„Den Grundstein legen für eine lebenswerte Zukunft!“
Bürgermeister Sven Kaiser beim Neujahrsempfang der Stadt Geldern
GELDERN. Anlässlich des Neujahrsempfangs der Stadt Geldern verwandelte sich das Bürgerforum am Rathaus in einen Treffpunkt für zahlreiche Akteure aus Politik, Vereinen und Gesellschaft. Bürgermeister Sven Kaiser hatte die Vereine und politischen Vertreter eingeladen, um gemeinsam mit den vielen ehrenamtlich tätigen Bürgern kurz auf das vergangene Jahr zurückzublicken und den Blick auf die Zukunft zu richten.
Bevor Stadtsprecher Herbert van Stephoudt nach der Begrüßung der circa 160 Gäste das Wort an Bürgermeister Sven Kaiser übergab, ging sein Dank noch an die Band „Zastrow“ (Vivian Kowalski, Elmar van Treeck und Felix Pickers), die mit ihrer Live-Musik für die passende Atmosphäre beim Neujahrsempfang sorgten.
Kaiser zitierte zu Beginn seiner Rede aus dem Buch „Zukunft“ der deutsch-französischen Autorin Florence Gaub, das ihn zu einer zentralen Botschaft inspirierte: „Die Zukunft ist kein Ort, den wir erreichen, sondern ein Raum, den wir aktiv gestalten.“ Oft würden wir dazu neigen, uns von den Herausforderungen der Gegenwart überwältigen zu lassen, sagte Kaiser. „Vom Klimawandel, den wirtschaftlichen Unsicherheiten, der Digitalisierung oder dem demografischen Wandel.“ Doch Florence Gaub fordere uns auf, unser Denken zu befreien. Sie erinnere uns daran, dass die Gegenwart nicht der Maßstab für die Zukunft sein muss. „Stattdessen sollten wir uns fragen: Wie wollen wir leben? Welche Visionen haben wir für die kommenden Generationen?“ Zugleich erinnerte er die Gäste an die gemeinsame Verantwortung für kommende Generationen: „Was wir heute tun, hat direkte Auswirkungen auf morgen. Ob es der Schutz unserer Umwelt, Investitionen in Bildung oder die Entwicklung der Infrastruktur ist – alles, was wir heute in Geldern umsetzen, legt den Grundstein für eine lebenswerte Zukunft.“
Städtische Projekte in 2025
Nach dem kurzen Impulsvortrag gab Kaiser den Gästen noch einen Überblick über die Projekte und Themen, „auf die wir uns 2025 freuen dürfen“, sagte Kaiser. Im Bereich Infrastruktur ging Kaiser neben den städtischen Investitionen im Bereich Tiefbau (Straßen-, Kanal- und Brückenbau) auch auf einige aktuelle Wohnbauprojekte wie Am Erlkönig, im Lüßfeld, im Nierspark, Am Holländer See und am Mühlenweg ein, durch die fast 400 neue Wohneinheiten entstehen werden.
Einen Schwerpunkt bildeten in Geldern nach wie vor die Projekte im Bereich Bildungsinfrastruktur: Dazu gehörten etwa der Neubau der Kita in Kapellen (Fertigstellung im zweiten Quartal dieses Jahres), der Neubau der Kita St. Raphael an der Schlossstraße in Geldern, der dieses Jahr beginnt, oder der geplante Kita-Neubau am Gelderner Krankenhaus. Bei den Schulen geht es in diesem Jahr unter anderem weiter mit dem Neubau des Friedrich-Spee-Gymnasiums, dem Projektstart an der Martini-Grundschule in Veert ab diesem Sommer oder der baldigen Fertigstellung der umfassend neugestalteten Michael-Schule. Im Bereich Wirtschaft informierte Kaiser über die Entwicklung des Gewerbegebiets „Am Pannofen West“ und zwei bald beginnende Unternehmensneubauten.
Herausfordernd bleibe hingegen die Entwicklung der Innenstadt. „Die Situation ist schwierig, das wissen wir“. Zusammen mit der Gelderner Wohnungsgenossenschaft (GWS) versuche man viel, um gegensteuern zu können. Hoffnung biete unter anderem die anstehende Neueröffnung des Café Extrablatts. Ein Gewinn sei auch die Neuansiedlung durch Rossmann gewesen. „Durch den Neubau haben wir zugleich sieben neue Wohneinheiten geschaffen“, informierte Kaiser.
Zum Abschluss legte Gelderns Bürgermeister noch einmal den Fokus auf den Bereich Kultur. „Mit circa 700 Veranstaltungen, die jedes Jahr in Geldern und unseren Ortschaften stattfinden, müssen wir uns im Vergleich mit anderen Städten sicher nicht verstecken.“ Über das gesamte Jahr hinweg werde kulturell in Geldern viel geboten.
Entweder durch die städtischen Angebote - wie etwa durch das Theaterprogramm, die Operette am Bahnhof, das Straßenkunstfestival oder Heiß auf Eis. „Nicht zu vergessen sind hier aber auch die vielen Ehrenamtlichen, wie der Kunstverein Gelderland oder der Culturkreis Gelderland, die seit vielen Jahren mit ihrem Engagement zur Vielfalt des kulturellen Angebots in Geldern beitragen“, sagte Kaiser.
Dank an Ehrenamtliche
Ein hervorragendes Beispiel für eine ausgezeichnet funktionierende Zusammenarbeit zwischen Vereinen und der Stadtverwaltung sei auch die neue Gelderner-Sommer-Tour gewesen, die Rainer Niersmann (Leiter Tourismus- und Kulturbüro) und sein Team 2024 ins Leben gerufen haben. In allen sieben Ortschaften gab es tolle Sommerabende mit Livemusik und vielen Gästen. „Funktioniert hat das neue Konzept aber nur deshalb, weil so viele Ehrenamtliche vor Ort mit angepackt haben.“ Ein großer Gewinn für Geldern und die Region bleibe das Waldfreibad in Walbeck. Die neue Konzertreihe „Geldern Open Air“ sei ebenfalls ein großer Gewinn für den städtischen Veranstaltungskalender.
Bevor es in den gemütlichen Teil des Neujahrsemfangs überging, bei dem ausgiebig Zeit zum Netzwerken blieb, war Kaiser zum Ende seines Ausblicks wichtig, noch ein paar weitere Projekte zu nennen, bei denen das Zusammenspiel von Vereinen, Ortschaften und der Stadt Geldern zuletzt sehr gut geklappt habe: das neue Begegnungszentrum „Alte Schule“ in Lüllingen, das geplante Bürgerzentrum in Kapellen oder der Neubau für Grün-Weiß Vernum, der auch den übrigen Vereinen in der Ortschaft zur Verfügung stehen wird. „Diese Projekte sind nur deshalb erfolgreich, weil es viele Ehrenamtliche und Aktive in den Ortschaften gibt, die durch ihren Einsatz Arbeiten vor Ort leisten, die wir als Stadtverwaltung so nicht alle übernehmen könnten.“ Durch die Zusammenarbeit würden nicht nur die Projekte erfolgreich umgesetzt, sondern man leiste zugleich einen gemeinsamen Beitrag zum Erhalt des jeweiligen Dorfes. „Ich möchte deshalb abschließend all denen danken, die bereits heute daran arbeiten, Geldern zu einem lebenswerten Ort zu machen.“