvollen Miteinander geprägt. Die „Partnerschaft für Demokratie“ könne dazu beitragen, dieses Engagement zu stärken und neue Projekte aus der Stadtgesellschaft heraus zu ermöglichen.
Die Bürgergemeinschaft hofft auf eine breite Unterstützung des Antrags im Rat. Die Stärkung von Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt sei keine Aufgabe einzelner Parteien oder Gruppierungen, sondern eine gemeinsame Aufgabe für Emmerich.