Der neue Geldrische Heimatkalender ist da
Geschichte, Religion und Kultur im Kreis Kleve mit dem Schwerpunkt Kerken
GELDERLAND. Seit insgesamt 75 Jahren gibt es den Geldrischen Heimatkalender. Herausgegeben vom Historischen Verein für Geldern und Umgegend, stellt er pro Ausgabe eine andere Gemeinde aus dem Kreis Kleve in den Vordergrund und porträtiert dessen Geschichte im Wandel der Zeit. Für 2024 ist das Kerken.
288 Seiten, mit 42 Beiträgen von 39 Autoren und 287 Abbildungen. Die gebundene Ausgabe des Heimatkalenders zeigt einen Blick auf Nieukerk aus der Vogelperspektive. „Eine besondere Gemeinde“ wie Bürgermeister Dirk Möcking beschreibt. Kerken sei jung und attraktiv und lohne sich deshalb als Fokus für den Kalender sehr. Dieser gibt mit den Kategorien „Kerkener Aspekte“ einen Einblick in die Errungenschaften und Besonderheiten der Kommune. Zum Beispiel berichtet Autor Michael Klatt, wie Kerken für ein gutes Klima sorgt, und Nicole Sillekens blickt auf die Kino-Kultur in Aldekerk und Nieukerk zurück.
Dann folgt „Aktuelles aus dem Gelderland“. Hier berichtet Elena Buchholz über neuste Veröffentlichungen über die Region. Gerhard Milbert schildert in „Natur und Landschaft“ die Auswirkungen des Klimawandels auf das Gelderland. Außerdem stellt Hermann-Josef Windeln lokale Giftpflanzen vor, auf die man achtgeben sollte.
In dem Kapitel „Erinnerungen“, geben Autoren einen Einblick in ihre Kindheits- und Jugendjahre. So wie der 91-jährige Franz-Joseph Martin. Er berichtet von seinem ersten Beerdigungskaffee mitten im Zweiten Weltkrieg. In einer Zeit die geprägt ist von Gewalt, erkennt er, dass man auch in Situationen der Trauer noch Gründe zum Lachen finden kann. Auf die Frage, warum er sich an dem Kalender beteiligen wollte, sagt er: „Ich hänge sehr an meiner Heimat. Mit 91 Jahren möchte ich anderen noch einmal einen Blick auf Aldekerk durch meine Augen geben.“
Der Heimatkalender setzt auch Schwerpunkte in den Bereichen der lokalen Kunst, Kultur und Wirtschaft. Dabei werden auch andere Städte und Ortschaften beleuchtet. Auch in diesem Kapitel steht der Zweite Weltkrieg hervor. Beate Sturm dokumentiert den Wiederaufbau Weezes und Clemens Broeckmann erzählt von dem Kriegsgefangenenlager in Straelen-Auwel.
Mit Texten wie „Von der traditionellen Mühlenkarre zum fortschrittlichen Mühlenlaster“ bringt Hans-Josef Dahlen wieder etwas Heiterkeit in den Heimatkalender. Mundart-Erzählungen und Gedichte über das Gelderland sind ebenfalls wieder zu lesen. Erhältlich ist der Geldrische Heimatkalender ab sofort im lokalen Buchhandel, sowie in der Geschäftsstelle des Historischen Vereins. Ein Buch ist wieder zu einem Preis von 10,90 Euro zu kaufen. Auch im nächsten Jahr können sich Fans des Kalenders auf ein neues Exemplar freuen. Dann mit dem Fokus auf den Ort Rheurdt.Jacqueline KurschatkeDie Redner bei der Vorstellung des Geldrischen Heimatkalenders. (V.l): Kerkener Bürgermeister Dirk Möcking; Gerd Halmanns; Irmgried Bappert; Dr. Matthias Schrör.Foto: Gerhard Seybert