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In der ersten konstituierenden Sitzung erklären Melanie Roeloffs Monteiro (l.) und Corinna Cloosters den Abgeordneten die Grundsätze und Rahmenbedingungen des Kinderparlamentes. Foto: CV Kleve
4. April 2024 Von NN-Online · Kleve

„Die Münze“ in Kleve hat jetzt ein Kinderparlament

Gründung durch die Kinder und Jugendlichen, die in „Die Münze“ leben

KLEVE. Da sitzen sie nun und wissen noch gar nicht so genau, was mit ihnen in den nächsten anderthalb Stunden geschieht. Leonie* und Ben*, Anna* und Alex*, Lia* und Florian*, Ole* sowie Malinka*, Theo*, Chantal*, Samuel*, Mia* und Nele*. 13 Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 17 Jahren. Sie alle sind Abgeordnete des ersten Kinderparlaments der „Münze“ in Kleve.

„Die Münze“ ist das ehemalige städtische Kinder- und Waisenheim der Stadt Kleve, das seit 1980 in Trägerschaft der Caritas liegt. In der teilstationären und stationären Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfeeinrichtung finden bis zu 59 Mädchen und Jungen mit und ohne Handicap einen sicheren Lebensort. Mit all ihren Stärken und Schwächen können sie sich dort entfalten.

„Ihr Wohl und ihr Schutz stehen im Vordergrund, wir legen aber auch viel Wert auf Beteiligung“, sagt Melanie Roeloffs Monteiro, Erzieherin in der Tagesgruppe. Zusammen mit ihrer Kollegin Corinna Cloosters und ihrem Kollegen Kevin Wanders hat sie das erste Kinderparlament der Münze organisiert. Es ist Teil des großen Kinderrechte-Projektes, das seit anderthalb Jahren aktiv in der Einrichtung gelebt wird. Sich einbringen, mitbestimmen und entscheiden – das sollen die Abgeordneten der Münze. Dazu hat jede Wohngruppe vorab zwei Vertreter gewählt. Auch die Tagesgruppe hat einen Abgeordneten entsendet. „Sie sind sozusagen das Sprachrohr der jeweiligen Gruppe“, erklärt Cloosters. Unterstützt werden sie dabei vom pädagogischen Fachpersonal der Münze. Denn ihr gemeinsamer Auftrag lautet: Im Sinne aller Kinder und Jugendlichen sollen 300 Euro verplant werden.

Selbst verdientes Geld

Geld, das sich die Kinder und Jugendlichen beim Frühjahrsputz im Kreis Kleve selbst verdient haben. „Jetzt sollen sie auch entscheiden, wofür es ausgegeben wird“, sagt Melanie Roeloffs Monteiro. Erste Ideen sprudeln bereits nach wenigen Minuten aus den Kindern heraus. „Gemeinsam Pommes essen“, sagt ein Abgeordneter zum Beispiel. Ausflüge, neues Spielzeug für den Garten, eine Übernachtungsparty oder ein Tag der offenen Tür, zu dem alle Interessierten eingeladen werden, werden ebenfalls genannt.

Doch so weit ist das Kinderparlament noch nicht. In der ersten konstituierenden Sitzung erklären die Erzieherinnen Melanie Roeloffs Monteiro und Corinna Cloosters den Abgeordneten erstmal einmal die Grundsätze und Rahmenbedingungen des Kinderparlamentes. „Es geht nicht nur um eine Idee, sondern auch um Wünsche und Meinungen. Vor allem aber sollen die Kinder durch ihre Tätigkeit im Parlament Selbstwirksamkeit und Wertschätzung erfahren. Durch ihre Abgeordnetentätigkeit werden sie in Entscheidungs- und Abstimmungsprozessen eingebunden und lernen so Demokratie, Mitbestimmung und Verantwortung“, sagt Melanie Roeloffs Monteiro. Sie beschreibt einen Prozess, der viel mehr ist als nur das Ausgeben von 300 Euro.

Mit der Wahl des Moderators, des Rede- und Zeitwächters sowie einer Hausaufgabe und einer Abschlussrunde endet das erste Kinderparlament. Zwei weitere Sitzungen werden folgen.

* „Die Münze“ bietet Mädchen und Jungen mit und ohne Handicap einen sicheren Lebensraum. Zum Schutz der Kinder sind ihre Namen geändert.

In der ersten konstituierenden Sitzung erklären Melanie Roeloffs Monteiro (l.) und Corinna Cloosters den Abgeordneten die Grundsätze und Rahmenbedingungen des Kinderparlamentes. Foto: CV Kleve

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