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Carla Gottwein im zweiten Innenhof von Haus Aspel. NN-Foto: MB
14. Juli 2022 · Michael Bühs · Rees

Die Atmophäre von Haus Aspel

Neuer Film von Carla Gottwein feiert am 18. Mai im Reeser Bürgerhaus seine Premiere

REES. Dass es am Ende ein Abschiedsfilm werden würde, hatte Carla Gottwein nun wirklich nicht erwartet. „Mein Film sollte einfach die Atmosphäre hier einfangen, aber auch die Verbundenheit der Ordensschwestern mit diesem Ort zeigen“, sagt die Reeser Künstlerin bei einem Besuch auf Haus Aspel. Mit diesem Ziel ging sie das Projekt vor mehr als einem Jahr an. Dann aber kam die Nachricht vom Auszug der Ordensfrauen aus der Gemeinschaft der Töchter vom heiligen Kreuz. „Und nun ist es ein Abschiedsfilm“, sagt Gottwein über „Haus Aspel: Ein beseelter Ort“, der am Mittwoch, 18. Mai, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus in Rees Premiere feiert.

Seit ihrer Masterarbeit in Literatur und Medienpraxis in 2011, für die sie einen Film über den Lyriker Ernst Meister drehte, hat Carla Gottwein bereits zahlreiche weitere Filme geschaffen, zumeist Kurzbeiträge. Alle zwei Jahre aber startet sie ein größeres Projekt – wie aktuell der Film über Haus Aspel. „Während der Corona-Lockdowns waren ja kaum Treffen möglich, stattdessen war ich viel mit dem Rad unterwegs. Dabei kam ich auch immer wieder an Haus Aspel vorbei“, erinnert sich Gottwein. So entstand zunächst die Idee, einen Film über die Ordensschwestern zu drehen. Dann aber änderte sie das Konzept, hin zu einem atmosphärischen Film mit vielen Außenaufnahmen sowie Szenen aus den leerstehenden Räumen und Fluren von Haus Aspel.

Ein halbes Jahr lang drehte Gottwein auf Haus Aspel, fing Szenen zu allen Jahreszeiten ein, führte auch Interviews mit Ordensschwestern. Mit diesen Zeitzeugen „konnte ich einen Teil der Historie von Haus Aspel abarbeiten“. Für die Geschichte der Irmgard von Aspel beauftragte sie den Künstler Julius Reinders, einige Szenen aus dem Leben der Stifterin als Zeichnungen zu malen. Sie dienen zugleich als Überleitung zu Abschnitt über die Irmgardis-Kapelle. „Da hatte ich wirklich Glück“, erzählt Gottwein. „Ich habe die Kapelle gefilmt, bevor der Wintersturm sie beschädigt hat.“

Nicht der einzige Glücksfall für die Reeserin, wie sie selbst sagt. So wollte sie im Sommer vergangenen Jahres eigentlich nur den zweiten Innenhof filmen – und wurde dort stattdessen Zeuge des Konzertes von Cantus Domus im Rahmen des Haldern Pop Festivals. „Das hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm“, gesteht sie lachend. „Ich habe sofort angefangen zu filmen, um diese einzigartige Mischung aus Atmosphäre und Gesang einzufangen. Das war etwas ganz Besonderes.“

Auch die Zeit, die sie allein in den leerstehenden Räumen und Fluren von Haus Aspel filmen durfte, beschreibt sie als ein „echtes Highlight“. Ebenso den Dreh während einer Probe des Ordenschores.

Ergänzt werden die Filmaufnahmen mit historischen Fotos, die zum Teil von Clemens Reinders stammen, seines Zeichens ebenfalls Filmemacher, und zum Teil aus dem Ordensarchiv von Haus Aspel selbst. Die Texte zu den Außenaufnahmen spricht die Schauspielerin Karin Kettling aus Oberhausen. Untermalt werden die Aufnahmen von Musik von Heiner Frost. Der Komponist und Journalist, selbst gebürtiger Reeser, erzählt zudem, wie er als Messdiener eines der Fronleichnamsfeste auf Haus Aspel erlebte.

So ist ein Film entstanden, den Carla Gottwein nicht als Reportage sieht: „Der Zuschauer soll vielmehr das Erlebnis vor Ort nachempfinden können.“ Gewidment ist das Werk den Ordensschwestern, seit deren Auszug aus Haus Aspel feststeht. Bemerkenswert: Am 26. Juni findet das Abschiedsfest statt – und auf den Tag genau vor 40 Jahren fand die Abiturfeier des Jahresgangs von Carla Gottwein auf Haus Aspel statt.

Der Eintritt zur Premiere am Mittwoch, 18. Mai, ab 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr) im Bürgerhaus kostet fünf Euro.Michael Bühs

Carla Gottwein im zweiten Innenhof von Haus Aspel. NN-Foto: MB

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