"Silke und Stephan Irle in Augenklinik Ruanda, medizinische Hilfe, humanitäre Arbeit"
19. August 2026 Von NN-Online · Uedem

Einsatz gegen vermeidbare Blindheit in Ruanda

Vortrag bei der FeG Uedem beleuchtet die Arbeit von Stephan und Silke Irle

UEDEM. „Augenheilkunde in Ruanda“ lautet der Titel eines spannenden Vortrags, der am Donnerstag, 3. September, in Uedem stattfindet. Augenarzt Dr. Stephan Irle und seine Frau Silke berichten dann von ihren Einsätzen in dem ostafrikanischen Land, in dem sie seit 2021 Menschen vor dem Erblinden bewahren. „In Ruanda erblinden viel mehr Menschen als in Deutschland und vor allem viel jüngere Menschen als bei uns“, erläutert Stephan Irle, „dabei wäre die Ursache der Blindheit in den meisten Fällen vermeidbar.“

In mehr als der Hälfte der Fälle ist nämlich eine Augenkrankheit namens „Katarakt“, landläufig auch bekannt als „Grauer Star“, die Ursache dafür, dass Menschen in Ruanda ihr Augenlicht verlieren. Dabei ist die Krankheit in der Regel gut behandelbar – es genügt ein kurzer operativer Eingriff, damit die Menschen wieder sehen können. „Aber in Ruanda fehlen dazu drei Dinge: das Personal, die Infrastruktur und die finanziellen Ressourcen“, berichtet Stephan Irle. Er und seine Frau wollen dazu beitragen, diese Situation zu verbessern. Silke und Stephan Irle leben in Sonsbeck und arbeiten eigentlich beide in der Augenklinik Duisburg-Walsum – Stephan Irle als Augenarzt, Silke Irle als Assistentin im Augen-OP-Team. Etwa die Hälfte ihrer jährlichen Arbeitszeit verbringt das Ehepaar allerdings mit ehrenamtlicher Tätigkeit in einer ruandischen Augenklinik nahe der Hauptstadt Kigali. Warum eigentlich? „Weil wir mit dem, was wir können, nämlich Menschen vom Grauen Star befreien, in Ruanda ganze Lebensperspektiven grundlegend verändern können“, sagt Silke Irle.

Der Hintergrund: In Deutschland erkranken in der Regel ältere Menschen am Grauen Star und finden recht schnell eine Möglichkeit, sich behandeln zu lassen. In Ruanda hingegen leiden bereits viele junge Menschen an der Krankheit und die meisten von ihnen haben kaum eine Chance auf eine gute Behandlung, denn es gibt viel zu wenig Augenärzte. „In Deutschland gibt es über 8.000 Augenärzte, das ist einer pro 10.000 Einwohner“, berichtet Stephan Irle. „In Ruanda allerdings gibt es landesweit nur 25 Augenärzte – das ist einer pro 600.000 Einwohner.“

In Kombination mit der viel jüngeren Patientenschaft in Ruanda ist das auch ein dramatisches soziales Problem. „Viele unserer Patienten sind erst Mitte 20 und haben den größten Teil ihres Lebens noch vor sich“, berichtet Silke Irle. Und das habe Folgen, sagt sie. „Wenn eine junge Mutter oder ein Vater erblindet, muss die Familie oft hungern. Wenn ein Lehrer oder eine Lehrerin erblindet, findet für viele Kinder kein Unterricht mehr statt“, so Silke Irle. Zusammen mit anderen Mitstreitern möchte das Paar daher dazu beitragen, dass sich die augenmedizinische Versorgung in Ruanda verbessert. „Es braucht unter anderem mehr Operateure und eine bessere Infrastruktur“, sagt Stephan Irle. Deshalb engagieren sich die Irles in der Ausbildung solcher Operateure in Ruanda. Unterstützung erhalten sie dabei vom Deutschen Blindenhilfswerk und der Augenklinik in Walsum, aber auch von der Allianzmission und von der Freien evangelischen Gemeinde Uedem, in der die beiden Mitglied sind. Denn Silke und Stephan Irle sind nicht nur mit medizinischem Auftrag, sondern auch als christliche Missionare in Afrika tätig.

Bei ihrem Vortrag in Uedem werden Silke und Stephan Irle begleitet von ihrem Kollegen Irénée Kalisa, einem belgischen Augenarzt mit ruandischer Herkunft, der viele Details des afrikanischen Gesundheitswesens kennt und sich als Brückenbauer zwischen Europa und Ruanda versteht. Der Vortrag „Augenheilkunde in Ruanda – unterwegs als Missionare im 21. Jahrhundert“ findet statt am Dienstag, 3. September im Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde Uedem, Am roten Berg 1 in Uedem. Beginn ist um 19.30 Uhr, im Anschluss gibt es noch einen gemütlichen Ausklang an der Bistrobar des Gemeindehauses. Der Eintritt ist frei.

Silke und Stephan Irle in der Augenklinik in Ruanda. Foto: privat

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