Buch erinnert an frühere Gaststätten in Uedem
Herausgeber ist der Heimat- und Verkehrsverein Uedem – Ausstellung in der Gaststätte Lettmann
UEDEM. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Uedem noch 30 Gaststätten. Sie lebten größtenteils vom Umsatz mit den Getränken. Die Gaststätten waren oft über mehrere Generationen im Familienbesitz.
An diese ehemaligen Gaststätten erinnert in Kürze ein Buch des Heimat- und Verkehrsvereins Uedem. Hier werden auch Bilder von den alten Gaststätten bis heute gezeigt. Auch sind Anzeigen und Bauzeichnungen abgebildet.
„Lohntütenball“
In den Gaststätten gab es Billardtische, Kicker, Jukeboxen und Flipper zum Zeitvertreib. Für Familienfeiern bauten die Gastronomen Säle an. Hier konnten Karneval- und Schützenveranstaltungen stattfinden. Für großen Umsatz sorgte stets der sogenannte „Lohntütenball“. Die Arbeiter bekamen freitags von der Firma den Lohn in bar ausgezahlt und gingen damit nach der Arbeit in die Kneipe. Durch die Überweisung des Lohns auf ein Bankkonto verschwand Anfang der 1970er-Jahre die Lohntütenbälle. Früher wurde man über Todesfälle im Ort oder andere örtliche Ereignisse am besten in der Gaststätte informiert. Heute sind Zeitungen und das Internet die Informationsquelle, auch für örtliche Ereignisse. Ebenso sorgte das Fernsehen mit einem abwechslungsreichen Programm für einen Rückgang der Gäste in den Lokalen. Heute leben vom Getränkeumsatz nur noch die Gaststätten Lettmann, Krühan und Praest, so der HVV. Das Buch wird mit über 420 Seiten und zahlreichen Bildern für 25 Euro angeboten. Der Verkauf beginnt mit einer kleinen Ausstellung bei Lettmann vom 10 bis 13. September. Diese ist donnerstags bis samstags von 17 bis 22 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr zu sehen. Im Anschluss sind die Bücher wochentags bei Geschenke Binn, Mühlenstraße, und sonntags in der Hohen Mühle Uedem erhältlich.