Bildfusion für präzisere Prostatakrebs-Diagnostik
Sonographiegerät für die Urologie des St.-Antonius-Hospitals in Kleve
KLEVE. In der Klinik für Urologie des St.-Antonius-Hospitals in Kleve kommt seit Kurzem ein besonderes Sonographiegerät zum Einsatz, das die Diagnostik bei Prostatakrebs maßgeblich verbessert: „Es berechnet aus dem konventionellen Ultraschallbild in kurzer Zeit ein dreidimensionales Bild der Prostata“, erklärt Chefärztin Teunette van der Graaf.
„Zudem können wir MRT-Bilder live mit den Ultraschallbildern verschmelzen, um auffällige Areale noch präziser darzustellen.“ Diese Technik ermöglicht eine gezieltere Entnahme von Gewebeproben (Prostatastanzbiopsien) aus verdächtigen Bereichen. „Die Behandlung von Prostatakrebs hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem vom Alter des Patienten und der Aggressivität des Tumors“, sagt van der Graaf. „Mit der Fusion aus MRT und Ultraschall können wir relevante Tumore besser erkennen und vermeiden zugleich Übertherapien bei nicht-bedrohlichen Zufallsbefunden.“ Auch für die Patienten bringt die neue Methode Vorteile mit sich: „Die Biopsie wird in Kurznarkose oder unter Dämmerschlaf, der Sedierung, durchgeführt und nicht mehr durch den Enddarm, sondern über den Dammbereich entnommen. Dadurch reduzieren wir das Infektionsrisiko erheblich, und eine prophylaktische Antibiotikagabe ist nicht mehr notwendig.“ Zudem erlaubt die präzise 3D-Dokumentation der Biopsie eine exakte Verlaufskontrolle. „So können wir Veränderungen des Tumors und dessen Aggressivität besser überwachen und bei Bedarf frühzeitig eingreifen.“ „Mit dieser innovativen Technik rüsten wir das St.-Antonius-Hospital in Kleve für eine moderne, schonendere und präzisere Prostatakrebs-Diagnostik auf und verbessern somit das Patientenerlebnis signifikant – zum Wohl der Menschen in der Region“, sagt Geschäftsführer Sadik Tastan.
Das neue Sonographiegerät im Einsatz. Foto: Matthias Wiederstein