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Zum Pfingstfest wurde die erhielt die Kapelle am Wolfberg im Rahmen eines Gottesdienstes den Namen Karl-Leisner-Kapelle. Die Gestaötung des Altars und der Stirnwand übernahm Dirk Willemsen.NN-Foto: Rüdiger Dehnen
27. Mai 2024 · Heiner Frost · Kranenburg

Ein Altar aus dem Gefängnis

Der Kranenburger Dirk Willemsen gestaltet Karl-Leisner-Kapelle am Wolfsberg in Nütterden

NÜTTERDEN. Dirk Willemsens Verbindung zum Wolfsberg ist eine, die auch durchs Herz geht. Sein Vater war als Architekt wesentlich am Entstehen der Jugendtagungsstätte Wolfsberg in Nütterden beteiligt..

Im Schatten der Tagungsstätte und durch einen Zaun abgetrennt sieht man eine kleine Kapelle. „Betreten des Grundstücks verboten!“ steht in schwarzer Schrift auf einem weißen Schild. Was früher die Kapelle des Wolfsbergs war und bei der Einweihung Pfingsten 1951 den Petrus Canisius Kapelle trug, kann schon seit vielen Jahren nicht mehr betreten werden.

So wurde aus dann aus einer ehemaligen Turnhalle am Wolfsberg eine (Ersatz) Kapelle, die kürzlich (auch zu Pfingsten) mit einem feierlichen Gottesdienst auf den Namen „Karl-Leisner-Kapelle“ getauft wurde.

Betritt man den Innenraum, fallen direkt der Altar und die Stirnwand ins Auge. Verantwortlich für die Gestaltung – nun schließt sich der Kreis zum Anfang – ist Dirk Willemsen.

„Der Altar der Kapelle hat früher in der Justizvollzugsanstalt in Kleve gestanden. Dort wurde irgendwann die Kapelle neu gestaltet“, erklärt Willemsen. Der alte Altartisch musste weichen und landete „auf dem Abstellgleis“. Willemsen: „Ich bin nicht ganz sicher, aber ich meine, der Altar stand im Keller der Christus-König-Kirche in Kleve.“

Von dort wurde er nach Kranenburg geholt, wo sich Willemsen um die Restaurierung und farbliche Neugestaltung kümmerte. Auf der Vorderseite sieht man eine symbolische Hostie „Die steht für das Brot des Lebens.“ Auf der Rückseite – stellvertretend für das Wasser des Lebens und als Symbol des Glaubens – Fische. Die Stirnseite der Kapelle hat Willemsen mit einer fünf Meter hohen und zwei Meter breiten Malerei verschönert. „Man merkt, wenn man diese Wand sieht, sofort, dass ich Chagall bewundere“, sagt Willemsen. „Ich habe sehr viel Blau verwendet.“ Die Verbindung zu Karl Leisner sieht Willemsen durch die Herkunft des Altars hergestellt, „der ja ursprünglich in einer Haftanstalt stand.“

Für Willemsen ist die Gestaltung von Kirchenräumen nichts Neues. Der Mann, der jahrzehntelang als Kirchenmusiker in Kranenburg die Orgel spielte, malte nicht nur den neuen Kreuzweg in „seiner Hauskirche“, er entwarf auch deren Altar und bemalte die Gewölbe.

„Als man mich gefragt hat, ob ich etwas für die Karl-Leisner-Kapelle malen will, musste ich nicht lange überlegen. Meine Verbindung zum Wolfsberg ist über meinen Vater entstanden und auch bei Pfarrer Gerd Siebers, dem Wolfsberg-Gründer, bin ich schon als Kind oft gewesen.“ Vergleicht man den von Willemsen entworfenen Altar in der Kranenburger Wallfahrtskirche St. Peter und Paul mit dem in der Leisner-Kapelle, fällt auf, dass die Linienführung eine andere ist. „Bei eigenen Arbeiten bevorzuge ich gerade Linien“, sagt Willemsen und wenn man sich einen Quader als Altar in die Leisner-Kapelle denkt, wäre das Ergebnis perfekt.

Ebenfalls in der Kapelle zu sehen ist eine Holzskulptur von Alfred Heek, die Karl Leisner zeigt. Die Kapelle wird auch künftig als Raum für Gottesdienste und für Meditationen genutzt werden.Heiner Frost
Die frühere Kapelle am Wolfsberg ist seit Jahren nicht mehr zugänglich.NN-Foto: HF

Die frühere Kapelle am Wolfsberg ist seit Jahren nicht mehr zugänglich.NN-Foto: HF

Zum Pfingstfest wurde die erhielt die Kapelle am Wolfberg im Rahmen eines Gottesdienstes den Namen Karl-Leisner-Kapelle. Die Gestaötung des Altars und der Stirnwand übernahm Dirk Willemsen.NN-Foto: Rüdiger Dehnen

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