Dr. Barbara Hendricks zu Gast in den Amani-Kinderdörfern
Schirmherrin besuchte erstmals die Kinderdörfer des Gelderner Vereins in Tansania
Abseits der Touristenzentren des ostafrikanischen Landes, im Hochland der Provinz Iringa, befinden sich die Kinderdörfer des Vereins Amani Kinderdorf. Das Kinderdorf Kilolo ist rund 40 Kilometer von der Provinzhauptstadt Iringa entfernt und entstand vor 23 Jahren. Das zweite Kinderdorf Kitwiru, am Stadtrand von Iringa gelegen, konnte 2016 fertiggestellt werden. Die Kinderdörfer bieten 160 Kindern Platz und schenken ihnen Sicherheit, Geborgenheit und die Chance auf Bildung.
„Es war schön, den Alltag der Kinder hautnah zu erleben. Ob bei der Bohnenernte, beim Fegen, Wäsche waschen, aber auch beim Fußball spielen und Tanzen, dieses Miteinander zu erleben, hat uns beeindruckt“, so Barbara Hendricks. Zu den Stationen der Reise mit Marlies Deutskens und Manfred Joseph zählten auch Besuche in den umliegenden Schulen, beim Sozialamt der Stadt Iringa sowie in der Stadtverwaltung Kilolos. Der Empfang beim Bischof der Diözese Iringa, der dem Amani-Verein von Beginn an eng verbunden ist und das Grundstück für das erste Kinderdorf Kilolo zur Verfügung stellte, sowie beim Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Dar es Salaam, Thomas Terstegen, gehörten zu den Highlights des offiziellen Besuchsprogramms.
Im Fokus des Tansania-Aufenthalts stand darüber hinaus die Durchführung des „Freiwilligen-Seminars“ in Kilolo. Julie Mansfeld, eine ehemalige Freiwillige, und Marlies Deutskens moderierten diese Veranstaltung, deren Ziel es ist, die partnerschaftliche Zusammenarbeit zu stärken und den Freiwilligendienst als Lerndienst zu verankern. Jeweils im August bietet Amani Kinderdorf sieben jungen Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren, die nach der Schule oder im Anschluss an eine handwerkliche Ausbildung ein Freiwilliges Internationales Jahr (FIJ) absolvieren wollen, Freiwilligenstellen in Tansania an. Die über den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „Weltwärts“ vermittelten und finanzierten Stellen sind auf 13 Monate ausgelegt.
„Ich bin beeindruckt, dass dieses Projekt seit mehr als 20 Jahren gut funktioniert. Die Kinder werden gut versorgt und erhalten eine gute Bildung. Vor dem Hintergrund sich verändernder Anforderungen zum Beispiel im Berufsleben wird vom Verein immer überprüft, ob das Leben in den Kinderdörfern diesen Anforderungen entspricht“, hebt Hendricks anerkennend hervor. Für Manfred Joseph steht im Vordergrund, dass die Kinder „fit for life“ sind. „Sie sollen nicht auf einer Insel aufwachsen, sondern auf das Leben in der tansanischen Gesellschaft vorbereitet werden“, erläutert er. Auch Marlies Deutskens ist es wichtig, dass das Kinderdorf nicht isoliert dasteht. „Wir stehen in engem Kontakt mit den Schulen in der Umgebung der Kinderdörfer und soweit es unsere finanziellen Mittel zulassen, unterstützen wir diese. Etliche Klassenräume, ein Labor, eine Mehrzweckhalle, eine Toilettenanlage und ein Lehrerzimmer konnten gebaut werden.“ Sie betont die gute Zusammenarbeit mit dem Sozialamt und die wichtige Rolle, die die tansanischen Dorfleiterinnen, die Hausmütter und weitere Angestellte spielen. 38 tansanische Angestellte kümmern sich um die Belange der Bewohner und ihren Alltag. Auch das eine große Verantwortung.
Mit vielen Wünschen im Gepäck kehrten die drei zurück. „Es bleibt viel zu tun und wir hoffen auf breite Unterstützung durch Spenden und Patenschaften. „Diese Kinder haben eine Chance verdient“, war das Fazit der drei Reisenden. Von den aktuell betreuten 160 Kindern der Dörfer befinden sich zwölf Jugendliche in einem Studium, neun absolvieren eine Berufsausbildung. „Und alle brauchen uns!“
Besuch beim Bischof: (v.l.) Serafina Chodota, Dorfleiterin, Brother Christopher Chavalla, Brown Mdemu, Buchhalter, Dr. Manfred Joseph, Marlies Deutskens, Bischof Rt.Revd. Tarcisius Ngalalekumtwa, Dr. Barbara Hendricks, Aika Shayo, Sozialpädagogon, Eliza Mwakabanga, Dorfleiterin und Phoebe Rubin, Freiwillige.Foto: Marlies Deutskens