Emmerich: Ärger um Müll und „asoziale Kreaturen“
Aufregung wegen Facebook-Post des THW nach weiterer Müllsammelaktion
EMMERICH. Das Ziel ist für Frank te Kempel klar. „Ich habe die Hoffnung, damit die Leute aufzurütteln“, sagt der Ortsbeauftragte des THW in Emmerich zu einem Facebook-Eintrag, den er am Freitag, 17. Januar, gepostet hat. Und er fragt angesichts seines Anliegens: „Ich weiß nicht, weshalb man nicht auch mal eine drastische Wortwahl nutzen darf.“ Gleichzeitig löst sein Post allerdings auch Unmut bei manchen Nutzern aus – und der eigentliche Anlass rückt dabei fast schon in den Hintergrund: Es geht um illegal abgeladenen Müll rund um die THW-Unterkunft.
Am 17. Januar hat die Jugendgruppe des THW eine Müllaktion auf dem eigenen Gelände und entlang der angrenzenden Waldränder an der Ostermayerstraße und am Elsepaßweg gestartet. „Wir räumen schon seit Wochen und Monaten hier auf“, ärgert sich te Kempel. Rund um die THW-Unterkunft liegt fast täglich neuer Müll, vor allem Fast-Food-Verpackungen. Auf der anderen Straßeseite, am Waldrand, findet sich ebenfalls allerlei Unrat, bis hin zu Sofas. Nach der jüngsten Müllaktion lagen laut te Kempel nicht einmal vier Tage später bereits wieder drei Haufen mit Bauschutt am Waldrand.
„Grenzenloses Entsetzen“
Mit dem Facebook-Post hat Frank te Kempel nun seinem Ärger öffentlich Luft gemacht – und schreibt darin von „asozialen Kreaturen, die ihren Müll einfach so in die Umwelt werfen“. Innerhalb weniger Tage erhält dieser Eintrag fast 70-mal ein „Gefällt mir“, wird mehrfach geteilt. Doch es gibt nicht nur positive Reaktionen. Ein User meldet sich bei den NN: Mit „grenzenlosem Entsetzen“ habe er den Post zur Kenntnis genommen. Die Wortwahl sei „eine Schande, die ihresgleich sucht“. Die Müllaktion sei zwar eine sehr gute Sache „und wird von mir immer befürwortet und auch gerne unterstützt“, betont der User. Aber: „Hier heiligt der Zweck nicht die Mittel, und eine Organisation wie das THW Emmerich, welches noch auf Bundesebene von unseren Steuergeldern bezahlt wird, sollte um einiges mehr auf seine Wortwahl achten.“ Weiter fragt er: „Welche Vorbildfunktion soll dies haben, und was sollen die Kinder und Jugendlichen davon lernen?“
Die Aufregung dieses Users kann Frank te Kempel wiederum nicht nachvollziehen: „Was soll man sonst schreiben? Vielen Dank, dass es Bürger gibt, die ihren Müll bei uns abladen!?“ Denn nicht nur das THW sei betroffen; auch Alex Reinhart-van Gülpen, der der Vermieter des THW und Eigentümer des Walds auf der anderen Seite der Ostermayerstraße ist, holt laut te Kempel „regelmäßig Müll aus dem Wald, vor allem entlang des Elsepaßweges“. Stichwort Vorbild-Funktion: „Wer seinen Müll im Wald oder auf unserem Gelände ablädt, ist definitiv kein Vorbild.“ Und er betont: „Wir bringen unseren Kids bei, mit Anstand durchs Leben zu gehen. Sie schmeißen ihren Müll nicht einfach in die Gegend.“ Vielmehr leiste das THW mit seiner Jugendgruppe durch die Müllaktionen einen gesellschaften Beitrag. Fast nebenbei erwähnt te Kempel, dass es nicht beim Müll bleibt: „Ich habe schon im Büro gesessen und plötzlich jemanden gesehen, der bei uns an die Fassade pinkelt.“ Für ihn steht fest: Dies ist, ebenso wie die illegale Müllentsorgung, „asoziales Verhalten“. Doch mit einer gewissen Resignation sagt te Kempel abschließend: „Wir werden diese Menschen wohl leider nicht ändern können.“
KBE kennen Örtlichkeit
Bei den Kommunalbetrieben Emmerich ist die Thematik bekannt. „Der Bereich Ostermayerstraße und Elsepaßweg ist eine der Örtlichkeiten, an denen die Kollegen relativ häufig auf illegal abgeladenen Müll treffen“, berichtet Stadtpressesprecher Tim Terhorst, „und wo die KBE im öffentlichen Bereich tätig sind.“ Grundsätzlich gehe man Beschwerden, die die Stadt beispielsweise über den Mängelmelder erreichen, auch nach – und über eben diesen Weg erreichen die Verwaltung viele entsprechende Hinweise auf illegalen Müll. „Wir müssen zunächst aber prüfen, ob es sich um private oder öffentliche Flächen handelt“, erläutert Terhorst. Denn nur auf öffentlichen Flächen könne die Stadt auch tätig werden. Man versuche dann auch, gerade bei größeren Dingen wie Sperrmüll oder Bauschutt, die Verursacher ausfindig zu machen. „Das gelingt leider nicht immer“, sagt Terhorst. Oft sei die einzige Möglichkeit, „jemanden auf frischer Tat zu ertappen“.
Screenshot des Facebook-Posts, der für Aufregung sorgt.