Ein Stück Filmgeschichte in Rees: Ryans signiertes Buch
Der Wahl-Reeser Roger King sollte vor 52 Jahren das Buch „Die Brücke von Arnheim“ in Großbritannien bewerben. So kam er an ein Exemplar, das der Autor Cornelius Ryan kurz vor seinem Tod signierte. Diese Rarität schenkte er nun dem Reeser Geschichtsverein.
REES. Mit akribisch recherchierten Büchern wie „Der längste Tag“ und „Die Brücke von Arnheim“ verfasste der irisch-amerikanische Autor Cornelius Ryan (1920-1974) Bestseller über bedeutende Siege und Niederlagen der alliierten Truppen im Zweiten Weltkrieg. Beide Bücher wurden mit großem Staraufgebot verfilmt – eines hat den Weg nach Rees gefunden.
Als das Kriegsepos „A Bridge too far“ (so heißt „Die Brücke von Arnheim“ im Original) vor 50 Jahren in den Niederlanden gedreht wurde, war Cornelius Ryan bereits tot. Er starb am 23. November 1974 in New York, mitten in der Werbetour für sein letztes Buch. Das ist auch der Grund, warum es nur wenige Ausgaben von „A Bridge too far“ gibt, die der Autor persönlich signiert hat.
Eines dieser seltenen Exemplare ist in Rees zu finden. Der Engländer Roger King brachte es mit an den Niederrhein, als er und seine deutsche Frau Conny vor zwei Jahren in die Rheinstadt zogen. Roger King war 1974 als selbstständiger Designer beauftragt worden, Cornelius Ryans Lesetour durch viele britische Städte mit Postern und Flyern zu bewerben.
Zwar kam der Autor nach England, doch seine Krebserkrankung schwächte ihn so sehr, dass alle öffentlichen Auftritte kurzfristig abgesagt wurden. Bevor Cornelius Ryan in die USA heimflog, signierte er für den Verlag Hamish Hamilton wenige Bücher der britischen Erstausgabe von „A Bridge too far“. Sie wurden an Personen verschenkt, die für den Verlag arbeiteten. Und so kam auch Roger King in den Besitz dieser Rarität.
Ein Hauptmotiv der Dreharbeiten im Jahr 1976 war die Wilhelminabrücke von Deventer. Sie doubelte die Brücke von Arnheim, weil das kriegszerstörte Arnheim in den 70er-Jahren schon zu modern wiederaufgebaut worden war. Foto: Beeldarchief Gilde Deventer
Roger und Conny King freundeten sich in Rees mit Peter und Anne Bongers an. Peter Bongers ist wiederum im Vorstand des Reeser Geschichtsvereins aktiv und lud das Ehepaar King im März 2026 ein, den Vortrag „Die Brücke von Arnheim – Realität und Film“ im Bürgerhaus zu besuchen. Dort informierten Edwin Zweers und Michael Scholten über die Operation Market Garden, die im Buch „A Bridge too far“ beschrieben wird, und über die Verfilmung an Schauplätzen in Deventer, Nimwegen und weiteren niederländischen Städten.
An diesem Abend beschloss Roger King, dass er seine signierte Ausgabe dem Geschichtsverein schenken möchte. „Ihr könnt mehr damit anfangen als ich“, sagte er, als er es dem Vorstand bei einem Besuch im Koenraad Bosman Museum überreichte. Peter Bongers und der stellvertretende Ressa-Vorsitzende Michael Scholten revanchierten sich für das wertvolle Geschenk, indem sie Roger und Conny King jetzt zu einem Ausflug nach Deventer einluden.
Die Hansestadt erinnert noch bis zum 8. November mit der Ausstellung „Hollywood in Deventer“ im Museum De Waag an die aufwändigen Dreharbeiten im Jahr 1976. Dabei doubelte die Wilhelminabrücke von Deventer die baugleiche Brücke von Arnheim, doch auch der historische Marktplatz und viele Straßenzüge wurden für Kampf- und Massenszenen genutzt.
Der Historiker Ben Schräder führte die Reeser Gäste durch die von ihm kuratierte Ausstellung und freute sich, dass sie auch das signierte Buch im Gepäck hatten. Für den Sommer 2027, wenn die Weltpremiere des Films „Die Brücke von Arnheim“ 50 Jahre zurückliegt, plant der Geschichtsverein eine besondere Aktion, bei der auch das signierte Buch der Öffentlichkeit präsentiert werden kann.
„Die Brücke von Arnheim“ mit Star-Aufgebot
Regisseur Richard Attenborough und Produzent Joseph E. Levine verfilmten „Die Brücke von Arnheim“ vor 50 Jahren mit dem damals extrem hohen Budget von 22 Millionen Dollar und größtem Star-Aufgebot: So standen Sean Connery, Robert Redford, Anthony Hopkins, Michael Caine, Gene Hackman, James Caan, Laurence Olivier, Maximilian Schell, Hardy Krüger und Liv Ullmann vor der Kamera. Nach der Uraufführung am 15. Juni 1977 blieben die Einspielergebnisse hinter den Erwartungen zurück. Grund dafür war vermutlich, dass das amerikanische und britische Publikum im Kino lieber siegreiche Helden gesehen hätte als eine verlustreiche Niederlage der alliierten Truppen gegen die deutsche Wehrmacht.