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Engagieren sich für den Erhalt der Alten Kirche in Herongen: (hintere Reihe, v.l.) Ortsvorsteherin Annemarie Fleuth, Bürgermeister Bernd Kuse, Elisabeth Schmitz (Kirchenvorstand), Hans-Josef Aengenendt (Kirchenvorstand), (vorne, v.l.) der Vereinsvorstand mit Manuela Ingenhaag, Saskia Rexroth-Flocken, Rita Aengenendt, Margret Schlüpen-Peeters, Peter Heykamps, Norbert Holzweiler und René Driessen.
30. Oktober 2024 · Andrea Kempkens · Straelen

Die Kirche bleibt im Dorf

Der Verein „Alte Kirche Herongen“ setzt sich für den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes ein

HERONGEN. „Die Kirche bleibt im Dorf“ - unter diesem Motto engagieren sich Heronger Bürger seit nunmehr zwei Jahren für den Erhalt der alten Kirche in Herongen. Das Bistum Münster hatte die Kirchengemeinde informiert, dass es sich nicht länger in der Lage sieht, zwei Kirchen im Heronger Ortskern zu unterhalten. Die alte Kirche sollte verkauft werden. Um einen Verkauf an einen fremden Investor zu verhindern, beziehungsweise einem möglichen Verfall des Gebäudes entgegen zu wirken, entschlossen sich engagierte Bürger im September 2022 zur Gründung eines Vereins mit dem Ziel, das denkmalgeschützte Gebäude für Herongen und seine Bürger dauerhaft zu erhalten.

Am 19. April 2023 gründeten rund 50 Bürger den Verein „Alte Kirche Herongen“. Der Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde St. Marien stimmte dem Verkauf des Kirchengebäudes, des Inventars und des Grundstücks an den Verein für einen symbolischen Euro zu. Am 26. August 2024 konnte der Notarvertrag unterzeichnet werden - nach „langen und schwierigen Verhandlungen“, wie Norbert Holzweiler, 1. Vorsitzender des Vereins, betont. Schließlich sei es auch für das Bistum ein Novum gewesen, dass ein Verein ein Kirchengebäude kauft. „Mit dem Vertrag verpflichten wir uns, das Gebäude als Ganzes zu erhalten“, führt Holzweiler aus. Das Kirchengebäude und der zentrale Platz soll den Bürgern zukünftig als Begegnungsstätte zugänglich bleiben. Kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen, Vorträge, durchgeführt vom Kulturring Straelen, sollen das Gebäude beleben und auch standesamtliche Trauungen möchte die Stadt Straelen hier anbieten. Hiesige Vereine sollen die alte Kirche ebenfalls für Veranstaltungen nutzen können. Am 3. Februar 2024 hat Weihbischof Rolf Lohmann die Alte Kirche St. Amandus profaniert. (Schul)Gottesdienste und Andachten werden auch zukünftig in dem traditionsreichen Gebäude stattfinden können.

„Unterstützung erhalten wir bei unseren Planungen seitens der Stadt Straelen und des Kirchenvorstandes mit jährlich jeweils 5.000 Euro“, führt Peter Heykamps, 2. Vorsitzender, aus. Dieses Geld werde für die Unterhaltung des Gebäudes benötigt, unter anderem für Strom, Gas und Versicherung. Als Sponsoren konnte der Verein zudem bereits die Jubiläumsstiftung der Sparkasse der Stadt Straelen und die Volksbank-Stiftung gewinnen. „Um Veranstaltungen in der Alten Kirche durchführen zu können, benötigen wir sanitäre Anlagen und einen barrierefreien Zugang“, erläutert Heykamps. „Dazu planen wir einen kleinen Anbau, der modern gestaltet werden und sich optisch vom alten Kirchengebäude abheben soll.“ Darüberhinaus sei ein Innenanstrich notwendig und die Elektrik müsse modernisiert werden. „Für den Anbau und die Innenrenovierung rechnen wir mit einem Investitionsvolumen von 180.000 Euro“, sagt Norbert Holzweiler. 70 Prozent der Kosten sollen durch Leader, eine Fördermaßnahme der Europäischen Union zur Entwicklung des Ländlichen Raums, gefördert werden, der entsprechende Antrag liegt der Leader-Region Lei.La (Leistende Landschaft) bereits vor. „Die große Herausforderung für unseren Verein ist es jetzt, die übrigen 30 Prozent, sprich 60.000 Euro zu finanzieren“, betont Peter Heykamps. „Erreichen wollen wir dieses Ziel über ein Drei-Säulen Programm: erstens über Mitgliederwerbung beziehungsweise Mitgliederbeiträge, zweitens über Spenden und Sponsoren und drittens mit einem Zuschuss von der Stadt Straelen in Höhe von 28.400 Euro.“ Ein Antragsentwurf ist bereits erstellt, im Juli dieses Jahres hatte der Verein der Politik den Businessplan vorstellen können. „Die Stadt Straelen und der Stadtrat haben schon früh, im Jahr 2023, ihre Unterstützung zum Erhalt der Alten Kirche in Herongen zugesichert“, betont Straelens Bürgermeister Bernd Kuse. „Uns ist es aber wichtig, bei diesem Projekt von Bürgern für Bürger nur ein Teil der Finanzierung zu sein, daher begrüßen wir sehr das geplante Drei-Säulen-Programm.“

Mitte nächsten Jahres soll mit dem Bau des rund 40 Quadratmeter großen Anbaus, für den auch eine Dachbegrünung vorgesehen ist, begonnen werden. „Wenn alles planmäßig läuft, können wir die sanitären Anlagen vielleicht schon im Dezember 2025 nutzen“, hofft der 1. Vorsitzende. Frühestens im Jahr 2026 werden standesamtliche Trauungen in der Alten Kirche durchgeführt werden können.

„Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele Bürger unsere Idee aktiv unterstützen, damit wir die Alte Kirche in Herongen als Begegnungsstätte erhalten und in die Zukunft bringen können“, betont auch Margret Schlüpen-Peeters, 1. Kassiererin. Ab 15 Euro pro Jahr ist eine Mitgliedschaft im Verein Alte Kirche Herongen möglich, auch Einzelspenden sind immer willkommen. Nähere Informationen gibt es bei Norbert Holzweiler, Telefon 0179/4817934, online unter www.alte-kirche-herongen.de, bei allen Vereinsmitgliedern und auch beim Kleinen Weihnachtsmarkt am zweiten Adventssonntag an der Alten Kirche in Herongen.

Vertragsunterzeichnung zwischen der Stadt Straelen und dem Verein Alte Kirche Herongen.

Vertragsunterzeichnung zwischen der Stadt Straelen und dem Verein Alte Kirche Herongen.

Die Alte Kirche: Das denkmalgeschützte Gebäude ist ein Stück Geschichte und ortsbildprägend für Herongen. Fotos: privat

Die Alte Kirche: Das denkmalgeschützte Gebäude ist ein Stück Geschichte und ortsbildprägend für Herongen. Fotos: privat

Engagieren sich für den Erhalt der Alten Kirche in Herongen: (hintere Reihe, v.l.) Ortsvorsteherin Annemarie Fleuth, Bürgermeister Bernd Kuse, Elisabeth Schmitz (Kirchenvorstand), Hans-Josef Aengenendt (Kirchenvorstand), (vorne, v.l.) der Vereinsvorstand mit Manuela Ingenhaag, Saskia Rexroth-Flocken, Rita Aengenendt, Margret Schlüpen-Peeters, Peter Heykamps, Norbert Holzweiler und René Driessen.

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