Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere InformationenCookies Auflistung
Bei Stefan Burs liefen alle Fäden zusammen. Foto: Torsten Barthel
20. November 2025 Von NN-Online · Kleve

„Dido und Aeneas“

Städtische Singgemeinde und Ballettschule Kranenburg begeisterten das Publikum

KLEVE. Am Ende war es stockfinster in der vollbesetzten Klever Stadthalle. Verlöschende Kerzen, Todesstimmung, passend im November der Trauertage. Lara van Offern verhauchte mit ihrem jungen Sopran das Leben der Dido, die sich von Aenas, stimmgewaltig und gefühlvoll gesungen von Timothy Edlin, verraten fühlte.

Für die Städtische Singgemeinde Kleve war der in die Dunkelheit auswendig und präzise intonierte Grabgesang für Dido der Höhepunkt des Abends; sängerisch streuten sie Rosen auf das Grab und sorgten für die Unsterblichkeit der Heldin. Kaum war der letzte Ton verklungen, belohnte ein lang andauernder Beifall den Dirigenten Stefan Burs, die Solisten, das Projektorchester, das Ballett, den Chor und die für die Technik Verantwortlichen. Zuvor gab viel zu sehen und zu hören im klassischen Drama mit der Musik von Henry Purcell. Hexenkessel und Matrosenboot gehörten zur Ausstattung der halbszenischen Aufführung. Gabriele Natrop-Kepser gab die stets optimistische Vertraute der Dido mit ihrem warmen, bestens geführten Sopran.

Die Tänzerinnen der Kranenburger Ballettschule mit Marie-Sah Franken und Sebastian Boscher im berührenden Pas de deux, Chor und Orchester mit heiterer Tongebung nahmen dann die Zuhörer mit auf eine ländlich-idyllische Jagd mit verliebtem Königspaar. Aber ein dröhnendes Donnergekreische im Orchester bezeichnete die Wende hin zur Intrige der Zauberin und ihrer Hexen.

Luiza Bardan gab ihrem verführerischen Mezzosopran hässliches Krächzen und fand ähnlich frivol-böse gestimmte Partnerinnen in den Hexen, dargestellt von Sarah Konig und Frauke Roelofsen. Letztere trug darüber hinaus die Verantwortung für die szenische Einrichtung, sang mit im Chor und setze im leichtfüßig-graziös schwebenden Ballettensemble, choreografiert und einstudiert von Ilka Klitschka und Ymme Dolmans den dramatischen Gegensatz der zerstörenden Bosheit. Im jugendlich-überschäumenden Matrosengesang, vorgesungen von Vincent Kepser, gaben dann die Chorsänger einen letzten heiteren, wenn auch bereits verlogenen klingenden Soundtrack zur Einleitung in das Todesfinale.

Stefan Burs, Frauke Roelofsen und Ilka Klitschka bewiesen mit ihren Ensembles einmal mehr, dass die Kooperation der Kulturschaffenden, Laien und Profis, einen Höhepunkt im Reigen der Kulturveranstaltungen in Kleve schaffen kann, zumal auch eine Ratsfrau mit auf der Bühne stand.

Bei Stefan Burs liefen alle Fäden zusammen. Foto: Torsten Barthel

Prospekte
weitere Artikel