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Führungswechsel: Christian Knorr und Bastian Liske-de Graaff mit Martin Bettray (v. l.). Foto: Tobias Herbst
7. Februar 2025 · Michael Bühs · Emmerich

Emmerich: Ein Leben für die Feuerwehr

Christian Knorr, der neue Leiter der Feuerwehr Emmerich, über Aufgaben und Herausforderungen

EMMERICH. Der Führungswechsel bei der Feuerwehr in Emmerich ist vollzogen. Nach 15 Jahren an der Spitze hat Martin Bettray das Amt an seinen bisherigen Stellvertreter Christian Knorr übergeben. Bei seinem Abschied wurde der 63-Jährige mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Gold ausgezeichnet. Für seinen Nachfolger und dessen neuen Stellvertreter, Bastian Liske-de Graaff, heißt es nun, die „Familie“ zu stärken, den Wandel innerhalb der Emmericher Feuerwehr voranzutreiben und sie für anstehende Aufgaben optimal aufzustellen.

Christian Knorr trat am 7. Mai 1994 der Jugendfeuerwehr in Emmerich bei. „Ich bin einer der wenigen, die ohne familiäre Vorgeschichte zur Feuerwehr gekommen sind“, erzählt der 42-Jährige. „Ich war als Kind fasziniert von der Feuerwehr und den großen Fahrzeugen.“ So habe er seinem zwölften Geburtstag entgegengefiebert, um sich der Jugendfeuerwehr anschließen zu können. Am 9. April 2000 wird er Teil der Einheit Vrasselt, seit 2009 gehört er zur Einheit Stadt. Zu diesem Zeitpunkt hat er die Feuerwehr längst zu seinem Beruf gemacht: Im Oktober 2003 beginnt er als hauptberuflicher Feuerwehrmann in Hilden, wechselt 2012 nach Düsseldorf. „Seit 1. Februar 2022 bin ich wieder zurück in der Heimat, als einer von vier hauptberuflichen Feuerwehrmännern“, sagt Knorr.

„Ich sehe die Feuerwehr Emmerich als Familie“

Im Oktober 2022 übernimmt er das Amt des stellvertetenden Leiters der Feuerwehr Emmerich, hat nun Martin Bettray beerbt. Bis heute begeistern ihn die Technik, das Miteinander und das gemeinsame Arbeiten in der Einheit. „Ich sehe die Feuerwehr als Familie“, sagt Knorr. In die Aufgaben, über viele Jahre auch als „normale“ Führungskraft, sei er hineingewachsen, bis schließlich die Anfrage kam, eine Leitungsposition zu übernehmen. Die Zusage fiel ihm leicht: „Dafür lebe ich“, betont Knorr.

Gemeinsam mit Bastian Liske-de Graaf, den „wir für den nächsten Schritt auf der Leiter gewinnen konnten“, heißt es für ihn nun, den Wandel fortzuführen, in dem sich die Emmericher Feuerwehr „ohnehin stetig befindet und in den nächsten Jahren auch bleiben wird“. Das bedeudet unter anderem, dass sich die Zahl der hauptamtlichen Kräfte erhöhen werde, ist Knorr überzeugt: „Gewisse Aufgaben lassen sich nur mit dem Ehrenamt nicht mehr erfüllen.“ So habe sich etwa die Dokumentation zu einer sehr aufwendigen, elektronischen Datenerfassung entwickelt. Generell sei es längst Aufgaben der Hauptamtlichen, die administrativen Aufgaben sowie Fuhrpark- und Gerätewartung zu übernehmen, während sich die ehrenamtlichen Kräfte auf die „einsatztaktischen Aspekte“ konzentrieren.

Eine Herausforderung, die „uns schon seit Jahren beschäftigt“, betrifft strukturelle Veränderungen innerhalb der Emmericher Feuerwehr. „Viele Kameraden arbeiten nicht mehr hier vor Ort, ihr Lebenswandel hat sich verändert. Dadurch stehen sie nicht mehr jederzeit für Einsätze zur Verfügung, wie es früher der Fall war“, erläutert Knorr. Die Folge: Kaum eine Einheit rückt noch allein aus, in der Regel sind es immer zwei, um die erforderliche Zahl an Kräften stellen zu können. Daher will Knorr die vier Einheiten Vrasselt, Hüthum, Elten und Stadt „noch enger zusammenziehen“ und aus ihnen „die Feuerwehr Emmerich“ formen. „Wir entwickeln uns bereits seit Jahren in diese Richtung. Es geht um ein starkes Miteinander für eine starke Feuerwehr, damit wir alle Aufgaben erfüllen können.“

Genereller Trend: Wandel bei den Einsätzen

Besagte Aufgaben unterliegen ebenfalls einem Wandel, es sei „ein genereller Trend bei allen Feuerwehren“, berichtet Knorr: „Schwere Verkehrsunfälle und Brände werden immer weniger. Als ich 18 war, hatten wir beispielsweise in der Regel zwei Bauernhofbrände im Jahr.“ Heute gebe es diese Einsätze kaum noch. Dennoch steige die Zahl der Einsätze insgesamt. Es gehe häufig um technische Hilfeleistungen und unterstützende Aufgaben, etwa bei überschwemmten Kellern. „Die hohen Grundwasserstände, die für die ‚alte‘ Generation nichts Außergewöhnliches waren, kennen heute viele nicht. Und wenn der Keller vollläuft, trifft sie das unvorbereitet.“ So habe sich die Notrufnummer 112 mitunter zu einer „Service-Nummer“ entwickelt.

Um einen Punkt müssen sich Christian Knorr und Bastian Liske-de Graaff keine große Gedanken machen: die technische Ausstattung. „Die ist bei uns in Emmerich sehr gut, wir haben beispielsweise moderne Fahrzeuge.“ Dafür brauche es mehr Einsatzkräfte insgesamt, aufgrund der beschriebenen Veränderungen. Daher wird die Nachwuchsarbeit bei der Feuerwehr Emmerich groß geschrieben: Seit 1990 gibt es die Jugendfeuerwehr, im April 2018 wurde zudem die Kinderfeuerwehr gegründet. Dort ist ein Beitritt mit sechs Jahren möglich, „so erreichen wir die noch jüngeren Kinder“, sagt Knorr. Professionelle Erzieherinnen betreuen die beiden Gruppen, „so konnten wir hier eine Lücke vor der Jugendfeuerwehr schließen“, freut sich Knorr. Dennoch werde man sich auch um „externe Kräfte“ bemühen müssen, „damit wir gut aufgestellt sich für die Einsätze in der Zukunft“.

Weitere Infos und Kontakt zur Feuerwehr in Emmerich gibt es unter https://mitmachen.feuerwehremmerich.de.

Führungswechsel: Christian Knorr und Bastian Liske-de Graaff mit Martin Bettray (v. l.). Foto: Tobias Herbst

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