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Josef Devers (Vorsitzender des Vereins), Rheinbergs Beigeordneter Dieter Paus, Bernie Abel und Bürgermeister Dietmar Heyde (v.l.) mit dem originalen Stadtwappen, das als Vorlage dienen soll. NN-Fotos (2): SP
18. Juni 2024 · Sabrina Peters · Rheinberg

Die Geschichte Orsoys im Alten Rathaus vereint

Der Verein zur Erhaltung historischer Gebäude und Örtlichkeiten in Orsoy spendet für neues Stadtwappen

ORSOY. Bernie Abels Leidenschaft ist die Geschichte – besonders die des ehemaligen Schifferstädtchens Orsoy. Bis 1974 war Orsoy eine eigenständige Stadt, die heute allerdings zur Stadt Rheinberg gehört. Vor allem Bernie Abel erforscht bis heute alles, was Orsoy betrifft. Im Alten Rathaus hat der Verein zur Erhaltung historischer Gebäude und Örtlichkeiten in Orsoy aus einem Raum in der oberen Etage ein Archiv gemacht, in dem der Verein alles mögliche zur Geschichte Orsoys sammelt. So steht etwa ein Notenschrank aus dem Jahr 1854 des inzwischen aufgelösten Männergesangverein Orsoy in jenem Raum, in dem sich auch sämtliche Ordner über den Männergesangverein befinden.

Etwas wurde aber zuletzt in Orsoy schmerzlich vermisst: Das kupferne Stadtwappen am Rheintor. Dieses letzte seiner Art wurde Anfang des Jahres geklaut und noch nicht wieder neu angebracht. Die Stadt Rheinberg hat zwar drei neue Orsoyer Stadtwappen mit den drei markanten Pferden bestellt, allerdings werden diese aus Blech sein. „Den Aufschrei aus Orsoy konnte man wahrscheinlich bis nach Rheinberg hören“, scherzte Josef Devers, Vorsitzender des Geschichtsvereins, in Richtung von Rheinbergs Bürgermeister Dietmar Heyde und dem Technischen Beigeordneten Dieter Paus. Orsoy sei „wohl nur Blech wert“, hieß es außerdem.

Doch so ist es natürlich nicht. Vielmehr befürchtet die Stadt einen erneuten Diebstahl des wertvollen Orsoyer Stadtwappens aus Kupfer. Dem Verein zur Erhaltung historischer Gebäude und Örtlichkeiten in Orsoy ist dieses Stadtwappen allerdings so wichtig, dass er der Stadt eigenständig 500 Euro zur Anschaffung eines neuen kupfernen Stadtwappens zur Verfügung stellte. „Fährmann Dirk Nowakowski hat kurzfristig sogar noch einen Hunderter draufgelegt“, berichtete Devers. Dies sei ein Anfang, um das Stadtwappen auch in Kupfer neu anzufertigen. Es soll – gut versichert – über dem Eingang des Alten Rathauses angebracht werden. „Da hängt es auch hoch genug, um nicht wieder gestohlen zu werden“, meinte Devers, der im Besitz des Original-Stadtwappens ist. Dieses übergab Devers leihweise als Vorlage an Heyde und Paus, damit es neu in Kupfer gegossen werden kann. Die drei Anfertigungen aus Blech sollen übrigens an beiden Seiten des Rheintors und zusätzlich am neuen Rheinsteiger aufgehängt werden.

Das Stadtwappen ist aber bei Weitem nicht die einzige Aktion, bei der sich der Verein zur Erhaltung historischer Gebäude und Örtlichkeiten in Orsoy mit viel Herzblut engagiert. Auf Initiative des Vereins sind beispielsweise bereits alte Grabsteine vor das Pfarrheim Altes Zollhaus gelegt worden. Auch hat die Stadt den Platz davor bereits in Ordnung gebracht und bepflanzt. „Wir hätten dort aber gerne noch zwei Sitzbänke, denn der Platz bietet eine schöne Aufenthaltsqualität“, sagte Devers. Allerdings habe sich das Vorhaben als schwieriger als zunächst angenommen herausgestellt. Denn der Verein braucht dazu eine deichaufsichtliche Genehmigung, weil der Rhein weniger als 100 Meter entfernt sei. „Die deichaufsichtliche Genehmigung ist jetzt beantragt“, verriet Devers.

Darüber hinaus ist der Verein zur Erhaltung historischer Gebäude und Örtlichkeiten in Orsoy neuer Pächter des ehemaligen alten Fahrkartenverkaufhäuschen auf dem Deich. Dieses ist mit einer Spezialfarbe neu angestrichen worden, damit es besser vor Verunstaltungen geschützt ist. „Wir wollen das ehemalige alte Fahrkartenverkaufhäuschen auch gerne mit Leben füllen. Hier können etwa kleine Kunstaktionen am Wochenende oder Treffen jeglicher Art stattfinden“, sagte Devers. Dazu soll noch eine Stele von etwa acht Metern aufgestellt werden, auf der „Orsoy dankt allen Schiffern“ stehen soll

Zum Ende des Jahres hat der Verein zur Erhaltung historischer Gebäude und Örtlichkeiten in Orsoy zudem noch eine ganz besondere Aktion in Planung: Der Pulverturm in Orsoy soll zur Adventszeit als überdimensionale Kerze dargestellt werden. Der Turm soll dazu in grün angestrahlt werden, während oben eine Fahne wehen, die an einen flackernden Docht erinnern soll. Immer donnerstags soll zudem künftig das Alte Rathaus mit Leben gefüllt werden. Senioren sollen dann über das alte Orsoy berichten. Auch Bilder und andere Dokumente dürften gerne mitgebracht werden. Der Geschichts-Verein erhofft sich von diesen regelmäßigen Treffen wertvolle Informationen.

Sabrina Peters
Das alte Fahrkartenverkaufhäuschen soll mit Leben gefüllt werden.

Das alte Fahrkartenverkaufhäuschen soll mit Leben gefüllt werden.

Josef Devers (Vorsitzender des Vereins), Rheinbergs Beigeordneter Dieter Paus, Bernie Abel und Bürgermeister Dietmar Heyde (v.l.) mit dem originalen Stadtwappen, das als Vorlage dienen soll. NN-Fotos (2): SP

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