NN-Leserreporter Sandra und Mathis berichten aus der Provinz Brabant
BREDA. Vor Kurzem suchten die Niederrhein Nachrichten zwei Duos, die gerne ein Wochenende in der niederländischen Provinz Brabant verbringen und im Anschluss darüber berichten möchten. Es gab viele tolle Bewerbungen. Zu den glücklichen Auserwählten zählten Sandra und Mathis Claßen aus Kevelaer (beide 38). Sie erkundeten die Stadt Breda und schrieben folgenden Erfahrungsbericht.
Die Blind Walls Gallery in Breda macht aus tristen Wänden gigantische Leinwände.
Foto: Claßen
„Unser erster Eindruck von Breda: Was für eine süße, kleine Stadt, die ruhig, fast schon verschlafen wirkt. Der Mix aus historischen Bauten und moderneren Hausfassaden bildet ein abwechslungsreiches Idyll. Unser erster Stopp ist der „Explore Breda Store“- eine Touristeninformation, die auch schöne Kleinigkeiten verkauft. Wir erfahren, dass es diesen Anlaufpunkt erst seit zwei Jahren gibt und dass die angebotenen Produkte ausschließlich von lokalen und nachhaltig arbeitenden Kunsthandwerkern stammen und sogar soziale Projekte unterstützen. Was für eine tolle Idee!
Zwischen Geschichte und Street-Art
Unser Weg führt uns weiter in das Wahrzeichen der Stadt Breda, die „Grote Kerk“. Diese im 15. Jahrhundert errichtete Kirche wirkt imposant, hat uns jedoch zunächst verwundert: Zwischen alten Grabmälern und Gebetsstühlen hängen großformatige Fotos Einheimischer, die ihr geliebtes Wahrzeichen als Tattoo tragen. Das leise Surren von Tattoonadeln ist zu hören - junge Leute lassen sich zum Thema „Grote Kerk“ und Heimat tätowieren und anschließend fotografieren. Zum Mittagessen kehren wir bei „Omi“ ein. Anders als der Name vielleicht glauben lässt, ist die kleine Lokalität bunt und „flippig“ und bietet vielseitiges Selbstgemachtes aus aller Welt. Wir fühlen uns direkt wohl und genießen das köstliche Essen mit Blick auf eine der schönsten Gassen des Veemarktkwartiers. Gestärkt machen wir uns weiter auf Erkundungstour. Auf uns warten zahlreiche Gässchen mit wunderschönen außergewöhnlichen Läden, die lokale Produkte verkaufen. Wir finden uns schnell zurecht, denn die Wege sind kurz und obendrein kurzweilig.
Das Koningin Wilhelmina Paviljoen steht beispielhaft für die enge Verbindung der Stadt mit dem Königshaus.
Foto: Claßen
Wir sind beeindruckt, wie gut sich die modernen Bauten ins historische Stadtbild einfügen. Auf unseren Wegen begegnen uns immer wieder große Wandbilder aus der „Blind Walls Gallery“. Ein Projekt von Kunstschaffenden, das unbeachtete Fassaden belebt und dabei Geschichte und Kultur der Stadt Breda auf künstlerische Weise vermittelt. Nachmittags checken wir direkt im Stadtzentrum im Hotel Nassau ein. Ein Hotel mit Geschichte, erbaut in einem ehemaligen Nonnenkloster und allein daher schon ein Tipp. Das Thema Kirche wird im Hotel auf verschiedene Weise modern und mit Augenzwinkern aufgegriffen. Wir haben uns hier rundum wohl gefühlt.
Bis rauf auf die Grote Kerk sind es 287 Stufen - oben wartet ein traumhafter Blick auf Breda.
Foto: Claßen
Ein weiteres Highlight: Wir besteigen den 97 Meter hohen Turm der „Grote Kerk“. 287 Stufen geht es durch einen engen Aufstieg nach oben. Wir verstehen, warum diese Führung erst ab 12 Jahren zugelassen ist und sind froh, dass wir in einigermaßen guter körperlicher Verfassung sind. Das ist ein richtiges Workout. Neben spannenden Einblicken zur Glocke und zum Glockenspiel wird die Anstrengung mit einer fantastischen Aussicht über die ganze Stadt belohnt.
Verdienter Feierabend als Leserreporter.
Zum Abendessen besuchen wir den „Streetfood Club“. Ein Restaurant in einem ehemaligen Theater, das so lebendig, bunt und vielseitig ist, wie seine Gerichte aus aller Welt, die in kleinen Portionen gereicht werden. Nach dem Essen sind wir überrascht, wie laut und voll diese kleine Stadt plötzlich ist. Sämtliche Bars und Restaurants platzen fast vor Gästen. Diese Stadt lebt in jeglicher Hinsicht von Gegensätzen, stellen wir wieder einmal fest.
Breda wird zur großen Galerie
Das BredaPhoto-Festival 2026 kann noch bis zum 25. Oktober besucht werden.
Foto: Claßen
Am nächsten Tag besuchen wir das BredaPhoto Festival. Alle zwei Jahre verwandelt es das gesamte Stadtzentrum in eine Galerie, sowohl in Gebäuden als auch unter freiem Himmel. Das diesjährige Festival findet noch bis zum 25. Oktober statt und zeigt Fotos von über 40 Künstlern aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Die Fotografien, aber auch großen Kunstinstallationen greifen in diesem Jahr auf unterschiedliche Weise die Themen Trost, Hoffnung und Widerstandskraft auf. Kunst ist bekanntlich für jeden etwas anderes, aber in diesem Fall ist für jeden etwas dabei. Eine Verschnaufpause bekamen wir zum Mittagessen im Restaurant „Jan en Alleman“. Ein gemütliches Lokal, das junge Erwachsene mit einer geistigen Behinderung beschäftigt und Berufserfahrung bietet. Super!
XXL-Fotografien beim BredaPhoto-Festival.
Foto: Claßen
Was, liebe Leser, können wir Ihnen noch berichten? Dass es eine der bisher schönsten Städte-Erkundungstouren war, die wir hatten? Für Sie bedeutet das nicht viel, denn Sie kennen uns nicht. Deshalb überzeugen Sie sich doch einfach selbst, legen Sie den verhältnismäßig kurzen Fahrtweg nach Breda zurück und schauen Sie, ob wir recht hatten. Viel Spaß!
Weitere Infos zur Region Brabant und viele tolle Ausflugstipps gibt es auf www.visitbrabant.com/de. Das zweite Leserreporter-Duo berichtet in der kommenden Woche.
Sandra und Mathis Claßen aus Kevelaer verbrachten ein kinderfreies Leserreporter-Wochenende in Breda. Foto: Claßen