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Gruppenfoto vor Caritas-Beratungszentrum Rees: Sechs Caritas-Mitarbeiter und Pfarrer Engels, starkes Netzwerk für Menschen in Not.
14. April 2026 Von NN-Online · Rees

Ein Netzwerk für Menschen in Not in Rees

Nach einem Jahr des Umbruchs ist die Soziale Arbeit in Rees wieder gut aufgestellt: Mit zwei neuen Beratungskräften und einem starken Netzwerk aus Kirche, Caritas und Ehrenamtlichen setzt die Caritas Kleve ein klares Zeichen für Unterstützung und Solidarität vor Ort.

REES. Es war, so sagt es Rita Fergen, im vergangenen Jahr viel los in Rees. Der langjährige Pfarrer von St. Irmgardis Rees, Michael Eiden, hat Anfang April aus gesundheitlichen Gründen um Entpflichtung aus seinem Amt gebeten. Nur wenige Monate später ging die von vielen Reesern geschätzte Sozialarbeiterin der Caritas, Gabi Arns, in den Ruhestand. Das alles hinterließ – mit Blick auf die Soziale Arbeit in der Stadt – ein großes Vakuum. „Umso mehr freue ich mich, dass wir nun wieder gut aufgestellt sind“, sagt Rita Fergen, die bei der Caritas den Fachbereich „Soziale Hilfen“ leitet.

Mit „gut aufgestellt“ meint sie die neuen Kollegen Misbah Shahzad und Gunnar Sandmann. Die Sozial- und Flüchtlingsberaterin sowie der Sozial- und Schuldnerberater sind jetzt jeden Dienstag und Donnerstag vor Ort und beraten in den Räumlichkeiten am Kirchplatz Menschen in Not. „Und der Andrang ist groß“, weiß Misbah Shahzad, die vor allem in den ersten drei Monaten reichlich zu tun hatte.

„Ein rieiges Loch“ in der Sozialarbeit in Rees

Dazu muss man wissen: Früher umfasste die Stelle von Gabi Arns 23 Stunden pro Woche. Von Oktober bis Dezember war die Sozialberatung allerdings nur noch mit zehn Stunden pro Woche besetzt. „Dadurch entstand ein riesiges Loch, das nur durch den intensiven Einsatz von Ehrenamtlichen zu bewältigen war. Dafür ein herzliches Dankeschön“, räumt Rita Fergen ein. Gleichzeitig sorgte sie für etwas Entspannung. Seit dem 1. Januar 2026 bietet Gunnar Sandmann weitere fünf Stunden Sozialberatung an. „Für dieses Jahr hoffen wir die Anfragen zur Beratung zeitnah bearbeiten zu können. Doch in Zukunft benötigen wir hier weitere Finanzierungswege, die einen Ausbau des Angebots ermöglichen“, sagt Rita Fergen und lud alle beteiligten Akteure zu einem ersten Kennenlernen ins Beratungszentrum ein.

Denn, was viele nicht wissen: In Rees besteht bereits seit 1999 eine Kooperation zwischen der katholischen Kirchengemeinde St. Irmgardis und der Caritas Kleve. Auch die Pfarrcaritas der Gemeinde arbeitet an verschiedenen Stellen eng mit den hauptamtlichen Akteuren des Klever Wohlfahrtsverbandes zusammen. „Über die Jahre hinweg hat sich in der Stadt ein beispielloses Netzwerk gebildet, das sich den Armen und Hilfebedürftigen verschrieben hat“, so beschreibt es auch Rita Fergen.

Caritas-Sammlung zweimal im Jahr für Bedürftige in Rees

Da ist zum Beispiel der Caritas-Shop an der Fallstraße, der Kleiderspenden und Möbel entgegennimmt und diese an Bedürftige verteilt. Auch die zweimal im Jahr stattfindende Caritas-Sammlung ist zu erwähnen. „Das Geld, das wir seit Corona mit einem Flyer-Einwurf sammeln, ist ausschließlich für Bedürftige in Rees vorgesehen. Das kommt bei den Bürgern und hiesigen Firmen gut an“, sagt Birgit Hübner, die nicht nur die Termine der Sozial- und Flüchtlingsberatung koordiniert, sondern auch für die Abwicklung der Darlehen für Bedürftige zuständig ist. Und vor allem ist sie eins: Kontaktperson und Vermittlerin zwischen der haupt- und ehrenamtlichen Caritas. Damit Hilfe und Beratung so niederschwellig bleiben, wie sie sind.

Das weiß auch Barbara Bohnen zu schätzen. Die Pastoralreferentin, die gemeinsam mit Pfarrer Berthold Engels zugegen war, ist die enge Zusammenarbeit sehr wichtig. „Wir helfen Menschen, die Unterstützung benötigen. Sei es mit Beratung oder mit finanziellen Hilfen. Für mich gehört das zu den ureigensten Aufgaben der Kirche.“

Und der Bedarf ist da. Im Jahr 2025 kamen fast 160 Personen zur Sozialberatung in Rees, hinzu kommen fast 80 Personen, die die Flüchtlingsberatung aufsuchten. Die Schuldnerberatung zählt ebenfalls 160 Klienten und die Suchtberatung 42 Personen aus Rees. „Die Armut ist da – wenn auch oft verborgen“, sagt Barbara Bohnen.

Die Anlaufstellen der Caritas in Rees

Mobile Pflege inklusive Hauswirtschaft und Alltagsbegleitung sowie Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV), Kirchplatz 12, Telefon 02851/58219 und 0157/31049286 (SAPV).

Flüchtlings-, Schuldner-, Sozial- und Suchtberatung, Kirchplatz 12, Telefon 02851/7005 (Sozial- und Flüchtlingsberatung), 02821/7209-220 (Schuldnerberatung) und 02821/7209-900 (Suchtberatung).

Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe, Kapitelstraße 5, Telefon 0173/5869609.

Caritas-Shop mit Lebensmittelausgabe, Secondhand-Ware und Möbellager, Fallstraße 29, Telefon 02851/9677235 und 0160/91403241.

Essen auf Rädern, Kirchplatz 12, Telefon 02851/7005.

Ein starkes Netzwerk für Menschen in Not: (v. l.) Pastoralreferentin Barbara Bohnen, die beiden neuen Sozialberater der Caritas, Misbah Shahzad und Gunnar Sandmann, Pfarrer Berthold Engels, die beiden Caritas-Mitarbeiterinnen Birgit Hübner und Katharina Exner sowie Fachbereichsleiterin Rita Fergen vor dem Caritas-Beratungszentrum am Kirchplatz in Rees. Foto: CV Kleve

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