Einen Lebenstraum erfüllt
Gerd Scholz (72) trifft den Papst – dank Unterstützung der Lebenshilfe Unterer Niederrhein
Mit dem Einzug in das Wohnheim der Lebenshilfe Unterer Niederrhein in Rees-Groin kam ein Wandel. Hier wohnt Scholz seit seiner Berentung und erzählte den Mitarbeitern der Wohnstätte, dass er einen Besuch beim Papst noch erleben wolle. Das war kurz vor der Corona-Krise. Die Mitarbeiter aus dem Wohnheim hielten an seinem Wunsch fest und nahmen Kontakt mit dem Familienunterstützenden Dienst (FuD) der Lebenshilfe auf. Der organisierte noch bis vor wenigen Jahren begleitete Reisen gezielt für Menschen mit Handicap und hat ein Netzwerk mit passenden Reisebegleitern.
Für alle Beteiligten stand aber fest, dass eine Reise nur ohne Infektionsgefahren und Reisebeschränkungen möglich ist – unter anderem auch um die Bewohner sowie die Beschäftigten zu schützen. Zum Frühling des vergangenen Jahres konnten die Planungen wieder konkret aufgenommen werden. Der FuD plante gemeinsam mit Gerd Scholz, dem Wohnheim und der gesetzliche Betreuung eine viertägige Flugreise nach Rom mit drei Übernachtungen.
Als Reise-Begleitung flog Marvin Feldkamp mit. „Ich reise selber gerne und habe viele begleitete Reisen für Menschen mit Handicap von 1:1-Betreuung bis Großgruppen auch beim FuD der Lebenshilfe geplant sowie begleitet“, erzählt er. Rom war für ihn kein Neuland. Schon öfters besuchte er die geschichtsreiche Stadt und wusste auch, wie Gerd möglichst früh und damit in die erste Reihe bei der Generalaudienz kommen konnte. Die Tickets dafür buchte Marvin Feldkamp rund drei Monate vorher.
„Die Reise nur mit Gerd hatte die Vorteile, dass wir uns ganz auf seine Wünsche konzentrieren konnten. Und für mich persönlich war es natürlich schön, gemeinsam mit ihm seinen Lebenstraum zu verwirklichen“, berichtet Marvin Feldkamp.
Mit seiner Rom-Erfahrung buchten sie ein bezahlbares sowie gutes Hotel in zentrums- und vatikannähe. „Damit Gerd die Reise in dieser kurzen Zeit maximal genießen kann, war es von Vorteil, keine langen Anfahrtswege zu den zentralen Sehenswürdigkeiten zu haben“, sagt Marvin Feldkamp. Sie kamen trotzdem täglich auf ihre 22.000 bis 27.000 Schritte, die etwa 17 bis 22 Kilometer entsprachen.
Kirchen, Museen, das Kolosseum und viele weitere Sehenswürdigkeiten besichtigte das Reiseteam. Und bereits am zweiten Reisetag stand die Generalaudienz bei Papst Franziskus an. Gegen fünf Uhr morgens standen beide auf, um Plätze in der ersten Reihe zu bekommen. Auch dafür wusste Marvin Feldkamp die richtigen Wege, sodass Gerd Scholz den Papst direkt aus nächster Nähe sehen konnte.
Der Moment mit dem Papa-Mobil dauerte dann zwar nur wenige Sekunden, aber für Gerd Scholz war es ein prägendes Ereignis. „Ich zehre noch lange davon“, sagt er selbst zufrieden, das für sich abhaken zu können. Er könne sich aber vorstellen, erneut nach Rom zu reisen – dann für einen längeren Zeitraum.