Dialog über den Tod, die Kunst und das Leben
Ausstellung „Dance macabre“ im Niederrheinischen Museum
Eine Gegenüberstellung vollzieht sich auch auf jedem Bild eines Totentanzzyklus: durch den personifizierten Tod, zumeist verkörpert durch ein Skelett, und denjenigen Menschen, dem er den letzten Tanz aufzwingt. Dabei macht die gleichbleibende Gestalt des Todes vor Niemandem Halt. Die dargestellten Menschen entstammen jeden Standes, jeden Berufes, jeden Geschlechts, jeden Alters. Doch am Ende erwartet sie alle das Selbe. Keiner von ihnen kann sich dem Reigen entziehen. Ob dies ein Trost war für die Lebenden des 14., 15., 16. Jahrhunderts?
Bis heute lebt der Totentanz in Kunst, Literatur und Musik fort. Der Künstler Martin Lersch aus Goch hat sich ab 2015 diesem Paradoxon angenommen und schuf in über sechs Jahren „seinen“ Danse Macabre aus 122 Blättern. Den Auftrag dazu erhielt er von seinem langjährigen Freund Dr. Rainer Dresler aus Mönchengladbach/Düsseldorf. Ihm ließ er jeden Monat zunächst ein, später zwei Blatt des entstehenden Totentanzzyklus in einem kunstvoll gestalteten Briefumschlag zukommen. Die Zeichnungen sind derweil in der dem Künstler eigenen schwungvollen und farbenfrohen Manier ausgeführt und paraphrasieren zugleich zahlreiche Vorbilder der Kunstgeschichte in ganz neuen künstlerischen Interpretationen. Dank der Zusammenarbeit mit Dr. Dresler und Martin Lersch kann nun eine große Auswahl dieser Blätter zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zugleich treten die Zeichnungen in der Ausstellung im Niederrheinischen Mueum in einen Dialog mit ausgesuchten Objekten aus dem außerordentlichen Fundus des Niederrheinischen Museums und versprechen faszinierende sowie gedankenvolle Unterhaltungen über den Tod, die Kunst und vor allem über das Leben.