Ein Jahr, das prägt
Warum Freiwilligendienst im Naturschutz jungen Menschen guttut
KLEVE. Ein Jahr zur Orientierung, zum Mitgestalten und Wachsen: Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD) bei der NABU-Naturschutzstation Niederrhein bieten jungen Menschen genau diese Chance. Seit dem Sommer 2025 engagieren sich hier vier Freiwillige – Fritz, Henning, Katarina und Mia – und ziehen bereits nach einem halben Jahr eine durchweg positive Bilanz.
Nach dem Schulabschluss standen alle vier vor einer ähnlichen Frage: Wie soll es weitergehen? Statt direkt in Studium oder Ausbildung zu starten, entschieden sie sich bewusst für ein Jahr im Naturschutz. „Wir wollten etwas ganz anderes als Schule machen und praktisch mit anpacken“, berichten sie. Das breite Aufgabenfeld in der Station hilft ihnen nun dabei, eigene Interessen und berufliche Perspektiven zu entdecken.
Der Alltag der Freiwilligen ist abwechslungsreich: Bis zu zwei Tage pro Woche sind sie draußen im Einsatz, etwa bei der Landschaftspflege. Besonders im Winter gehört das Freischneiden von Wiesen und Schilfflächen dazu – körperlich anspruchsvoll, aber lohnend. „Es ist jedes Mal ein besonderes Gefühl, mitten im Naturschutzgebiet zu arbeiten und seltene Vogelarten zu entdecken“, erzählen sie begeistert. Unvergesslich bleiben auch Naturerlebnisse wie die Beobachtung tausender arktischer Wildgänse oder ein verschneiter Januartag im Kranenburger Bruch, begleitet vom Ruf einer Wasserralle – Momente, die zeigen, wie unmittelbar Naturschutz erlebt werden kann.
Neben praktischer Arbeit unterstützen die Freiwilligen auch die Umweltbildung: Sie entwickeln und leiten eigenständig Natur – und Ferienerlebnistage für Kinder bis 12 Jahren. Spielerische Angebote wie Geschichten über Eichhörnchen vermitteln Kindern Wissen über Natur und Nachhaltigkeit – und stärken gleichzeitig die pädagogischen Fähigkeiten der Freiwilligen. Auch organisatorische Aufgaben gehören dazu: von der Dokumentation von Brutvogelkartierungen über Social-Media-Arbeit bis hin zur Betreuung des Telefondienstes. So erhalten die Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in die Arbeit einer modernen Naturschutzstation.
Ein Freiwilligendienst bedeutet weit mehr als praktische Erfahrung. Die vier berichten von einem deutlichen Zuwachs an Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Teamfähigkeit. Besonders prägend ist das gemeinsame Wohnen in einer WG direkt über den Büros der Station. „Das erste Mal nicht mehr bei den Eltern zu leben, ist eine große Umstellung – aber auch eine wertvolle Erfahrung“, sagen sie. Durch eigenverantwortliches Arbeiten, Teamabsprachen und die Organisation des Alltags entwickeln sie wichtige Kompetenzen für ihre Zukunft. Dazu gehört auch, die eigenen Grenzen zu erkennen und bewusst mit den eigenen Ressourcen umzugehen.
Neben der persönlichen Entwicklung spielt auch der gesellschaftliche Beitrag eine zentrale Rolle. Die Freiwilligen erleben, wie wichtig kontinuierlicher Einsatz im Naturschutz ist – und dass dieser Einsatz Wirkung zeigt. Gleichzeitig gewinnen sie Einblicke in strukturelle Herausforderungen, etwa bürokratische Prozesse, die Zeit und Ausdauer erfordern. „Unsere Begeisterung für die Natur und die Artenvielfalt am Niederrhein ist noch einmal deutlich gewachsen“, fassen sie zusammen. Unabhängig davon, welchen Weg sie künftig einschlagen, steht für alle fest: Dem Naturschutz werden sie verbunden bleiben.
Das FÖJ und der BFD bei der NABU-Naturschutzstation Niederrhein sind weit mehr als ein Übergangsjahr. Sie bieten jungen Menschen Orientierung, fördern ihre persönliche Entwicklung und stärken ihr Verantwortungsbewusstsein für Umwelt und Gesellschaft. Für Eltern bedeutet das: Ihr Kind sammelt nicht nur wertvolle Erfahrungen, sondern kehrt mit mehr Klarheit, Selbstvertrauen und Engagement zurück. Mehr Informationen bieten die Webseite unter: https://www.nabu-naturschutzstation.de/ein-jahr-naturschutz/.