„Eine gute Basis für die kommenden Jahre“
Überörtlichen Prüfung der Gemeinde Sonsbeck durch die gpaNRW
SONSBECK. Durch die Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen (gpaNRW) überörtlich geprüft. Die wesentlichen Ergebnisse und Handlungsempfehlungen wurden jetzt durch Prüfer Andreas Meyer und Projektleiter Mario Deckers im Rat der Gemeinde vorgestellt. Simone Kaspar, Stellvertreterin des Präsidenten der gpaNRW, nahm ebenfalls an der Ergebnispräsentation teil und stellte mit dem Projektteam die Ergebnisse der Prüfung vor.
„Insgesamt zeigt sich die Haushaltssituation der Gemeinde dank solider Haushaltswirtschaft vergleichsweise stabil“, konstatiert Simone Kaspar. „Diese gute Ausgangslage hilft Ihnen, die durch die Prüfenden identifizierten Herausforderungen und den daraus resultierenden Handlungsbedarf zu bewältigen. Unser Abschlussbericht zeigt die positiven Ansätze auf und weist gleichzeitig auf notwendige Anpassungen für eine nachhaltige Finanzplanung und passgenaue Organisationsstrukturen hin.“ Die Gemeinde Sonsbeck konnte in den vergangenen Jahren überwiegend positive Jahresergebnisse erzielen. Die Prognosen deuten für die kommenden Jahre auf negative Jahresergebnisse hin. Die Gemeinde verfügt über eine vergleichsweise hohe Eigenkapitalausstattung. Angesichts steigender Zinsen und der gesamtwirtschaftlichen Risiken besteht allerdings die Gefahr eines Eigenkapitalverzehrs. „Ihre in der Vergangenheit solide Haushaltswirtschaft sollte die Gemeinde fortführen und bei Bedarf auf die weitere Entwicklung reagieren“, so Projektleiter Mario Deckers. Die gute Haushaltssituation wird durch geringe Gesamtverbindlichkeiten abgerundet. Im Bereich der Haushaltssteuerung ist die Gemeinde gut aufgestellt. „Wir regen jedoch an, für das Kredit- und Anlagemanagement Regelungen, etwa in Form einer Dienstanweisung, zu treffen, um Verbindlichkeit und Rechtssicherheit zu schaffen“, erläutert Deckers.
„Die Aufwendungen der Gremienarbeit zeigen keine Auffälligkeiten. Nach Maßgabe der Vergleichsergebnisse sind diese als normal einzustufen“, erläutert Prüfer Andreas Meyer zusammenfassend die Ergebnisse im Bereich Gremienarbeit. Vereinzelte Regelungen in ihrer Hauptsatzung sollte die Gemeinde Sonsbeck jedoch in den Blick nehmen und teilweise konkretisieren. Die Gemeinde Sonsbeck verfügt über eine gute Personalplanung. Vergleichsweise geringe Personalquoten ergeben sich insbesondere durch die Auslagerung von Aufgaben. Der Gemeinde stehen hierdurch die Expertise und personellen Ressourcen externer Dienstleister und anderer Kommunen zur Verfügung. Für die Zukunft zeichnet sich dennoch eine hohe Altersfluktuation ab. „Um ihre Handlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten, sollte die Gemeinde Sonsbeck den Risiken aus ihrer Altersstruktur begegnen, indem sie ihren Weg der Interkommunalen Zusammenarbeit weiter intensiv beschreitet bzw. bei festgestelltem Bedarf rechtzeitig eine interne oder externe Nachfolgeregelung für die Stellen-Besetzung trifft“, so Andreas Meyer. Im Bereich der Digitalisierung bestehen in Sonsbeck noch vielfältige Handlungsmöglichkeiten.
Die Gemeinde Sonsbeck bewirtschaftet lediglich einen kommunalen Friedhof. Aufgrund eines öffentlichen Grünanteils von 50 Prozent erzielt die Gemeinde hier nur eine geringe Kostendeckung. Für die drei von ihr unterhaltenen Trauerhallen erreichte die Gemeinde Sonsbeck dagegen in den betrachteten Jahren eine vergleichsweise gute Kostendeckung. „Dies, obwohl die Trauerhallennutzungen insgesamt deutlich zurückgegangen sind“, bemerkt Prüfer Andreas Meyer. Zur Optimierung der Aufgabensteuerung sollte die Gemeinde im Friedhofswesen ein auf ihren Aufgabenzuschnitt abgestimmtes Kennzahlensystem mit entsprechenden Zielvorgaben aufbauen.
Bürgermeisterin Nadine Bogedain erklärt abschließend zu den Ergebnissen der gpaNRW: „Ich freue mich, dass die gpaNRW der Gemeinde Sonsbeck eine solide Haushaltsführung bestätigt. Allerdings muss uns klar sein, dass die Rücklagen wegen der hohen Belastungen, die nicht zuletzt aufgrund bundes- und landesrechtlicher Vorgaben entstehen und nicht von uns beeinflusst werden können, immer weiter abschmelzen. Eine verantwortungsvolle Haushaltsplanung ist demnach ein wichtiges gemeinsames Ziel von Politik und Verwaltung. Im Vordergrund sollte hierbei nicht die Sparsamkeit, sondern die Wirtschaftlichkeit stehen. Die von der gpaNRW ausgewiesenen Defizite im Bereich Organisation und Digitalisierung haben uns nicht überrascht, sondern bestätigt. Der Prüfungszeitraum lag in der Vergangenheit, in der leider kein Schwerpunkt unter anderem im Bereich Digitalisierung gesetzt wurde. Dies haben wir jetzt geändert. Bereits zu Anfang dieses Jahres haben wir ein deutliches Zeichen gesetzt und eine Digitalisierungsstelle geschaffen. Ich freue mich, dass wir in diesem Bereich schon jetzt deutliche, auch für die Bürgerinnen und Bürger sichtbare Fortschritte erzielt haben. Durch die Digitalisierung werden Prozesse beschleunigt und Antragsstellungen vereinfacht, auch können Personalressourcen freigesetzt und anderweitig eingesetzt werden, so dass auch dem Fachkräftemangel entsprechend entgegengewirkt werden kann. Dem Thema Digitalisierung wird also auch in Zukunft eine sehr hohe Bedeutung zukommen. Ich möchte mich bei allen in Rat und Verwaltung bedanken, die dafür gesorgt haben, dass wir in Bezug auf den Haushalt ein positives gpa-Prüfungsergebnis erreicht haben. Ein besonderer Dank gilt allen Beteiligten, die in den vergangenen Wochen Zeit investiert haben, um diesen Prüfungsbericht erarbeiten zu können.“