Blick hinter die Kulissen
Schüler des Berufskollegs Kleve waren zu Besuch bei Jens Geier in Brüssel
KLEVE. Auf Einladung der nordrhein-westfälischen Landesvertretung und organisiert mit der Europäischen Akademie sind jetzt 41 Schüler sowie sieben Lehrende des Berufskollegs Kleve für zwei Tage nach Brüssel gereist, um sich vor Ort intensiv mit der Arbeitsweise und der aktuellen Themen der EU auseinanderzusetzen.
Neben zahlreichen Gesprächen hat die Gruppe den Plenarsaal des Europäischen Parlaments besichtigt, einen EU-Abgeordneten aus NRW, Jens Geier, in seinem Büro besucht und den Rat der EU kennengelernt. Inhaltlich ging es um die Schwierigkeit, demokratische Mehrheiten zu finden, ohne mit nationalistischen Parteien arbeiten zu müssen, die finanzielle Unterstützung bei Klimaschutzprojekten in Europa und den Einflussmöglichkeiten auf Gesetzesvorlagen. Die Lernenden aus den Höheren Berufsfachschulen und den Beruflichen Gymnasien des Berufskollegs Kleve haben sich freiwillig für die Reise gemeldet und zeigten in ihren kritischen Nachfragen ein politisches Interesse. Es war eine Reise, auf die sich alle bereits im Vorfeld gefreut haben. „Wir durften die EU, die man sonst nur aus den Nachrichten oder den Politikbüchern kennt, aus der Nähe kennenlernen. Ein besonderes Highlight war die Diskussion mit Jens Geier, der nicht nur von seinem Alltag als EU-Politiker erzählt hat, sondern auch ganz offen und humorvoll mit uns über die Probleme Europas und der EU diskutiert hat. Alles in einem hat die Reise sehr geholfen, sich in die Europapolitik hineinzuversetzen und deutlich gemacht, wie wichtig die EU für uns in Zukunft sein wird“, resümiert Schüler Timo Lohkamp.
Trotz des vollen Programms konnte am Abend Brüssel entdeckt werden: „Wir gingen einer Empfehlung über den Place de Luxembourg nach und trafen dort auf viele internationale junge Menschen. Es reihten sich Bar an Bar und nach und nach füllte sich der ganze Platz. Wir haben Menschen aus ganz Europa kennengelernt und eine schöne Zeit gehabt“, berichtet Schülerin Friederike Prinz.
Einige der Schüler des Beruflichen Gymnasium haben bereits im Sommer mit dem Erasmus Plus-Programm der EU ihr obligatorisches Betriebspraktikum im Dänemark, auf Malta und in Spanien absolvieren können. „Auf dem Weg zum Vollabitur können unsere Schüler nicht nur berufliche Kompetenzen erwerben, sondern durch Projekte und das Praktikum Europa erleben. Dadurch weitet sich der Horizont; die meisten kommen selbstbewusster, mit tollen Erfahrungen und zusätzlicher Motivation zurück“, erklärt Dagmar Lörper, Koordinatorin der Beruflichen Gymnasien am Berufskolleg. Im Vorfeld des Praktikums lernen die Schüler Regeln und Gepflogenheiten in anderen europäischen Ländern kennen, wichtige Vokabeln in der jeweiligen Sprache und den Beruf kennen, in dem sie ein Praktikum absolvieren. „Uns ist wichtig, den europäischen Gedanken bei unseren Lernenden zu fördern. Seit einigen Jahren bauen wir daher diesen Bereich immer weiter aus. Neben grenzüberschreitenden Wettbewerben, einem schulweiten Europatag besteht nun eben auch die Möglichkeit eines gut organisierten und begleiteten Praktikums in einem europäischen Land – eine großartige Chance für junge Leute“, betont Schulleiter Peter Wolters, der ebenfalls mit in Brüssel war.
Wer sich für die Beruflichen Gymnasien oder einen anderen Bildungsgang interessiert, sollte am Freitag, 15. November, zum Infotag des Berufskollegs Kleve kommen, an dem sich alle Bildungsgänge vorstellen. Auch Informationen zum Erasmus-Praktikum wird es geben.