Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere InformationenCookies Auflistung
Luca Holkenborg und Ally Venable spielen Gitarre in Geldern
26. März 2026 Von NN-Online · Geldern

Doppelkonzert beim Culturkreis Gelderland

Luca Holkenborg und Ally Venable begeisterten mit ihren Bands die Musikfans in Geldern

GELDERN. Der prall gefüllte Joker in Geldern erlebte nicht nur einen zuschauermäßig äußerst erfolgreichen Blues-Abend, sondern auch von der musikalischen Qualität her wurde absolute Spitzenklasse geboten.

Was den Hauptact des Abends betraf, die Ally Venable Band aus Texas, konnte man schon im Voraus ziemlich sicher sein, dass hier Top-Qualität geboten wird, aber dem Auftritt der Vorband, der „Luca Holkenborg Band“ wurde von einigen Besuchern eine gewisse Skepsis entgegengebracht, handelte es sich beim Protagonisten doch um ein erst 16-jährigen Musiker. Doch schon mit ihrem Opening „Scuttle Buttin“, einem Instrumental-Blues ihres musikalischen Idols Stevie Ray Vaughn, brachten sie bereits innerhalb weniger Minuten das richtige Blues-Feeling von der Bühne rüber ins Publikum, so dass eine fröhlich-gespannte Aufmerksamkeit auf den Rest ihres Programms entstand.

Es folgten einige gesangsorientierte Blues-Stücke von Genre-Größen wie John Mayer, Josh Smith und den Red Devils, wobei Lucas Stimme und sein geniales Gitarrenspiel kongenial von seinen beiden etwas älteren Bandkollegen aus Helmond, Theo Jacobs am Bass und John van Lanen am Schlagzeug, optimal unterfüttert wurde. In der zweiten Hälfte ihres Auftritts stand dann eindeutig Stevie Ray Vaughn wieder im Mittelpunkt des Geschehens, Mit „So Excited“, „Commit a crime“ und „Sky is crying“ holten sie wahre Beifallsstürme aus dem Publikum heraus. Kurz vor dem Abschluss ihres intensiv gefeierten Auftritts brachte die Luca Holkenborg Band mit der schnellen Freddie King-Nummer „Boogie Funk“ das Publikum noch mal auf absolute Hochtouren. Eine Zugabe wurde somit unvermeidlich. Mit dem „Catfish Blues“ von Gary Clarke gelang ihnen dann auch ein Rausschmeißer allerfeinster Kategorie. Die „LHB“ hinterließ ein restlos zufriedenes Publikum, das nun gespannt darauf wartete, wie die Ally-Venable-Band die Topleistung ihrer Vorband übertreffen könnte.

Texanischer Lokalkolorit

Die 26-jährige Ally Venable aus Kilgore/Texas brachte schon sieben Jahre Bühnenerfahrung mit. Wie ihre Vorband hat sie eine musikalische Vorliebe für Stevie Ray Vaughn, was (nicht nur) mit einem gewissen texanischen Lokalkolorit erklärbar ist. Auch bei ihrer Band handelt es sich um ein Trio, unterstützt wurde sie von E.J. Bedford am Bass und Isaac Pulido am Schlagzeug. Ally Venable hat auch schon mehrere Blues-Alben veröffentlicht, unter anderem Texas Honey (2019), Heart of Fire (2021), Real Gone (2023) und Money and Power (2025), so dass die Band aus einem reichhaltigen Repertoire schöpfen kann. Eigenkompositionen stehen klar im Vordergrund, wobei sich die Band auch schon mal – außer Stevie Ray Vaughn – an andere Blues- und Rockgrößen heranwagt, zum Beispiel Jimi Hendrix. Es galt also, möglichst viele Highlights in die zur Verfügung stehende Zeit von 90 Minuten unterzubringen, die die Band ohne Pause durchspielte. Schon mit ihrem ersten Stück, der Eigenkomposition „Unbreakable“, war das Eis gebrochen, das Publikum bekam das richtige Feeling vermittelt und war innerhalb weniger Minuten auf Betriebstemperatur. Ein weiterer Höhepunkt in dieser fast nur aus Höhepunkten bestehenden Show war der unerwartete Auftritt von Luca Holkenborg im vierten Stück der Set List „Texas Louisiana“, wobei Luca in einem Gitarren-Zwiegespräch mit Ally durchaus „Rede und Antwort“ stehen konnte.

Im zweiten Teil ihres Auftritts setzte Ally dann zunehmend auf den Einsatz ihres Wah-Wah Pedals, das ihrem Gitarrensound eine spezielle Note verlieh. In „Feel That Sting“ zog Ally dann noch eine Trumpfkarte : sie hatte einen Mini-Synthesizer auf dem Bühnenboden vor ihr aufgebaut, dessen Klang-Effekte sie ausgiebig in den Verlauf ihres langen Stückes einbaute. In „Fire“ wagte sich das texanische Trio an eine Jimi Hendrix-Interpretation heran, wobei E.J. Bedford von seinem fünfsaitigen Bass auf einen sechssaitigen umstieg, um ein Maximum aus seiner ausgiebigen Basslinie herauszuholen. Mit „Lenny“ gab es noch eine explizite Reminiszenz an Stevie Ray Vaughn, bevor mit den extrem fetzigen „Ain‘t That A Bitch“ und der Zugabe „Real Gone“ ein Blues Abend der absoluten Extraklasse ausklang. Es gab wohl keinen Zuschauer, der nach zweieinhalbstündigem Blues-Rock vom Allerfeinsten nicht restlos begeistert in die leicht frostige Gelderner Frühlingsnacht Richtung Heimat abdampfte.

Luca Holkenborg und Ally Venable überraschten das Publikum mit einem gemeinsamen Song. Foto: Joachim Brookes | RockTimes

Prospekte
weitere Artikel