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Chance, die uns geboten wird
7. November 2024 Von NN-Online · Nationalpark Reichswald

Chance, die uns geboten wird

Leserbrief zum Artikel „Den Nationalpark ablehnen“ (Samstag 2. November)

Aufmerksam habe ich den langen Artikel in der Samstags-Ausgabe gelesen. Es ist schwer zu verstehen: Die CDU-Landesregierung ist für den Nationalpark, die regionalen CDU-nahen Verbände dagegen. Warum? Jeder sollte sich genau informieren und sich ein eigenes Bild machen, unabhängig von der Partei-Zugehörigkeit.

Ich lese, dass sich der Verein „Unser Reichswald“ für die Erhaltung, Bewahrung und Pflege des Reichwaldes in der heutigen Form einsetzt. „Die heutige Form“ wird sich sowieso verändern, wenn die geplanten Windräder am Kartenspielerweg gebaut werden. In dem Fall wird der Wald verkleinert. Eine beachtliche Fläche wird nicht mehr zugänglich sein für Wanderer, Reiter und Fahrradfahrer. Zudem werden auch Tiere dort vertrieben und Mikro-Organismen gestört. Die Ruhe und Schönheit des Waldes wird beeinträchtigt. Eine Entscheidung gegen den Nationalpark öffnet die Tür für den Windpark. Wer sich aber für den Wald einsetzen möchte, kann sich freuen über das Angebot der Landesregierung, einen Nationalpark einzurichten. Es ist ein Geschenk, eine Chance, die uns geboten wird. Die Regierung würde in die Pflege des Waldes investieren sowie in die Umgestaltung in einen gesunden, diversen Mischwald, der in Zeiten des Klimawandels überleben kann und gute Luft spendet. Es würden auch Arbeitsplätze geschaffen. Alle einzelnen Schritte würden gemeinsam mit den interessierten Bürgern, den örtlichen Förstern und den Wasserwerksbetreibern entschieden. Viele Gespräche auf Augenhöhe gehören dazu. So läuft es auch in der Eifel. Hier sind die Einheimischen froh und zufrieden. „Die Einrichtung des Nationalparks Eifel ist für die ganze Region „ein Sechser im Lotto“ gewesen“, sagt Marion Müller aus Schleiden-Gemünd, die Sprecherin der Nationalpark-Gastgeber in der Eifel. „Der Nationalpark Eifel bringt jedes Jahr 30 Millionen Euro Umsatz in die Region“, sagt Dr. Stefan Türk von der Deutschen Sporthochschule.

Noch einmal zurück zum Artikel „Den Nationalpark ablehnen“. Ich lese, die Trinkwasser-Versorgung sei gefährdet. Das stimmt nicht! Ich zitiere von der Homepage der Landesregierung: „Die Wasserversorgung vor Ort wird durch die mögliche Ausweisung eines Nationalparks nicht gefährdet. Es wird die bestehende Trinkwasserversorgung der Bevölkerung sichergestellt, da es sich hierbei um ein überragendes öffentliches Interesse handelt.“

Im Artikel steht weiterhin, dass die angrenzenden landwirtschaftlichen Betriebe befürchten, man könne den Nationalpark erweitern, was für sie eine Bedrohung wäre. Diese Angst ist unberechtigt. Ich zitiere: „Der Schutz eines Nationalparks endet nach Gesetz an seiner Grenze. Das bedeutet, dass es keinerlei Bewirtschaftungsauflagen für Flächen gibt, die außerhalb des Nationalparks liegen beziehungsweise an den Nationalpark angrenzen. Es wird keine Einschränkungen der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung auf angrenzenden Flächen geben. Bestrebungen hieran auf übergeordneter Ebene etwas zu ändern, zum Beispiel durch die EU, gibt es nicht.“

Ein weiteres Argument in dem Artikel ist, der Wald sei nicht mehr geöffnet für Wanderer, Reiter und Fahrradfahrer. Zum Schutz bestimmter Tier- und Pflanzenarten werden einzelne Bereiche nicht zugänglich sein. Dafür werden aber mehr Wege und Pfade für alle entstehen. Und vielfältige Möglichkeiten, sich in der Natur zu erholen. Im anderen Fall, wenn der Windpark gebaut würde, gäbe es viel mehr Einschränkungen!

Das letzte Argument in dem Artikel ist die Angst vor mehr Bürokratie. Dem gegenüber steht für mich die Lust auf neue Begegnungen, mehr Kommunikation, mehr Austausch. Ist es nicht wunderbar, dass wir mitbestimmen dürfen? Diese Gelegenheit gibt es nur „once in a lifetime“, sagt der Biologe Henny Brinkhof, der sich für die deutsch-niederländische Zusammenarbeit einsetzt. Als Niederländer kann er nicht mitstimmen, aber er bittet uns: Beteiligen Sie sich und stimmen Sie „Ja zum Nationalpark“.

Diverse Informationen des Umweltministeriums NRW kann man hier lesen: https://nationalpark.nrw.de. Bitte informieren Sie sich, es lohnt sich.

Felicitas Schlette,

Kranenburg

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