Einzigartig organisch
Im Rahmen von „Kunst natürlich!“ stellt Christina Stavrou ihre Kunstwerke aus
Wie schon im Vorjahr erwartet die Besucher getreu dem Motto der Reihe erneut organisch-naturalistische Kunst, die dieses Mal allerdings nicht mehr fast schon hyperrealistisch ausfällt, wie noch in 2024 bei Nicole Peters .
Organische Landschaften im abstrakten Design: So lassen sich die elf ausgestellten, meist großformatigen Werke von Christina Stavrou umschreiben. Eine Besonderheit dabei: Die neuen, eigens für die Ausstellung geschaffenen Werke sind Gegenstücke zu ihren älteren Schöpfungen. Damit präsentiert Stavrou immer gleich zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Dinge.
Neben typischen Malereien hält die Ausstellung auch einige ihrer Skulpturen bereit. „Mit meinen Objekten wollte ich einen Moment in der Zeit festhalten“, erläutert Christina Stavrou. Das spiegelt sich auch in den Namen wider, wie zum Beispiel die „Erweiterung des Moments“ zeigt. Gemäß dem Thema sind auch die Objekte organisch geraten. Sie bewegen sich in den Raum hinein und bilden ebenfalls ein Pendant zu ihren anderen Malereien. Hier spielt ihre Sichtweise auf die Kunst hinein, denn auch ihre Skulpturen betrachtet Christina Stavrou als Form der Malerei. „Kann Malerei auch dreidimensional sein?“, fragt sie. Ihre eindeutige Antwort: ja!
Bei allen Infos zum Schaffensprozess, die die Ausstellung ihren Besuchern mit an die Hand gibt, bleibt den Betrachtern durch die Abstraktion immer auch Spielraum für eigene Interpretationen – und wenn man „nur“ einen angespannten Muskel sieht. „Das ist nur natürlich und legitim“, findet Paul Wans, Vorsitzender des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) Niederrhein, der die Ausstellung in Kooperation mit der Stadt Kevelaer ausrichtet. Aus seiner Sicht soll eine solche Ausstellung immer auch eine Herausforderung für die Betrachter darstellen und ihre Sehgewohnheiten auf den Prüfstand stellen. „Schön ist auch, dass nicht wieder jemand von den ‚Alten‘ des BBK ausstellt, sondern die Jüngste im Verband“, ergänzt Wans. Als Mitglied der Jury, die Christina Stavrous Bewerbung aus insgesamt acht ausgewählt hat, hat ihn vor allem ihre einzig- und auch eigenartige Umsetzung des Themas überzeugt. „Es gibt bei ihr keine Grenze zwischen naturalistisch wirkender Oberfläche und klassischer Abstraktion. Das finde ich genial“, sagt er.
Pauls Wans freut sich zudem nicht nur darüber, mit der Stadt Kevelaer einen starken Partner an seiner Seite zu wissen, sondern auch darüber, dass die Reihe „Kunst natürlich!“ im Vorfeld bereits für drei Jahre fest geplant wurde. „Spätestens ab 2025 sind nämlich überall die Kassen knapp, nicht nur in der Stadt Kevelaer“, berichtet er. Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage der Kommunen hat er jedoch nach wie vor die Hoffnung, dass die Reihe auch über 2026 hinaus fortgeführt werden kann.
Die diesjährige Ausstellung „Kunst natürlich!“ beginnt mit der Eröffnung am heutigen Mittwoch, 18. Juni, um 18.30 Uhr in der Tourist Information. Geöffnet ist die Ausstellung immer dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 15 Uhr. Die Finissage am Sonntag, 13. Juli, von 13 bis 15 Uhr beendet die diesjährige Auflage.
Christina Stavrou, Paul Wans (l.) und Hendrik Goertz (Fachbereich Kultur der Stadt Kevelaer) laden zur Eröffnung von „Kunst natürlich!“ ein. NN-Foto: Thomas Langer