Deutlicher Frust bei Betroffenen
Diskussionsveranstaltung der SPD-Landtagsfraktion zur KiBiz-Reform
GELDERN. Etwa 30 Personen, darunter auch viele Vertreter von Kita-Trägern, Erzieher sowie Eltern, haben in Geldern über die Zukunft von Kindertageseinrichtungen gesprochen. Die SPD-Landtagsfraktion hatte dazu eingeladen. Hintergrund ist die von der schwarz-grünen Landesregierung vorgesehene Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz).
„Aktuell berät der Landtag dieses Vorhaben“, berichtete der Referent des Abends, der SPD-Landtagsabgeordnete und familienpolitische Sprecher, Dennis Maelzer, und fürchtet dabei: „Es wird schlechtere Bedingungen in der Betreuung und zu wenig Geld für einen guten Kita-Betrieb geben, wenn alles so kommt, wie CDU und Grüne es planen.“ Daher sei es ihm wichtig, mit Menschen aus der Praxis ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren, was die Reformpläne von Schwarz-Grün konkret für die Arbeit in den Einrichtungen bedeuten. Aus diesem Grund finden aktuell in ganz NRW, Diskussionsveranstaltungen der SPD-Landtagsfraktion zu diesem Thema statt. Auch im Kreis Kleve war das Format bereits zum zweiten Mal zu Gast.
Maelzer, Sprecher im Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend, gab zunächst einen Überblick über die geplanten Reformen und machte deutlich, dass die Ziele einer stabilen und verlässlicheren Kita mit den aktuellen Reformplänen nicht erreicht werden. „Größere Gruppen, weniger Fachpersonal und unzureichende Finanzierung führen zu weniger Qualität in den Einrichtungen, werden aber den Mangel an Kita-Plätzen in NRW nicht beheben.“ Stattdessen forderte Maelzer: „Das Land muss unsere Kitas endlich verlässlich finanzieren, um jeder Einrichtung Planbarkeit zu geben.“ Geld, das nach den aktuellen Plänen zum Beispiel in den Transport von Kindern aus ihren Einrichtungen in geplante ABC-Klassen fließt, sei innerhalb der Einrichtungen besser investiert.
Die anschließende Diskussion zeigte, dass auch viele Betroffene die Kritik teilen. Vertreter von Trägern, Beschäftigten und Eltern machten ihrem Unmut Luft. Eine der anwesenden Beschäftigten stellte sogar infrage, ob der Arbeitsbereich unter den neuen Rahmenbedingungen noch eine langfristige Perspektive bieten würde. Eine mögliche Perspektive wurde aber abschließend doch noch sichtbar. „Die Landesregierung reagiert auf Kritik. Holen Sie die Eltern mit ins Boot und machen Sie klar, wie wenig Sie von der Reform halten“, so Maelzer. Über öffentlichen Druck könne es noch gelingen, die Pläne der Landesregierung zu ändern.