Ein Zeichen gegen das Vergessen
Die Gelderner Grünen organisieren seit vielen Jahren regelmäßig eine Mahnwache am ehemaligen Standort der Synagoge
GELDERN. Auch in diesem Jahr hat das Bündnis 90/ Die Grünen Geldern zur Mahnwache am 9. November eingeladen, um an die Opfer der Pogromnacht von 1938 zu erinnern.
Zahlreiche Bürger folgten der Einladung und versammelten sich am ehemaligen Standort der Synagoge am Nordwall – ein starkes Zeichen dafür, dass die Erinnerungskultur in Geldern lebendig bleibt. Gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Ausgrenzung und Hass wieder sichtbarer werden und demokratische Werte verteidigt werden müssen, ist das gemeinsame Gedenken wichtiger denn je. Mit Kerzenlichtern, stiller Andacht und kurzen Wortbeiträgen, unter anderem von Schülern des Friedrich-Spee-Gymnasiums, erinnerten die Teilnehmenden an die Gewalt der Novemberpogrome von 1938, bei denen in Deutschland Synagogen brannten, jüdische Geschäfte zerstört und Menschen verschleppt, misshandelt oder ermordet wurden – auch hier in Geldern. Die Grünen Geldern organisieren die Mahnwache seit vielen Jahren als offene Form des Gedenkens, die Menschen jeden Alters und jeder Herkunft einbezieht. Das gemeinsame Innehalten soll nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern auch Mut machen für die Gegenwart: für Freundlichkeit statt Feindseligkeit, Mitgefühl statt Gleichgültigkeit, Zusammenhalt statt Spaltung. So wird die Mahnwache zu einem Zeichen gegen das Vergessen – und für ein Geldern, das Haltung zeigt.