E3 Gipfeltreffen in Goch
Städtepartnerschaft: Besucher aus Redon und Andover waren zu Gast
GOCH. Seit mehr als 60 Jahren hat Deutschland mit dem Elysée-Vertrag einen Freundschaftsvertrag mit Frankreich. Am 17. Juli nun unterzeichneten Bundeskanzler Friedrich Merz und der britische Premierminister Keir Starmer den ersten umfassenden bilateralen Staatsvertrag zwischen den beiden Nationen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
„E3“ – dieses noch ziemlich neue Kürzel, sollte man sich merken. Es steht für die Zusammenarbeit der drei großen westeuropäischen Nationen Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Während man auf Bundesebene noch die offizielle Besiegelung dieser Freundschaft feiert, hat man in Goch längst das Glas erhoben und auf 45 Jahre gelebte Städtepartnerschaft mit dem Städtchen Andover in der schönen Grafschaft Hampshire angestoßen. Am Himmelfahrtswochenende waren dazu englische Gäste in die Weberstadt gereist und parallel dazu Freunde aus dem französischen Redon, das nicht nur Gochs Partnerstadt ist, sondern auch Andovers, sozusagen „E3“ auf lokaler Ebene. Das lange Partnerschaftswochenende wurde mit einem „Icebreaker“ für Gäste und Gastgeberfamilien im Café Schmidthausen eröffnet, wobei von Eis wenig zu sehen war, dafür gab es umso mehr Küsschen, Umarmungen und strahlende Gesichter – und eine herzhafte Brotzeit nach langen Anreisen der Gäste.
Der Brückentag stand dann ganz im Zeichen des Openluchtmuseums in Arnhem, zu dem der Verein für Städtepartnerschaften eine Busfahrt organisiert hatte. Der traditionelle bunte Abend im Hotel Litjes mit Tanz und Musik, einem köstlichen Buffet und viel guter Laune schloss diesen schönen Tag gebührend ab. Für den Samstag hatte sich der Verein für Städtepartnerschaften die Beteiligung der Gocher Bürger gewünscht und wurde nicht enttäuscht! Am Redonplatz sammelten sich zahlreiche Interessierte, um zu verfolgen, wie auf dem Gelände der Bruderschaft Unserer Lieben Frau mehrere Rosensorten gepflanzt wurden, darunter auch die Sorte, die zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft von den Gochern in Redon gepflanzt worden war. Ein festlicher Akt, untermalt von stilvoller Livemusik und ergänzt durch passende Gedichte. Von dort aus ging es für die Gäste und Gastgeber zum Haus zu den Fünf Ringen, wo die Stadt Goch mit einem Sektempfang aufwartete. Bürgermeister Knickrehm hieß die Besucher herzlich willkommen und wandte sich mit einem Grußwort an die Anwesenden, aus dem der folgende Absatz die Bedeutung des Besuchs unterstrich: „…Denn Städtepartnerschaften sollten keine abstrakten Verwaltungsakte sein. Sie sind das, was Europa im Innersten zusammenhält: Menschen, die einander begegnen, voneinander lernen, Unterschiede schätzen und Gemeinsamkeiten feiern. Gerade in einer Zeit, in der das europäische Projekt nicht überall auf Begeisterung trifft, sind solche Verbindungen wichtiger denn je…“
Danach bewirtete die Stadt Goch die „E3“-Gruppe mit einem delikaten Fingerfood-Buffet im Museum und hatte die Band „Recall“ anschließend für alle Gocher Bürger in den Museumsgarten eingeladen, wo internationale Evergreens zum Mitsingen und Tanzen animierten. Auch der Wettergott hatte ein Einsehen und wartete mit dem Regen bis zum Ende des Konzerts. Am Sonntag und Montag reisten die Gäste mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck nach Hause.
Der Verein für Städtepartnerschaften Goch blickt auf ein rundum gelungenes Partnerschaftswochenende zurück, zu dessen Erfolg die Stadt Goch, und hier insbesondere die Kultourbühne, durch ihr Engagement maßgeblich beigetragen hat. Dazu ein großes Dankeschön – thank you – merci.
Das nächste „E3“-Gipfeltreffen auf lokaler Ebene wird in Redon stattfinden – von dort liegt bereits eine Einladung für das Himmelfahrtswochenende 2026 vor. Weitere Infos zu den Städtepartnerschaften findet man jederzeit auf: www.vsp-goch.de
Franziska Linnemann (Vorsitzende des Vereins für Städtepartnerschaften Goch), Bürgermeister Ulrich Knickrehm und Nadine Bayou (Vorsitzende des Comité de Jumelage de Redon, v.l.). Foto: privat