Der Ziegelhof ist jetzt barrierrefrei erreichbar
Nach der Umgestaltung soll er nun auch ein Ort für Veranstaltungen werden
Der Ziegelhof, der sich zwischen dem Siegfried-Museum und dem Domvorplatz, befindet, hat seinen durch zwei heute denkmalgeschützte Ziegelwände mit kleinem Tor und dem Ansatz eines Turmaufbaus an der Ecke erhalten. „Das sind Überreste der ehemaligen Bischofsburg – einem wichtigen Denkmal der Stadt“, sagte Niklas Franke, Technischer Dezernent der Stadt Xanten. Die bis heute oberirdisch erhaltenen Reste der Mauern verbanden einst die wehrhafte Burg im Bereich des modernen Dreigiebelhauses mit einer Aula an der Stelle, wo heute das Berufskolleg Placidahaus liegt.
Vor allem die Erreichbarkeit des Siegfried-Museums über den Ziegelhof war zuletzt aber nicht mehr zeitgemäß. Die Kultur-Einrichtung war nämlich von außen lediglich über Treppenstufen erreichbar, was Anlass zur Herstellung eines barrierefreien Zuganges vom Domvorplatz aus gab. Mit dieser komplett neu errichteten Rampenanlage ist die Teilnahme nun auch für mobilitätseingeschränkte Personen an Veranstaltungen im angrenzenden Kriemhildsaal des Siegfried-Museums möglich. Darüber hinaus wurde im Zuge der Maßnahme der gesamte Ziegelhof neugestaltet. Ziel war es, den Ziegelhof zu einem innerstädtischen Platz mit hohem Aufenthaltswert zu gestalten.
Bei den Materialien orientierten sich alle Beteiligten an die denkmalgeschützte Umgebung. So entschied man sich für den Ziegel „Roma Antica“, der den kompletten Innenhof samt Rampe auskleidet und somit auch den Namen „Ziegelhof“ passend wieder aufgreift. Die Brüstungselemente der Rampe hingegen wurden aus Cortenstahl gefertigt und mit einer Blech-Verkleidung ummantelt. Das hatte, wie Architekt Manfred Frericks erklärte, zum einen finanzielle Gründe, zum anderen aber auch bauliche. Denn eine reine Stahlkonstruktion hätte man aufgrund ihrer Schwere kaum an Ort und Stelle transportieren können.
Dafür hat die neue, barrierefreie Rampe eine in ihrem Handlauf integrierte und energiesparende LED-Linienbeleuchtung bekommen. Damit sei sichergestellt, dass lediglich die Rampe und nicht das Umfeld ausgeleuchtet werde. Zudem sei sie Insektenfreundlich. Für die Beleuchtung des Innenhofes sorgt obendrein eine indirekte Beleuchtung, welche die denkmalgeschützte Ziegelwand in einem dezenten Farbton anstrahlt sowie eine Leuchtenstele, die den inneren Platz ausleuchtet.
Entlang der Museumswand wurde darüber hinaus ein Seilsystem für die Fassadenbegrünung angebracht. Das immergrüne Geißblatt sorgt für einen frischen Farbwechsel und dient gleichzeitig als schattenspendendes Element der Museumswand.
Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf insgesamt 495.000 Euro. Finanziert wurde es mit Fördermitteln der Regionalen Kulturförderung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) in Höhe von 300.000 Euro. Xantens Bürgermeister Thomas Görtz wünscht sich, dass der Ziegelhof und auch der angrenzende Kriemhildsaal im Siegfried-Museum künftig für öffentliche Veranstaltungen aller Art genutzt werden werde und nannte Konzerte, Lesungen sowie sämtliche Vereinsaktivitäten als Beispiele. „Wir haben viel erreicht mit dieser Maßnahme“, betonte Görtz.
Sabrina Peters
Der komplette Innenhof wurde – im Schatten des Xantener Domes – mit einem Ziegel ausgekleidet. NN-Foto: SP
Stadt, Kirche und der Architekt freuen sich besonders über die neue Rampe, dank der der Ziegelhof nun jetzt für jeden zugänglich ist. NN-Foto: SP
Redakteurin in Xanten, Kalkar, Rheinberg und Alpen sowie Büderich und Ginderich