Das Thema Stadtentwicklung neu denken
Bürgermeisterkandidat Dietmar Stalder sieht in Goch noch viel Verbesserungspotenzial
GOCH. „Goch kann mehr“ – davon ist der parteilose Bürgermeister-Kandidat Dietmar Stalder, der von der SPD Goch unterstützt wird, zutiefst überzeugt und hat das zum Motto seines Wahlkampfes gemacht.
Im Rahmen eines Pressegesprächs erklärt Stalder, wo er überall Verbesserungspotenzial und dringenden Handlungsbedarf in der Weberstadt sieht. Drei große Themenblöcke sind dem 60-Jährigen besonders wichtig. Das wäre zum einen die Stadt-/Dorfentwicklung: „Goch ändert sich, das ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept für die Gocher Innenstadt, Anm. d. Red.) steht an; dass der Markt autofrei wird und sich die Straßenführung ändert, ist bereits beschlossen.“ Die weitere Ausgestaltung mit dem Ziel, die Stadt attraktiver zu machen, werde erst nach der Kommunalwahl stattfinden. Dietmar Stalder hat dafür bereits Ideen. Fehlende Gastronomie an der Nierswelle könnte Platz im alten Aldi-Markt an der Gartenstraße finden. „Vielleicht ein Hostel oder ein Café, man muss sehen, was möglich ist.“ Das würde die Aufenthaltsqualität merklich steigern.
Durch den geplanten Ringschluss dürfe es im Folgenden nicht zu einer Trennung zwischen Innenstadtbereich und Außenbezirken kommen. Schüler, Radfahrer und Senioren müssten den Ring gefahrlos überquren können – denn mit einem höheren Verkehrsaufkommen sei auf jeden Fall zu rechnen. „Es braucht eine vernünftige Verbindung zur Stadt“, betont Stalder. Er befürchtet zudem, dass durch den Wegfall des Bahnübergangs Kalkarer Straße das Quartier Liebfrauenkirche abgehängt wird. Stalder möchte das Viertel stärken und die ehemalige Kirche wieder zu einem Begegnungsort für die Menschen machen. Der Gocher Bahnhof mit seiner geschlossenen Halle sei nicht gerade ein „Aushängeschild“ befindet der Bürgermeisterkandidat, hier wolle er sich intensiv um die Ansiedlung von Gastronomie oder eines Kiosks bemühen.
Stichwort Wohnraum: Hier hat Stalder vor allem den „Schandfleck“ der sogenannten Belgierhäuser an der Melatenstraße im Blick. Im Gespräch mit Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link habe er sich Tipps geholt, wie man dem Problem „Schrottimmobilien“ beikommen könne, um das Gebiet zu überplanen. In Duisburg soll voraussichtlich am 27. Juli der dritte „Weiße Riese“ im Wohnpark Hochheide gesprengt werden.
Wohnraum
58 der 60 Wohnungen in den Belgierhäusern gehören inzwischen der Stadt, so Stalder, der trotz aller rechtlichen Hürden dennoch Versäumnisse bei der Verwaltungs-Führung sieht. Hier hätte in den vergangenen Jahren mehr passieren müssen, befindet Stalder. Was sich beim Gespräch in Duisburg ergeben hat, soll am 23. Juli bei einer öffentlichen Veranstaltung im Kolpinghaus Goch Thema sein. Informationen dazu folgen.
Immer miteinbezogen werden in Planungen oder Erneuerungen müssten außerdem zukunftsweisende Technologien. Die Dörfer dabei nicht zu vergessen, ist ihm ebenfalls wichtig. Stalder möchte eine „Stadt für alle gestalten, in der die Menschen gerne unterwegs sind.“
Integration und Soziales ist der zweite Themenkomplex, dem sich Stalder widmet. In der Regel sei die Stadt für die Unterbringung der zugewiesenen Flüchtlinge zuständig, Unterkünfte könnten aber nur „Puffer“ sein, Integration gelinge nur durch Spracherwerb und das Leben in normalen Wohnbereichen. Da brauche es den Dialog mit zum Beispiel Wohnungseigentümern und zuständigen Stellen. Als Herausforderung, an der viele Stellen mitarbeiten müssen, sieht er es, Geflüchtete in Arbeit zu bringen. „Das ist aber wichtig, damit Integration gelingt.“ Ehrenamt – das sei, so ein salopper Spruch oft „Viel Amt und wenig Ehre“; für diesen Einsatz möchte Stalder ein größeres Bewusstsein schaffen: „Wenn das, was Ehrenamtliche leisten, städtisch erbracht werden müsste, wäre es gar nicht möglich.“ Ehrenamt sichtbar machen, das funktioniere zum Beispiel durch die Ehrenamtskarte, aber auch durch Unterstützung in anderer Form. Stalder möchte einen Tag des Ehrenamtes etablieren, um die öffentliche Anerkennung zu steigern.
Kommunikation
Nicht zuletzt ist Kommunaktion für Dietmar Stalder ein großes Thema; offener Austausch von Argumenten und Informationen in alle Richtungen, heißt zwischen Rat, Verwaltung und Bürgern. Die Menschen müssten bei Entscheidungen mitgenommen werden. „Da kann sich Goch verbessern“, sagt Stalder. Frank Thon, Vorsitzender der SPD Goch, führt als Beispiel die in seinen Augen nicht gerade vorbildliche Kommunikation aus dem Rathaus in Sachen Niers-Kendel-Schule an: „Da hätte ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl nicht geschadet.“ Es gebe generell einen Vertrauensverlust in die Politik: „Wir sind diejenigen, die es vor Ort ändern können.“ Mit Dietmar Stalder habe man eine Macher-Persönlichkeit, er könne Menschen zusammenführen. So sieht es auch die Andrea Steinmeier.
„Wir sind die Stadt der tollen Ideen, jetzt müssen wir die Stadt sein, die es umsetzt“, unterstreicht Stalder, und betont: „parteilos heißt ja nicht, das ich nicht politisch bin.“
Dietmar Stalder (m.) stellt sein Wahlprogramm vor. Als parteiloser Bürgermeisterkandidat wird er von der SPD in Goch unterstützt, hier mit den beiden Vorsitzenden Frank Thon (r.) und Andrea Steinmeier. NN-Foto: CDS