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Theo Interbieten, Werner Elders, Willi van Bebber, Heinz Verhaaren, Jakob van Heesch und Karl-Heinz Gebauer schwelgen bei ihren Zusammenkünften gerne in Erinnerungen. Foto: MvO
30. Juli 2025 Von NN-Online · Bedburg-Hau

Eine verschworene Gemeinschaft

Der Kegelklub „Die Außenseiter“ feiert 60. Jubiläum

BEDBURG-HAU. 1965 entstand an der Theke in der ehemaligen Hasselter Gaststätte Verhoolen-Euwens an der Kalkarer Straße der Kegelklub „Die Außenseiter“. 60 Jahre später gibt es den Klub immer noch, nur mit dem Unterschied, dass anstatt zu kegeln, jetzt ein geselliges Treffen alle 14 Tage veranstaltet wird.

Als wären sie Eheleute, die die Diamantene Hochzeit nach 60 Jahren feiern würden, fühlen sie sich zwar nicht, aber einen Grund zum Feiern haben sie trotzdem. Denn seit 60 Jahren besteht nun der Kegelklub „Die Außenseiter“. Es geschah im September 1965, als einige junge Männer an der Theke der ehemaligen Gaststätte Verhoolen-Euwens an der Hasselter Kalkarer Straße zusammen standen, um einen Kegelklub aus der Taufe zu heben. Kurz zuvor wurde ein Klub aufgelöst, von dem dann einige Mitglieder in den neuen Verein eintraten. Alle hatten einen Bezug zum damaligen Fußballverein SG Hasselt, die in die heutige SGE Bedburg-Hau aufging. Zunächst wurde jeden Freitagabend gekegelt – 16 Jahre lang. Doch die Gaststätte brannte samt der Kegelbahn im Jahr 1981 bis auf die Grundmauern ab, später wurde das Gebäude abgerissen. So musste man sich ein neues Domizil suchen und wurde nur wenige hundert Meter entfernt von der liebgewonnenen Bahn in Hasselt fündig. Im „Haus Vehreschild“, ebenfalls an der Kalkarer Straße, rollte dann die Kugel. 30 Jahre wurde dort alle 14 Tage freitags die Kegelbahn malträtiert. Nach der Schließung des Lokals 2011 standen die Kegelfreunde wieder vor der Entscheidung, wo können wir unser Hobby weiter frönen.

Und die Wahl fiel auf die Gaststätte „Zum Erfgen“ der Familie Biermann an der Sommerlandstraße. Zum ersten Mal konnten sie nicht zu Fuß zur Kegelbahn kommen, sondern mussten entweder per Fahrrad oder mit dem Auto anreisen. Ende Juni 2017 schloss auch diese Lokalität für immer ihre Pforten, und „Die Außenseiter“ mussten sich etwas Neues einfallen lassen. Die Suche ging wieder los, und der Klub landete schließlich in Till im Lokal „Zur Dorfschmiede“. Zuerst wurde noch gegekelt, aber in den letzten Jahren hat man sich auf ein geselliges Treffen beschränkt.

Das sind die aktuellen Mitglieder: Theo Interbieten, Werner Elders, Willi van Bebber, Heinz Verhaaren, Jakob van Heesch und Karl-Heinz Gebauer, die bei ihren Zusammenkünften gerne in Erinnerungen schwelgen. Schade ist nur, dass sich keiner mehr von ihnen daran erinnern kann, wie der Kegelklubname „Die Außenseiter“ entstanden ist und welche Bewandtnis er hat. In den 60 Jahren gab es nur drei Präsidenten, die auf der jährlichen Jahreshauptversammlung jeweils gewählt wurden: Theo Interbieten war der erste Präsident, ihm folgte Heinz Verhaaren. Karl-Heinz Gebauer ist der aktuelle Chef. Kassierer ist bereits seit 55 Jahren Jakob van Heesch, der seitdem die Kasse mustergültig führt. Jubiläumsjahre wurden groß gefeiert mit einem Preiskegeln aller Bedburg-Hauer Kegelklubs. „Es gibt nichts Gutes – außer man tut es“, so lautet das Motto der Kegelbrüder. Wie jeder Klub, führte man die alljährlichen Kegeltouren durch, auch wurden viele Feiern mit den Frauen gemeinsam veranstaltet. Die erste Kegeltour startete im September 1966 in einem Kleinbus mit einer Tagestour zum Weinort Altenahr, später war Eitorf an der Sieg oft das Ziel. Ab 1970 gönnten sich die Kegelbrüder eine dreitägige Vergnügungsreise abwechselnd nach Rüdesheim und Hönningen. „Wir hatten in der ganzen Zeit immer viel Spaß. Wir sind eine verschworene Gemeinschaft, und wir könnten viele spannende Anekdoten erzählen, die jedoch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind“, sagt Präsident Karl-Heinz Gebauer augenzwinkernd. Seit der Corona-Pandemie verzichten die Kegelbrüder auf ihre geliebten „Kulturreisen“. Ort und Termin einer kleinen Geburtstagfeier stehen noch nicht genau fest.

Theo Interbieten, Werner Elders, Willi van Bebber, Heinz Verhaaren, Jakob van Heesch und Karl-Heinz Gebauer schwelgen bei ihren Zusammenkünften gerne in Erinnerungen. Foto: MvO

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