„Bürgerkoffer“ bringt das Bürgerbüro zu den Menschen
Stadt Geldern testet mobiles Bürgerbüro
GELDERN. Die Stadt Geldern testet aktuell ein neues Serviceangebot, um die Stadtverwaltung moderner und bürgerfreundlicher zu gestalten: den sogenannten „Bürgerkoffer“. Dieser enthält alle Geräte, die benötigt werden, um einen Personalausweis zu beantragen oder Ummeldungen vorzunehmen – und ist dabei vollständig mobil.
„Mit dem Bürgerkoffer können wir als Stadtverwaltung zu den Menschen kommen, die beispielsweise nicht mehr so mobil sind und Angelegenheiten wie die Beantragung eines neuen Personalausweises, die mit einem erheblichen Aufwand verbunden wären, in ihrer Nähe durchführen“, erklärt Angela Jentjens, Leiterin des Bürgerbüros. Angedacht sind beispielsweise Pflegeheime, doch auch zentrale Angebote in den Ortschaften sind geplant. „Wir werden in den nächsten Wochen die Bedarfe feststellen und im Anschluss entscheiden, wo der Bürgerkoffer Halt machen wird.“
Ins Rollen gebracht hat das Projekt Bürgermeister Sven Kaiser, der mit der Initiative die Bürgerfreundlichkeit stärken möchte. „Wir müssen an alle Bürgerinnen und Bürger denken. Essenzielle Anliegen wie die Beantragung eines Personalausweises dürfen nicht mit hohen Hürden für weniger mobile Menschen verbunden sein“, fasst Kaiser zusammen. „Wir wollen die betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie ihre Angehörigen entlasten und dazu beitragen, dass die Services des Bürgerbüros niederschwellig von jedermann genutzt werden können.“
Um das Konzept zu testen, wurde nun zunächst ein Test im Adelheid-Haus durchgeführt. „Dank des Probelaufs konnten wir den Bürgerkoffer einmal in der Praxis testen und gleichzeitig schauen, ob alles funktioniert“, so Jentjens weiter. Getestet wurde bei dem Probedurchlauf die Ummeldung eines neuen Bewohners. Nach kurzer Aufbauzeit konnte diese im Anschluss erfolgreich bestätigt werden. „Der Probelauf hat gezeigt, dass die Technik funktioniert und das Konzept praxistauglich ist“, sagt Jentjens. Ein wichtiger Schritt für die Entlastung der Pfleger und Angehörigen. „Personalausweise müssen beispielsweise persönlich beantragt werden, daher ist es wichtig, dass wir dieses Angebot nun auf die Beine stellen“, so Jentjens. Auch Dirk Winthuis, Bereichsleiter für stationäre Altenhilfe im Adelheid-Haus, begrüßt das neue Angebot. „Der Bürgerkoffer ist super für die Bewohner, aber vor allem für die Angehörigen.“ Denn diese seien anfangs oft überfordert, welche Formalitäten anstehen, wenn ein Angehöriger ins Pflegeheim kommt. „Sie sind dankbar für alles, was wir gebündelt anbieten können. Und es gibt auch uns mehr Sicherheit. Der Bürgerkoffer nimmt beiden Seiten viel Arbeit ab.“ Sogar neue Passbilder können im Rahmen des Bürgerkoffers direkt vor Ort erstellt werden.
Im nächsten Schritt bittet Angela Jentjens Einrichtungen und Privatpersonen um Rückmeldung, falls Interesse an einem Einsatz des Bürgerkoffers besteht. „Wir können nicht zu Einzelpersonen nach Hause kommen, organisieren aber bei entsprechendem Bedarf in den Ortschaften einen zentralen, gut erreichbaren Treffpunkt für den Bürgerkoffer“, erklärt sie. Bedarf kann per Mail an carina.mayr@geldern.de oder selena.kowalske@geldern.de angemeldet werden.