Die Sogkraft des Gegenübers
Moyland zeigt: Brigitte Waldach im Dialog mit Joseph Beuys
MOYLAND. Vom 20. September bis zum 28. Februar sind in Moyland Werke der in Berlin lebenden Künstlerin Brigitte Waldach zu sehen. Titel der Ausstellung: „Brigitte Waldach im Dialog mit Joseph Beuys“.
Längst hat sich gezeigt, dass der Begriff „Dialog“ im musealen Kontext von Moyland zwar eine Art Gedankenaustausch ist – jedoch treten in hier lebende Künstler in Dialog mit einem, der zwar 1986 bereits verstarb, aber die Kunst bis ins Jetzt beeinflusst hat. Waldachs künstlerische Reaktionen auf Leben, Werk und Gedanken des Mannes mit Hut und Anglerweste – klein- und großformatige Zeichnungen und eine Soundcollage – bewirken zweierlei: Sie bieten einerseits Gelegenheit, neue „Blick- und Denkachsen“ in Bezug auf Beuys zu entdecken und sind andererseits absolut faszinierende und höchst eigenständige künstlerische Äußerungen, die zu entdecken ein echter Lustgewinn ist.
Brigitte Waldach tritt in Dialog mit Joseph Beuys. Foto: Rüdiger Dehnen
„Waldachs Arbeiten repräsentieren“, heißt es in einem Text zur Ausstellung, „anders als bei den vorherigen Variationen und Künstler:innen dieses Formats verstärkt das Medium Zeichnung. Wie Beuys entwickelt Waldach künstlerische Theorie und Praxis in der gedanklichen Zusammenführung von Zeichnen, Sprache und Denken.“ Waldachs Arbeiten sind gleichzeitig Unterhaltung mit der „Denkvorlage Beuys“ und Unterhaltung – unterhaltend. Eben so entsteht ein Mehrwert, der die Ausstellung zum Erlebnis macht und, quasi im Rückspiegel, Beuys und sein Werk ausleuchtet.
Brigitte Waldach vor ihren großformatigen Arbeiten.