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Aus bei den Liberalen: Detlef Struckhof sieht zu viele Fehler durch die FDP. Foto: Manfred Limbach
5. August 2024 Von NN-Online · Emmerich

Ehemaliger Emmericher Ratsherr verlässt die FDP

Detlef Struckhof nennt in einem Schreiben die Gründe für seinen Austritt – etwa „die Fehler der Privatisierungen von Infrastruktur ab 1999“

EMMERICH. Auch nach seinem Umzug nach Bad Godesberg hat Detlef Struckhof den Kontakt zu „meinem seinerzeitigen Herzensprojekt, der Stadt Emmerich, nie verloren. Der frühere Ratsherr der FDP machte einst sogar den Vorschlag, der Hansestadt den Namenszusatz „am Rhein“ zu geben. Was damals abgelehnt wurde, ist inzwischen längst Wirklichkeit geworden – ebenso nun der Austritt Struckhofs aus der FDP nach 33 Jahren.

Die FDP sei aus seiner Sicht „lange Zeit die einzige liberale Kraft für Freiheit und Liberalität in Deutschland. Sie hat mein Leben geprägt. Ich war aktiver Teil dieser erfolgreichen Idee“, etwa als Ratsfraktionsvorsitzender in Emmerich. Er habe in dieser Zeit „tolle Politiker kennengelernt: Guido Westerwelle zum Beispiel habe ich in Bonn ‚lieben‘ gelernt. Jürgen W. Möllemann stand ich noch zur Seite, als ihn andere fallen ließen, obwohl sie ihm den Einzug in den Landtag NRW verdankten.“

Sein Herz habe immer „sozial-liberal“ geschlugen, allerdings habe sich dies auch als Hindernis erwiesen. Auch habe er selbst „die Fehler der Privatisierungen von Infrastruktur ab 1999 mitgetragen. Heute stellen wir fest, dass die Privatisierung von Infrastruktur der größte Fehler Deutschlands war. Wir sehen es bei der Bahn, Post, Telekom, Postbank. Gewinne wurden/werden an Aktionäre und hohe Boni an Vorstände ausgeschüttet. Autobahnen, Schulen. Brücken, Straßennetz, Schulen: alles marode, weil nicht in die Pflege investiert wurde/wird, um Schuldenbremsen einzuhalten.“ Dabei werde aus seiner Sicht das Festhalten an der Schuldenbremse „in der Kürze der Zeit nicht helfen, um all die Baustellen anzugehen, die wir haben“.

Auch die Schulpolitik „während der letzten NRW-Regierung mit einer FDP-Schulministerin“ bezeichnet Struckhof als „eine Katastrophe“. Die Folgen: „Tausende Kinder ohne Schulabschluss wegen Corona-Falschmaßnahmen in den Schulen. Sie wurden danach allein gelassen, da sie wegen zu voller Klassen die Abschlussklasse nicht wiederholen konnten. Da bringt es nichts, wenn auf dem Papier Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, die nicht abgerufen werden oder weil das Lehrpersonal fehlt, weil es nicht rechtzeitig in die Ausbildung gebracht wurde.“

So habe er sich in den vergangenen acht Jahren „von der FDP entfremdet“, sagt Struckhof und betont: „Mein Herz schlägt sozial-liberal. Ich bleibe liberal, frei, europäisch.“ Doch gebe es inzwischen „andere Strömungen, die diesbezüglich vielversprechender sind.“

Aus bei den Liberalen: Detlef Struckhof sieht zu viele Fehler durch die FDP. Foto: Manfred Limbach

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