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Jaqueline Lippe mit Toasty (über 30 Jahre alt, l.) und Poldy (43), dem ältesten Tier auf der Krümelranch.NN-Fotos (3): Theo Leie
4. April 2026 · Sabrina Peters · Alpen

Der Tiergnadenhof „Krümelranch“ in Alpen braucht dringend ein neues Scheunendach

Ohne neues Scheunendach steht der Tiergnadenhof vor dem Aus / Spenden sollen helfen

ALPEN. Das Leid eines Tieres ist nicht immer sofort zu erkennen. „Ich habe festgestellt, dass Tiere leise schreien“, sagt Nicole (ihren Nachnamen möchte sie öffentlich nicht nennen) vom Tiergnadenhof „Krümelranch“ in Alpen. Deshalb bräuchten Tiere ein Sprachrohr – und vor allem jemanden, der ihnen hilft. „Am meisten kommen Pferde zu uns, die hauchdünn sind. Ihr Kopf ist gesenkt und ihre Augen sind ganz matt. Dann müssen wir selbst einmal kurz innehalten“, sagt Nicole mit bewegter Stimme. Nach vier Wochen, in denen sie auf dem Tiergnadenhof aufgepäppelt werden („viele Pferde füttern wir alle zwei Stunden – auch nachts – mit kleinen Futtermengen, damit etwa ihr Darm langsam wieder in Schwung kommt“), ergebe sich dann ein völlig anderes Bild: „Die Augen glänzen dann wieder – das ist so schön zu sehen.“

Doch aktuell ist die ehrenamtliche Arbeit der „Krümelranch“ bedroht. Das Dach der Scheune, in der auch die Pferde leben, ist marode und muss dringend erneuert werden. Kostenpunkt: über 100.000 Euro. Geld, das der Tiergnadenhof nicht mal eben so zur Seite hat. „Alles, was anfällt – vom Futter bis zu Tierarztkosten – bezahlen wir mit unseren Gehältern, unserem eigenen Geld“, betont Nicole, die sich selbst als „das Sprachrohr“ der „Krümelranch“ bezeichnet. Ihre Tochter Jacqueline Dippel sei mit dem Gnadenhof, den Nicole aufgebaut hat, aufgewachsen. „Seit über 30 Jahren mache ich das“, sagt Nicole. Seit viereinhalb Jahren hätten sie den Hof an der Drüpter Straße in Alpen gepachtet, wo die „Krümelranch“ heute beheimatet ist. Vorsitzender des dazugehörigen Vereins „Tiergnadenhof Krümelranch Alpen e. V.“ sei ihr Schwiegersohn Florian Lippe, Tochter Jacqueline Dippel stehe als zweite Vorsitzende dahinter.

Ein schwerer Sturm vor zwei Jahren habe das 1.100 Quadratmeter große Dach der Scheune das erste Mal enorm beschädigt. „Damals ist die Versicherung eingesprungen“, sagt Nicole. Weitere Stürme hätten in den vergangenen Monaten das Dach jedoch weiterhin stark beschädigt, sodass nun ein komplett neues Scheunendach hermuss. „Der erste Kostenvoranschlag belief sich auf 179.000 Euro. Dann waren es 148.000 Euro, 145.000 Euro und schließlich 121.000 Euro“, berichtet Nicole, die inzwischen unzählige Gespräche unter anderem mit Dachdeckern und Baustoffhändlern geführt hat, um die Kosten in diesem entsprechenden Fall weiter zu drücken. „Mittlerweile sind wir bei 105.000 Euro, die wir benötigen“, sagt Nicole. Das Geld könnten Mutter und Tochter jedoch nicht einfach bei einer Bank aufnehmen, da ihnen die Scheune nicht gehöre: „Das Grundstück haben wir ja nur auf Lebenszeit gepachtet.“

Seit zwei Jahren ist der Tiergnadenhof „Krümelranch“ in den sozialen Netzwerken aktiv. Auf Instagram folgen dem Account fast 18.000 Follower, auf Facebook sind es sogar über 37.000 Follower. „Ich nehme die Leute mit in unseren Alltag. Sie hören in unseren Videos zum Beispiel, was der Tierarzt sagt. Ich stelle alles wirklich sehr transparent dar, nur sterbende Tiere zeige ich nicht“, berichtet Nicole und ergänzt: „Wenn ich mal einen Tag nichts poste, bekomme ich direkt 1.500 Nachrichten, ob etwas los ist. Wir haben uns in den zwei Jahren eine gute Community aufgebaut, die uns gerne folgt.“

Auch über die Probleme mit dem Scheunendach berichtete die Krümelranch in den sozialen Medien. Ein Video vom vergangenen Montag zeigt etwa, wie marode das Dach ist und dass es reinregnet. Gleichzeitig bittet der Verein „Tiergnadenhof Krümelranch Alpen e. V.“ auch um Spenden. Stand Dienstagabend sind so bereits 23.503,90 Euro auf unterschiedlichen Wegen zusammengekommen, auch wenn es Nicole nach wie vor unangenehm ist: „Wir sind keine Bettler. Wir haben immer alles alleine bewerkstelligt und bezahlt.“ Aber die sechsstellige Summe für das Scheunendach sei anders leider nicht zu bewerkstelligen – mit fatalen Folgen: „Wenn wir kein neues Scheunendach bekommen, wäre das das Aus für den Tiergnadenhof“, betont Nicole. Denn ohne neues Scheunendach hätten die Pferde, die neben mehreren Hunden und Katzen auf der „Krümelranch“ leben und aufgepäppelt sowie je nach Möglichkeit weitervermittelt werden, kein Zuhause mehr. „Wenn von unseren Followern jeder einen Euro spenden würde, wäre uns schon sehr geholfen“, sagt Nicole. Einige hätten sich bereits mit einem, zwei, zehn oder 20 Euro beteiligt. „Wir hatten aber auch schon Spenden in Höhe von 50 oder 100 Euro; eine Frau hat sogar 1.000 Euro gespendet“, verrät Nicole, die gleichzeitig noch weiter Gespräche führen möchte, um die Kosten für das neue Scheunendach zum Beispiel durch Sachleistungen, weitere Spenden durch Firmen oder ehrenamtliche Arbeit weiter zu senken. Damit hofft die „Krümelranch“ in Alpen, dass sie bald wieder ohne diese finanziellen Sorgen ihre Arbeit fortsetzen und Tiere – vor allem Pferde, aber auch Hunde und Katzen – retten, aufpäppeln und gesund pflegen kann.

Weitere Infos – auch zur Spendenaktion – gibt es online unter www.kruemelranch-alpen.de sowie in den sozialen Netzwerken unter „Tiergnadenhof Krümelranch e. V.“ (Facebook) sowie „kruemelranch_alpen.e.v.“ (Instagram).

Sabrina Peters

Hof-Trödelmarkt

Auf der „Krümelranch“, Drüpter Straße 31 in Alpen, findet am Samstag und Sonntag, 11. und 12. April, ein Hof-Trödelmarkt statt. Die Veranstaltung ist an beiden Tagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet und richtet sich an Besucher mit Interesse an den Themen Reiter und Pferd sowie den Bereichen Hund und Katze. Der Trödelmarkt bietet eine Vielzahl an Ständen mit unterschiedlichen Angeboten. Darüber hinaus werden Speisen und Getränke angeboten. Der Erlös der Veranstaltung kommt dem Tiergnadenhof sowie der dringend erforderlichen Reparatur des Scheunendachs zugute.

Der Tiergnadenhof „Krümelranch“ in Alpen braucht dringend ein neues Scheunendach
Das Dach der Scheune ist marode und muss dringend erneuert werden. Dem Tiergnadenhof fehlt dazu allerdings das Geld. NN-Fotos (3): Theo Leie

Das Dach der Scheune ist marode und muss dringend erneuert werden. Dem Tiergnadenhof fehlt dazu allerdings das Geld. NN-Fotos (3): Theo Leie

Jaqueline Lippe mit Toasty (über 30 Jahre alt, l.) und Poldy (43), dem ältesten Tier auf der Krümelranch.NN-Fotos (3): Theo Leie

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