70 Teilnehmer aus den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen kamen zusammen, um Wissen auszutauschen, die Projektergebnisse zu diskutieren und gemeinsam an der weiteren Stärkung der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit im Krisenmanagement zu arbeiten. Foto: privat
16. Oktober 2026 Von NN-Online · Niederrhein

Deutsch-Niederländische Beziehungen im Fokus

Treffen in Viersen bringt grenzübergreifende Krisenpartner zusammen

NIEDERRHEIN. Im Forum des Kreises Viersen fand gestern das dritte Jahrestreffen des Projekts ERMWIC (Euregionale Rijn-Maas-Waal Incidentbestrijding en Crisisbeheersing) statt. Rund 70 Teilnehmer aus den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen kamen zusammen, um Wissen auszutauschen, die Projektergebnisse zu diskutieren und gemeinsam an der weiteren Stärkung der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit im Krisenmanagement zu arbeiten.

Die Veranstaltung wurde von Landrat Bennet Gielen eröffnet, der die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit zwischen deutschen und niederländischen Einsatzkräften beziehungsweise der Gefahrenabwehr hervorhob. Gerade in Grenzregionen machen Vorfälle und Krisen nicht an Landesgrenzen halt. Ein gemeinsames Vorgehen und gegenseitiges Verständnis sind daher entscheidend für eine wirksame Hilfeleistung.

Am Vormittag wurden die Teilnehmenden über die Fortschritte in den verschiedenen Arbeitspaketen von ERMWIC informiert. Anschließend hielten Thomas Deckers, Landesbranddirektor Nordrhein-Westfalen, und Christiaan Velthausz von der Veiligheidsregio Noord- en Oost-Gelderland eine inspirierende Keynote zur Zukunft der grenzübergreifenden Zusammenarbeit im Krisenmanagement. Anhand von Praxisbeispielen aus der deutsch-niederländischen Feuerwehrzusammenarbeit teilten sie Erfahrungen, Erfolge und wichtige Erkenntnisse zur weiteren Stärkung der Zusammenarbeit.

Im Vorfeld der Veranstaltung tagte das Strategic Board. Vertreterinnen und Vertreter der Projektpartner tauschten sich dabei über den Projektfortschritt sowie erste Ideen zur nachhaltigen Verstetigung der Zusammenarbeit nach Ende der Förderperiode im Jahr 2027 aus.

Ein besonderer Programmpunkt des Jahrestreffens waren die Workshops am Nachmittag. Die Teilnehmenden beschäftigten sich aktiv mit Fragestellungen aus den Bereichen Feuerwehr, Katastrophenmedizin und multidisziplinärer Zusammenarbeit. Dabei arbeiteten sie mit realitätsnahen Einsatzszenarien, darunter ein Zugunglück mit Ammoniakaustritt. Zudem konnten die Teilnehmenden die bei ERMWIC entwickelten Erkenntnisse, Vereinbarungen und Produkte praktisch anwenden. Hierzu zählte auch der Einsatz von Grenzliaisons, einem wichtigen Meilenstein innerhalb des ERMWIC-Projekts.

Projektleiterin Marion Holthuijsen von Veiligheidsregio Limburg-Noord: „An einem ERMWIC-Tag wie diesem wird erneut deutlich, dass die Ergebnisse aus den Arbeitspaketen nicht nur entwickelt, sondern auch breit geteilt und erlebt werden müssen, wie wir es heute in den Workshops gesehen haben. Gerade im Ernstfall zeigt sich, wie wertvoll diese gemeinsame Vorbereitung ist.“

Auch seitens der Europäischen Kommission wurde die positive Entwicklung und die bisherigen Ergebnisse des Projekts gewürdigt. Hugo Sobral, stellvertretender General-Direktor der GD Regio (Europäische Kommission), betonte die Bedeutung des Projekts: „Das ERMWIC-Projekt stärkt die europäische Zusammenarbeit in den Bereichen Brandbekämpfung, Katastrophenschutz, Rettungsdienste, Katastrophenhilfe und Krisenmanagement und trägt dazu bei, grenzüberschreitende Einsatzverfahren zu harmonisieren. Um den wesentlichen Beitrag zu den Zielen des Kooperationsprogramms Deutschland–Niederlande zu würdigen, wurde ERMWIC zu Vorhaben von strategischer Bedeutung erklärt. Das Projekt veranschaulicht, wie gemeinsames Handeln konkrete Vorteile für Bürger und Gemeinden in Grenzregionen hervorrufen kann, und es trägt zur Bekanntheit der EU-Förderung im Programmgebiet bei.“

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Networking-Empfang, der viel Raum für Begegnungen, fachlichen Austausch und das Knüpfen neuer Kontakte bot. Damit stellte auch dieses dritte Jahrestreffen einen wichtigen Schritt für die weitere Entwicklung einer sicheren und resilienten deutsch-niederländischen Grenzregion dar.

70 Teilnehmer aus den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen kamen zusammen, um Wissen auszutauschen, die Projektergebnisse zu diskutieren und gemeinsam an der weiteren Stärkung der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit im Krisenmanagement zu arbeiten. Foto: privat

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