Stellen das neue Pro-Kultur-Programm  vor: (v. l.) Andrea Joosten, Norbert Kohnen, Irene Möllenbeck und Thomas Brokamp.Foto: Pro Kultur
17. Januar 2025 · Emmerich

Emmerich: Kultur, die einen Nerv trifft

Bürgeraktion Pro Kultur stellt das neue Programm für das Jahr 2025 vor

EMMERICH. Die „volle Lust auf Kulturprogramm“ ist im vergangenen Jahr zurückgekehrt. So formuliert es Irene Möllenbeck, Vorsitzende der Bürgeraktion Pro Kultur, beim Rückblick auf die Veranstaltungen in 2024. Im Jahr 2023 seien die Teilnehmerzahlen noch „etwas zögerlich“ gewesen, doch nun fällt das Fazit „überaus positiv“, berichtet Möllenbeck: „Unsere Veranstaltungen waren außergewöhnlich gut besucht. Mit den Themen scheinen wir den Nerv der Besucher getroffen zu haben.“ Dies sei auch das erklärte Ziel für 2025.

Mit im Schnitt 80 bis 120 Besuchern hat es Pro Kultur geschafft, die Vor-Corona-Zahlen zu toppen. „Im Wesentlichen finden unsere Veranstaltungen im Foyer des PAN statt, das für maximal 100 Gäste ausgelegt ist“, sagt Möllenbeck. „Wir hatten aber sogar bis zu 120 Teilnehmer.“ Vor allem das Programm von Pro Kultur zum Kant-Jahr von sei auf große Resonanz gestoßen, unter anderem mit der Graphic-Novel-Ausstellung von Antje Herzog im PAN. „Das zeigt: Wir greifen Themen auf, die uns ein Alleinstellungsmerkmal in der Region geben“, sagt Möllenbeck.

Bei Tisch mit Kant

Das Thema Kant nimmt Pro Kultur auch noch mit ins neue Jahr – mit der Führung durch die Kant-Ausstellung am vergangenen Wochenende, die ebenfalls „grandios besucht“ war, wie Möllenbeck berichtet. Weiter geht es mit Kant am Samstag, 8. Februar; dann beginnt voraussichtlicher um 18 Uhr die „Tischgesellschaft mit Kant“ im PAN. Antje Herzog hält einen Vortrag „Nahbarer Kant – eine biografische Bildereise“; anschließend gibt es ein gemeinsames Abendessen – es werden Königsberger Klopse mit Beilagen (für Vegetarier auch ein Gemüsegericht) und Getränken gereicht. Die Personenzahl ist begrenzt – allerdings nicht nach den Vorgaben Kants. „Bei ihm durften an einer Tischgesellschaft nicht unter drei Personen teilnehmen, es durften aber auch höchstens nur neun Gäste sein – sonst würden alle nur durcheinanderreden“, erzählt Möllenbeck. Im PAN sind mehr Gäste willkommen; eine Anmeldung ist bis 1. Februar per E-Mail an irene.moellenbeck@web.de und unter Telefon 0160/3658380 erforderlch. Für das Abendessen einschließlich Getränk wird ein Beitrag von 15 Euro erhoben.

Noch vor der „Tischgesellschaft“ findet am Montag, 27. Januar, um 11 Uhr die Holocaust-Gedenkfeier am Gedenkstein auf dem Friedhof (Friedensstraße) statt, mit Bürgermeister Peter Hinze. Schüler der Gesamtschule, des Willibrord-Gymnasiums und des Förderzentrums Grunewald gestalten mit verschiedenen Beiträgen die Gedenkfeier.

In der ersten März-Hälfte steht die Veranstaltung „Wider den tierischen Ernst – eine lyrische Zoologie“ im PAN an. Lehrer Thomas Brokamp rezitiert rund 25 Tiergedichte und kommentiert sie. Dazu gibt es passende Saxophon-Musik von Adrian Schabbel. „Es wird sehr unterhaltsam“, verspricht Möllenbeck.

Die nächste Veranstaltung im Mai wird laut der Pro-Kultur-Vorsitzenden nicht nur „sehr besonders. Wir würdigen eine bundesweit bekannte Emmericher Persönlichkeit.“ Es geht um Gregor Schwake. 1892 in Emmerich geboren, machte er am Willibrord-Gymnasium sein Abitur. Er war Benediktiner, katholischer Priester, Kirchenmusiker, Komponist, Dichter und ein Gegner des Nationalsozialismus. 1943 wurde Schwake inhaftiert, überlebte das KZ Dachau und komponierte dort die „Dachauer Messe“. Im PAN findet nun im Mai, anlässlich des Kriegsendes und der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 80 Jahren, eine „Dialogische Lesung mit Texten von Gregor Schwake“ mit dem Literaturwissenschaftler Prof. Walter Gödden sowie dem freien Schauspieler und Sprecher Carsten Bender statt.

Am Montag, 2. Juni, steht wieder die Schülerfahrt nach Amsterdam mit Besuch des Anne-Frank-Hauses und der Synagoge an. Schüler der Gesamtschule, des Willibrord-Gymnasiums und des Förderzentrums Grunewald nehmen erneut daran teil.

Für September ist eine Lesung mit Christoph Peters aus seinem neuen Buch „Innerstädtischer Tod“ im PAN geplant. Im Rahmen des „Literarischen Herbstes“ organisiert Pro Kultur diese Lesung. Peters, der für die Lesung angefragt ist, soll aus seinem neuen Roman lesen, der sich mit der Gegenwart und der AfD auseinandersetzt.

Ganz persönliche Kunst

„Experiment geglückt“, hieß es im vergangenen Jahr für ein „völlig neues Format“, sagt Möllenbeck. Bei „Mein Lieblingsbild“ stellen vier Emmericher Persönlichkeiten ihre Lieblingsbilder vor, „es kann aber auch ein Buch oder Poster sein“, ergänzt Möllenbeck. Immer mit dem Ziel, „Kunst vom hehren Sockel herunterzuholen“ und sie aus der ganz persönlichen Sicht zu zeigen. Die zweiten Auflage findet nun am Mittwoch, 8. Oktober, um 19 Uhr im PAN statt, mit einer Einleitung von Norbert Kohnen.

Zum Abschluss des Veranstaltungsjahres 2025 findet am Sonntag, 9. November, um 18 Uhr wieder „Stolpersteine leuchten“ statt. Zunächst leuchten die Stolpersteine in der Emmericher Innenstadt. Im Anschluss findet im PAN die Gedenkfeier zur Erinnerung an die Reichspogromnacht statt. Schüler der Gesamtschule, des Willibrord-Gymnasiums und des Förderzentrums gestalten mit Texten die kleine Feierstunde.

Stellen das neue Pro-Kultur-Programm vor: (v. l.) Andrea Joosten, Norbert Kohnen, Irene Möllenbeck und Thomas Brokamp.Foto: Pro Kultur