DSD fördert Haus Caen mit 50.000 Euro
Ziele sind die Erneuerung des Barockgartens und die gartenhistorische Aufwertung des Schlosshofs
STRAELEN. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt für die Erneuerung des Barockgartens und die gartenhistorische Aufwertung des Schlosshofs von Haus Caen in Straelen einen Fördervertrag in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung. Diese Unterstützung verdankt sich zahlreichen Spenden sowie den Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.
Geschichte und Architektur von Haus Caen
Das Ensemble von Haus Caen, welches sich an der Straße von Wachtendonk nach Straelen befindet, liegt auf mehreren Inseln. Es besteht aus dem Herrenhaus, einer vierflügeligen Vorburg, dem Wirtschaftshof mit Fachwerkscheune, dem Taubenturm, einer Wassermühle sowie dem zehn Hektar großen Landschaftspark. Ursprünglich als wasserumwehrte Hoffeste im 14. Jahrhundert erwähnt, wurde ab 1660 ein Herrenhaus im Stil französischer Pavillonschlösser errichtet. In dieser Zeit wurden auch das wasserführende Grabensystem und die barocke Gartenanlage auf der südlichen Insel angelegt.
Vom Barock zum englischen Landschaftspark
Im 18. Jahrhundert erfuhr das Herrenhaus eine Umgestaltung zu einer Maison de Plaisance. Um 1830/1840 beauftragte Carl Ludwig Franz von Varo den königlichen Gartenbaudirektor Maximilian Friedrich Weyhe mit der Gestaltung eines englischen Landschaftsparks. Dabei wurden Elemente des Vorgängergartens, wie das Alleensystem, integriert. 1876 fiel Haus Caen an die Freiherrn Geyr von Schweppenburg, die es bis 2007 bewohnten.
Zur Anlage gehört ein zehn Hektar großer Landschaftspark.
Neuere Entwicklungen und zukünftige Pläne
Im Jahr 2020 erwarb die Familie Overlack das Ensemble. Sie plant, die Anlage instand zu setzen und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Park soll dabei das Herzstück bilden, ergänzt durch Gastronomie und eine Weyhe-Werkdokumentation.
Bedeutung des Parks für die Gartenarchitektur
Der heutige Park, angelegt von Maximilian Friedrich Weyhe, zeichnet sich durch die Verwendung von Pflanzen aus einer eigenen Baumschule aus. Er ist geprägt von Wasserläufen und Teichen, gespeist aus der nahen Niers, sowie von seltenen Gehölzen und einem historischen Blutbuchenbestand. Der Park hat wichtige Impulse für die europäische Gartenarchitektur geliefert, insbesondere durch die Verbindung von künstlerisch gestalteten Parkflächen mit land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen. Aufgrund der botanischen Vielfalt haben sich seltene Vogelarten angesiedelt, weshalb die Umgebung des Herrenhauses 1955 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde.
Haus Caen gehört zu den über 900 Denkmälern in Nordrhein-Westfalen, die die DSD aus privaten Spenden, ihren Treuhandstiftungen sowie Mitteln von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale fördern konnte.