Ein neues Hauptquartier für die Weezer Feuerwehr
Fertigstellung bis Ende 2027: Der Spatenstich markiert den symbolischen Arbeitsbeginn
WEEZE. Die Feuerwehr in Weeze bekommt ein neues Quartier – direkt am Fährsteg, zwischen dem Fährpark und dem Gartencenter. Mit dem Spatenstich ist die Umsetzung der Pläne nun auch offiziell eingeläutet worden, die ihren Ursprung bereits im Handlungsbedarfsplan von 2013 haben. Abgeschlossen werden soll das Großprojekt bis Ende 2027.
„Das alte Gerätehaus ist in die Jahre gekommen. Es gab dringenden Handlungsbedarf“, begründete Bürgermeister Georg Koenen in seiner Rede zum Spatenstich das Projekt. Dieses sei eine Gemeinschaftsleistung von Rat, Verwaltung, Politik und Feuerwehr. Im vorausgegangenen Architektenwettbewerb konnte darüber hinaus das Architekturbüro „&Mica“ aus Köln mit seinem Entwurf überzeugen, vor allem durch das durchdachte Einsatzkonzept. Die hiesige Bauunternehmung Franz van Stephoudt wird die Rohbauarbeiten übernehmen.
Zwei Eingänge
Ein großer Unterschied zwischen Alt- und Neubau liege in der neuen Sortierung, erklärt Architekt Thomas Ellinghaus. Neben dem Besuchereingang vorne „gibt es einen separaten Alarmeingang, der direkt in die Umkleiden und Schleusen führt. Das Gebäude reagiert jetzt auf die Abläufe im Alarmfall und ist nicht einfach nur eine große Halle wie im alten Gebäude.“
Mussten sich die Einsatzkräfte dort noch zwischen den Fahrzeugen umziehen, entstehen nun separate Umkleideräume. Dazu kommen eine eigene Verwaltung, Besprechungsräume, eine Küche, Büros für die Einsatzleitung sowie ein Funkraum. Im ersten Obergeschoss erhalten die Einsatzkräfte einen Sozialraum, „um zum Beispiel Feste zu feiern“, erläutert Ellinghaus. Auch die Jugendfeuerwehr darf sich über eigenen Platz freuen – im 2. Obergeschoss: darunter einen Sozial- und Besprechungsraum und eine eigene Umkleide. Auf derselben Ebene liegt auch das neue Kleiderdepot für die Einsatzkräfte. Ein Schlauch- und Übungsturm dient dem Training der Einsatzkräfte und dem Hängen der Schläuche.
Die Feuerwehrfahrzeuge kommen in einer großen Halle unter, von der aus sie direkt auf die Straße kommen. Elf Stellplätze sind es an der Zahl, acht davon als durchfahrbare Stellplätze, die einem reibungslosen Einsatzbetrieb dienen. Gläserne Tore machen die Einsatzfahrzeuge auch für Passanten sichtbar.
Auf dem Dach wird auf Wunsch der Politik eine Vorrüstung für eine mögliche Anschaffung einer Drohne geschaffen. Eine solche könnte künftig im Einsatzfall schnell einen Überblick über die Lage vor Ort liefern und wichtige Informationen bereitstellen, noch bevor die Einsatzkräfte am Einsatzort eintreffen.
Hochwertiger Klinker
Die Fläche des neuen Hauses ist nicht nur größer, „die Feuerwehr und Gemeinde haben sich auch für einen sehr hochwertigen Baustoff entschieden“, erklärt Ellinghaus. „Wir haben massives Klinkermauerwerk. Das hält die nächsten Jahrzehnte.“
Der Leiter der Feuerwehr, Michael Winthuis, ist überzeugt: „Mit dem neuen Gebäude sind wir auf dem aktuellen Stand der Technik. Alle Vorgaben, die erfüllt werden müssen, werden mit dem neuen Gebäude umgesetzt.“ Für das alte Gebäude aus den 60ern habe das nicht mehr gegolten. „Wir hatten hier eine riesige Mängelliste.“ Nicht nur in energetischer Hinsicht, denn auch die Kapazitäten seien unzureichend gewesen. „Wir hatten wesentlich mehr Mitglieder als Spinde“, sagt Winthuis. Ebenso habe es zu wenige Stellplätze gegeben. „Jetzt sind wir aber erst mal mehrere Jahrzehnte auf der sicheren Seite.“ Entsprechend gut ist die Stimmung im Team.
Beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses handelt es sich nach dem Neubau der Petrus-Canisius-Schule um die zweithöchste selbstgetragene Investition der Gemeinde: Gut Zwölf Millionen Euro kostet das Projekt, das Grundstück eingerechnet.
Um an den feierlichen Spatenstich und die gemeinsamen Anstrengungen für das Bauprojekt zu erinnern, haben sich die Feuerwehrleute noch eine Kleinigkeit für ihr neues Heim überlegt: Als besonderes Erinnerungsstück soll ein Spaten vom Spatenstich dienen: unterschrieben von der gesamten Löscheinheit.
Der Spatenstich markierte den symbolischen Baubeginn des neuen Feuerwehrgerätehauses. NN-Foto: Thomas Langer