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Simone Drensler an ihrem neuen Arbeitsplatz, der Kirche der evangelischen Kirchengemeinde Xanten. NN-Foto: SP
15. September 2022 · Kurzmitteilungen

Drensler möchte Kontakt zur Gemeinde stärken

Die evangelische Kirchengemeinde Xanten hat eine neue Pfarrerin

XANTEN. Bei der Ausschreibung der neuen Pfarrerstelle hat die Evangelische Kirchengemeinde Xanten nichts beschönigt. „Sie war sehr ehrlich“, sagt Simone Drensler, „Die Kirchengemeinde hat offenkundig geschrieben, dass es ihr nach der Corona-Zeit nicht gut gehe. Es war keine Glanzausschreibung, sondern eine ehrliche. Als ich sie im Amtsblatt gesehen habe, hat sie direkt ein Herzklopfen bei mir verursacht.“

Die 50-Jährige bewarb sich ausschließlich auf die freie Stelle in Xanten und setzte sich nach unzähligen Verfahren durch. Seit dem 1. August ist sie nun die neue Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde in Xanten und nimmt als solche gleich zu Beginn ebenfalls kein Blatt vor den Mund.

„Ich kommuniziere sehr offen und spreche Dinge gerne an“, sagt Drensler unmissverständlich. Gerade deshalb habe die Ausschreibung so gut zu ihr gepasst. „Es ist doch immer eine Chance, wenn jemand von außen kommt. Konstruktive Kritik kann Dinge verändern, sie darf nur nie destruktiv sein“, sagt Drensler. Das sieht auch das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Xanten so, weshalb sie sich am Ende eines langen Verfahrens auch für Drensler aussprach.

Schon früh wusste Simone Drensler, dass sie Pfarrerin werden möchte. „Mit sechs Jahren hat mich der Religionsunterricht in der Grundschule so begeistert, dass ich Pfarrerin werden wollte. Unser Religionslehrer hat damals viele Geschichten erzählt, die uns vermittelt haben, dass wir gut sind, so wie wir sind. Wir hingen alle an seinen Lippen“, sagt Drensler. Die positive Message, die er rübergebracht habe, habe sie als Kind tief beeindruckt. In ihrer damaligen Vorstellung habe sie als Pfarrerin ebenso schöne Worte vermitteln wollen.

Maßgeblichen Anteil an ihrem Berufswunsch, der sie bis zum Abitur begleiten sollte, habe auch ihre Heimatgemeinde, die Evangelische Kirchengemeinde in Goch, gehabt. „Dort war ich schon als Jugendliche sehr aktiv. Mein Konfirmandenunterricht damals war sehr spirituell und hat mir sehr viel gegeben. Man hat sich wertgeschätzt gefühlt. Wir haben die Gemeinde auch gelebt und es war sehr bereichernd. Das hat quasi die Grundlage für mein Theologie-Studium gelegt“, sagt Drensler.

Zuletzt war die Mutter einer neunjährigen Tochter in Kerpen und im Kirchenkreis Köln-Süd als Pfarrerin am Berufskolleg in der Erteilung von Evangelischer Religionslehrer und als erste stellvertretende Superintendantin/Assessorin aktiv. Den Großraum Köln wollte sie mit ihrer Familie aber schon länger verlassen. „Die Massen an Verkehr waren mir zu viel. Diese große Anonymität war außerdem sehr anstrengend in den vergangenen Jahren für mich. Ich wollte auch wieder zurück in meine Heimat, um wieder näher an der Familie zu sein“, begründet Drensler, deren Eltern nach wie vor in Goch leben. Seit dem 1. August wohnt sie nun mit ihrem Mann und ihrer Tochter im Pfarrhaus an der Hochstraße in Xanten.

Ihr evangelischer Glaube helfe ihr immer enorm, sich möglichst schnell in neuen Umgebungen einzuleben. „Wenn ich in eine neue Stadt komme, gehe ich als erstes immer zur Kirchengemeinde. Dort lernt man Menschen kennen. Die Gemeinde ist Heimat“, sagt Drensler. Genauso wolle sie auch ihre neue Arbeit als Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde in Xanten angehen. „Die Türen müssen sehr weit offen sein. Wir brauchen eine gute Willkommenskultur“, sagt Drensler. Als Pfarrerin sehe sie sich vor allem im Austausch mit der Kirchengemeinde. „Ich möchte in Kontakt sein, auch mit den Seniorenheimen, und möchte mit offenen Augen und Ohren durch die Gemeinde gehen sowie eine Ansprechpartnerin sein und Menschen in Kontakt bringen“, sagt Drensler, der auch die Jugend- sowie Konfirmandenarbeit sehr am Herzen liegt. Dabei wolle sie niemanden sagen, wie Glauben funktioniere. Der Glauben und die Bibel seien vielmehr ein Fundament, auf das jeder aufbauen könne. Ein Zweifel an Gott und zum Glauben gehöre aber dazu. „Zweifel muss man zulassen“, meint Drensler.

Die Kirchengemeinde solle den Menschen jedoch Halt und Orientierung geben, sie trösten und stärken. Die Seelsorge sei daher für sie ein ganz wesentlicher Bestandteil. Dabei gehe es darum, bei Beerdigungen, Taufen, Trauungen, Konfirmationen und den Gottesdiensten die richtigen Worte sowie in schwierigen Zeiten auch tröstende Worte zu finden. Allerdings brauche das auch Zeit. „Zu den Aufgaben einer Pfarrerin gehört neben der Seelsorge und dem Predigen auch die Diakonie sowie zentrale, pastorale Dienste. Die Verwaltungsaufgaben sollten primär aber beim Presbyterium liegen, damit die Pfarrerin auch Zeit für die Gemeinde hat“, sagt Drensler. Sie selbst habe große Lust darauf, die Gemeinde zu gestalten und zu leben sowie Neues auszuprobieren, damit die Kirchengemeinde nicht aus dem gesellschaftlichen Leben irgendwann verschwinde.

Simone Drenslers offizieller Einführungsgottesdienst ist am kommenden Sonntag um 15 Uhr in der Evangelischen Kirchengemeinde, Kurfürstenstraße 3 in Xanten.

Sabrina Peters

Simone Drensler an ihrem neuen Arbeitsplatz, der Kirche der evangelischen Kirchengemeinde Xanten. NN-Foto: SP

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