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Peter Wolters war zehn Jahre lang Chef des größten Berufskollegs des Landes NRW. NN-Foto: HF
4. Juli 2025 · Heiner Frost · Kleve

Die Nachfolge ist geregelt

Zehn Jahre hat Peter Wolters das Berufskolleg Kleve geleitet, jetzt ist Schluss

KLEVE. Peter Wolters sieht nicht aus wie einer, der gerade die letzte Runde im Berufsleben dreht, aber: Zum Schuljahresende wird der Leiter des größten Berufskollegs (4.500 Lernende, 190 Lehrende) in Nordrhein-Westfalen verabschiedet.

Zehn Jahre hat Wolters das Berufskolleg geleitet. Zum Ausklang von Laufbahn und Schuljahr soll nun – am vorletzten Schultag – mit den Schülern und vielen Gästen gefeiert werden. Wolters‘ Schullaufbahn begann mit einem Referendariat im Sauerland. Als Niederrheiner im Sauerland zu arbeiten – „das war schon eine harte Nummer“, scherzt Wolters. Studiert hat er in Aachen (Maschinentechnik) und in Köln (Sonderpädagogik mit Schwerpunkt Lernen). 2001 kam Wolters vom Berufskolleg Wesel nach Kleve, bewarb sich als Abteilungsleiter Technik, bekam die Stelle und bewarb sich 2014 um den Posten des Schulleiters. Er bekam ihn. Dazu am 25. April die Urkunde.

„Schulleitungserfahrung hatte ich nicht. Das war also der Sprung ins kalte Wasser“, blickt er zurück. Zu den Besonderheiten eines Berufskollegs gehöre es, sagt Wolters, „dass wir sehr viele Bildungsgänge betreuen“ und dass es für jeden Bildungsgang eine eigene Prüfungsordnung gebe. „Dazu kommen sehr viele Kontakte zu den verschiedenen Handwerkskammern und Innungen.“

4.500 Lernende werden am Berufskolleg unterrichtet. Dass der Chef nicht alle kennt, ist irgendwie klar. Aber kennen denn alle den Chef? „Darauf würde ich nicht wetten“, sagt Wolters. Immerhin führt er regelmäßig auch die Pausenaufsicht. Kontakt zur Basis.

Natürlich laufe in einem Betrieb dieser Größenordnung nicht immer alles reibungsfrei. Zu den ganz großen Herausforderungen zählten, so Wolters, immer wieder Personalgespräche. Wenn es um Beförderungen geht, stehen regelmäßig auch Unterrichtsbesuche an.

Blickt Wolters zurück, spricht er über zwei weitere große Herausforderungen: „Das war zum einen Corona und zum anderen die Sanierung der Gebäude im laufenden Betrieb. Corona haben wir, denke ich, wirklich gut gemeistert. Und was die Sanierung angeht: Das ging ja sechs Jahre am Stück. Das ging – vor allem für die Kollegen – auf die Knochen und irgendwann sagt man dann: Jetzt muss es mal gut sein.“

Wenn einer geht, muss jemand nachrücken. „Eine Schule wie unsere kann ja nicht ohne Führung sein.“ Bereits vor drei Jahren habe man das erstmals thematisiert. Die Nachfolge – aus dem Haus heraus – sei in trockenen Tüchern, „aber offiziell ist das ja erst, wenn die Urkunde übergeben wird“. Wenn einer aufhört, geht es – siehe oben – um Vergangenheiten, aber auch die Zukunft ist Thema. Wie sieht einer wie Wolters den Vormarsch der künstlichen Intelligenz? Ein Stichwort fällt: Handlungsorientiertes Lernen. „Dabei handelt es sich um eine pädagogische Methode, die darauf abzielt, Lernenden durch aktives Handeln und praktische Anwendung Wissen und Kompetenz zu vermitteln. Statt reiner Wissensvermittlung wird hier der Fokus auf die Entwicklung von Handlungskompetenz gelegt, indem Lernende in realitätsnahe Situationen eingebunden werden und eigenständig Probleme lösen“ – die Erklärung findet sich im Internet. Wolters: „Das ist ja nichts Neues – damit bin ich als Lehrer groß geworden.“ Trotzdem habe er mitunter den Eindruck, dass handlungsorientiertes Lernen noch nicht überall angekommen sei. „Wenn Sie Schüler so unterrichten, dann können die ja nicht einfach KI nutzen, denn es geht zunächst einmal darum, die richtigen Fragen zu stellen.“ Apropros Fragen: Die Frage nach der Zukunft des Lehrens und Lernens muss Wolters sich nicht mehr stellen. Für ihn ist Schluss. Auf die Feier mit Schülern, Kollegen und vielen Gästen freut sich Wolters schon jetzt. Und dann? Radfahren, Wandern, Motorräder restaurieren. Prognose: Langweilig wird‘s wohl eher nicht.

Peter Wolters war zehn Jahre lang Chef des größten Berufskollegs des Landes NRW. NN-Foto: HF

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