Beim "Das Dach ist dicht"-Zusammentreffen bedankten sich die Betreiber des Tiergnadenhofes bei den Unterstützern. NN-Foto: Theo Leie
10. Juli 2026 · Sabrina Peters · Alpen

Der Tiergnadenhof Krümelranch Alpen ist erleichtert: Das Scheunendach ist wieder dicht

Nach einer Spendenkampagne ist die Sanierung des maroden Scheunendachs nahezu abgeschlossen

ALPEN. Monate der Unsicherheit, des Hoffens und des Bangens sind für den Tiergnadenhof Krümelranch Alpen nun endlich vorbei. „Wir sind alle heilfroh, dass wir die Zeit überstanden haben“, sagt Nicole, das „Sprachrohr der Krümelranch“, wie sie sich selbst nennt. Denn Ende März startete der Verein Krümelranch Alpen eine Spendenkampagne, um das marode Scheunendach sanieren lassen zu können (die NN berichtete mehrfach). Die Resonanz, die der Verein, der unter anderem Pferde vor dem Tod rettet, daraufhin erhielt, war enorm. Schon kurz nach dem Spendenaufruf konnten die Arbeiten beginnen. „Bis auf Kleinigkeiten, die der Dachdecker noch fertig machen muss, ist das Dach nun endlich fertig“, sagt Nicole erleichtert.

Ihre Freude darüber könne sie kaum in Worte fassen: „Ich kann nur Danke sagen. Danke an alle, die uns geholfen, und die gespendet haben. Jeder Cent war Teil eines großen Ganzen. Die Krümelranch-Familie hat zusammengehalten.“ Bereits Mitte April waren knapp 70.000 Euro an Spenden zusammengekommen – allein 17.433,50 Euro durch einen zweitägigen Trödelmarkt, den der Verein an einem Wochenende organisierte. Mitte Mai fehlten dem Verein nur noch knapp 1.600 Euro vom ursprünglichen Ziel in Höhe von 96.400 Euro. „Das ist ein Wunder, für das wir kaum Worte finden“, berichtete der Verein seinerzeit auf seinen Social-Media-Kanälen. Inzwischen konnte der Tiergnadenhof 115.000 Euro für das marode Scheunendach zusammensammeln. „Davon kommen knapp 88.000 Euro von unserer Community und der Rest durch den Hoftrödelmarkt sowie aus unserem Eigenkapital“, verrät Nicole. Die Endabrechnung stehe zwar noch aus, da auch die Arbeiten noch nicht komplett fertig sind, aber die ganz großen – auch finanziellen – Sorgen braucht der Tiergnadenhof nun nicht mehr zu haben.

Dabei waren die vergangenen Monate allerdings ein stetiges Auf und Ab für Mutter Nicole, Tochter Jacqueline und Schwiegersohn Florian, die gemeinsam den Tiergnadenhof betreiben. Denn das 1.100 Quadratmeter große Scheunendach kamen unangenehme Überraschungen ans Licht. „Die Realität der alten Bausubstanz hat uns eiskalt erwischt. 56 Balken sind durch Schädlingsfraß und alte Brandnester marode. Der Dachdecker musste deshalb sofort die Notbremse ziehen“, berichtete Nicole (ihren Nachnamen möchte sie öffentlich nicht nennen) schon vor einigen Wochen. Damit kamen auf den Verein nochmal weitere Kosten als ursprünglich angenommen hinzu, die auf die neu zu errichtende Statik zurückzuführen seien. „Wir wussten von Anfang an, dass uns noch weitere Überraschungen erwarten können, da niemand in das Dach hineinschauen konnte. Die jetzt aufgedeckten Schäden konnte also niemand vorhersehen“, sagte Nicole seinerzeit im NN-Interview.

Bereits Mitte April startete die Sanierung des Daches, die insgesamt auch gut voranschritt. Bereits in den Wochen und Monaten zuvor war die Krümelranch Alpen damit beschäftigt, Gespräche zu führen und Kostenvoranschläge einzuholen. „Wir haben erst mit der Spendenaktion begonnen, als wir einen Dachdecker gefunden hatten und er uns eine offizielle Summe nennen konnte“, sagte Nicole seinerzeit.

2021 war die „Krümelranch Alpen“ an die Drüpter Straße 31 in Alpen gezogen, wo nun das Scheunendach eine dringende Reparatur benötigte. Das Geld konnten Mutter und Tochter, die gemeinsam den Tiergnadenhof betreiben, jedoch nicht einfach bei einer Bank aufnehmen, da ihnen der Hof nicht gehöre: „Das Grundstück haben wir nur auf Lebenszeit gepachtet“, erklärte Nicole schon Ende März. Dies bestätigt auch der Eigentümer des Hofes (der Name liegt der Redaktion vor). Wie es bei einem Pachtvertrag auf Lebenszeit üblich sei, müsse jedoch der Pächter für Instandhaltungskosten – wie etwa für das Scheunendach – selbstständig aufkommen.

Deshalb startete der Verein „Tiergnadenhof Krümelranch Alpen e. V.“, dessen Vorsitzender Nicoles Schwiegersohn Florian Lippe und zweite Vorsitzende ihre Tochter Jacqueline Lippe ist, die Spendenaktion auf den Social-Media-Kanälen des Tiergnadenhofes. Seit zwei Jahren ist der Tiergnadenhof „Krümelranch“ nämlich in den sozialen Netzwerken aktiv, wo ihm auf Instagram inzwischen mehr als 21.300 Follower und auf Facebook über 42.100 Menschen folgen. „Ich nehme die Leute mit in unseren Alltag. Sie hören in unseren Videos zum Beispiel, was der Tierarzt sagt. Ich stelle alles wirklich sehr transparent dar. Nur sterbende Tiere zeige ich nicht“, berichtete Nicole bereits im März und ergänzte: „Wenn ich mal einen Tag nichts poste, bekomme ich direkt 1.500 Nachrichten, ob etwas los ist. Wir haben uns in den zwei Jahren eine gute Community aufgebaut, die uns gerne folgt.“

Auch die Reparatur des Scheunendachs und die damit verbundenen Sorgen teilten der Tiergnadenhof Krümelranch und seine Mitglieder auf Social Media. Zum Abschluss der wichtigsten Arbeiten am zuvor maroden Scheunendach lud der Verein zudem zu einer kleinen „Das Dach ist dicht“-Dankesrunde auf dem ehemaligen Bauernhof ein, zu der etwa die ausführenden Firmen, lokale Unterstützer und auch Alpens Bürgermeister Ludger Staymann kamen. Ganz besonders im Mittelpunkt standen aber die Pferde, die auf der Krümelranch leben. Nun haben sie wieder ein dichtes und vor allem sicheres Dach über dem Kopf. „Wir hatten schon überlegt, wo wir sie alternativ unterbringen können. Aber das ist jetzt nicht mehr notwendig, und wir sind heilfroh und sehr dankbar darüber“, betont Nicole abschließend.

Weitere Infos gibt es online unter www.kruemelranch-alpen.de sowie in den sozialen Netzwerken unter „Tiergnadenhof Krümelranch e. V.“ (Facebook) sowie „kruemelranch_alpen.e.v.“ (Instagram).

Auch Alpens Bürgermeister Ludger Staymann schaute einmal bei den Pferden vorbei. NN-Foto: Theo Leie

Auch Alpens Bürgermeister Ludger Staymann schaute einmal bei den Pferden vorbei. NN-Foto: Theo Leie

Beim "Das Dach ist dicht"-Zusammentreffen bedankten sich die Betreiber des Tiergnadenhofes bei den Unterstützern. NN-Foto: Theo Leie

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