Gruppenfoto bei Abschlussveranstaltung in Düsseldorf mit Bildungs- und Berufsberatern der Region Kleve, Karl Kisters Realschule.
27. August 2026 Von NN-Online · Kleve

Berufsorientierung neu gedacht

Karl Kisters Realschule zieht positive Bilanz für die Laborphase

KLEVE. Die Karl Kisters Realschule wurde als eine von 16 Schulen in Nordrhein-Westfalen ausgewählt, an der Laborphase der Landesinitiative „Jugend in Beruf“ (JiB) von den Ministerien MAGS NRW, MSB NRW sowie der Bundesagentur für Arbeit und der GIB mitzuwirken. Ziel der Laborphase war es, innovative Ansätze zur Weiterentwicklung der Berufsorientierung im Rahmen von KAoA – Kein Abschluss ohne Anschluss zu erproben und neue Wege in der Zusammenarbeit verschiedener Akteure zu entwickeln.

Die Ergebnisse der Laborphase wurden im Rahmen der Abschlussveranstaltung in Düsseldorf vorgestellt. Auch der Kreis Kleve war mit einer engagierten Delegation vertreten, um die erzielten Ergebnisse und entwickelten Lösungsansätze zu präsentieren sowie den fachlichen Austausch zu fördern. Die Karl Kisters Realschule zieht insgesamt eine sehr positive Bilanz. Im Mittelpunkt der Entwicklungsarbeit standen insbesondere der Ausbau regionaler Netzwerke, die Weiterentwicklung der Projektwoche 9 sowie die Einführung einer zentralen Beratungsstruktur nach dem Prinzip des „Single Point of Contact“. Marc Dorißen, Rebecca Rosenthal-Allofs und Claudia Joeken verantworteten die Laborphase und die Entwicklung und Umsetzung des Konzepts „BO-Coach“. Besonders erfreulich ist, dass dieses Konzept bereits während der Laborphase erfolgreich erprobt und pilotiert werden konnte.

Dank der Unterstützung der Kommunalen Koordinierung sowie eine gute Kooperation mit dem regionalen Bildungsträger Berufsbildungszentrum Kreis Kleve konnte der Einsatz von externem Personal zur Umsetzung des Pilotprojektes realisiert werden. Dank des regionalen Trägers konnte von den Osterferien bis zu den Sommerferien ein BO-Coach an der Schule eingesetzt werden. Mit Steffen Thewis gewann die Schule eine wertvolle Unterstützung, die inzwischen fester Bestandteil der schulischen Berufsorientierung werden soll. Thewis betreute in kurzer Zeit bereits 42 Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 als zentrale Ansprechperson im Rahmen des Single Point of Contact. Er begleitet die Jugendlichen individuell im Berufsorientierungsprozess, koordiniert Unterstützungsangebote und bindet bei Bedarf weitere Institutionen als Mediator ein. Dieses Konzept hat sich aus Sicht der Schule als besonders gewinnbringend erwiesen. Es stärkt die Berufsorientierung nachhaltig, begleitet Schülerinnen und Schüler bis in die Ausbildung hinein und steht ihnen teilweise auch nach dem Schulabschluss weiterhin beratend zur Seite. Dies beinhaltet auch ehemalige Schüler, die noch nicht bei Thewis in der Beratung waren. Ein weiterer wesentlicher Erfolg der Laborphase war die deutliche Erweiterung des schulischen Netzwerks. Durch regelmäßige Austauschtreffen mit der Kommunalen Koordinierung, der Agentur für Arbeit, der Schulaufsicht sowie der Bezirksregierung konnten bestehende Kooperationen intensiviert und neue Partnerschaften aufgebaut werden.

Darüber hinaus entstand die Idee eines kreisweiten Berufe-Parcours für alle Schulen welche nun weiter geprüft und entwickelt werden soll. Gleichzeitig lag ein besonderer Fokus auf dem Ausbau der Kooperationen im Bereich der Grünen Berufe sowie der Zusammenarbeit mit verschiedenen Kammern. Unternehmen, Kammern und Institutionen sind weiterhin eingeladen, Teil dieses Netzwerks zu werden und sich aktiv an den Angeboten der Schule zu beteiligen – beispielsweise durch die Bereitstellung von Praktikums- oder Workshopplätzen. Bei Interesse können sich Betriebe an sta@kkrs.nrw.schule wenden.

Das ausgebaute Netzwerk wurde bereits erfolgreich im Rahmen der Projektwoche 9 genutzt, um den Schülern ein noch individuelleres und praxisnäheres Angebot zu ermöglichen. Ziel ist es, möglichst viele Praxiserfahrungen in verschiedenen Betrieben zu schaffen und dadurch eine fundierte und selbstbestimmte Berufswahl zu unterstützen.

Ausblick

Claudia Joeken blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir möchten den BO-Coach dauerhaft an unserer Schule etablieren und freuen uns, dass Steffen Thewis seine Tätigkeit zunächst fortsetzen kann. Gerade diese individuelle Begleitung ist ein wichtiger Baustein, um Schülerinnen und Schüler erfolgreich auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf zu unterstützen. Perspektivisch gilt es nun, eine langfristige Finanzierung zu sichern und das Konzept dauerhaft im Schulprogramm zu verankern.“ Im Rahmen der Abschlussveranstaltung wurde außerdem deutlich, dass die Laborphase nicht mit der Präsentation der Ergebnisse endet. Vielmehr werden die gewonnenen Erkenntnisse nun weiter ausgewertet und in die weitere Entwicklung der Landesinitiative einfließen. Die Karl Kisters Realschule blickt daher mit großer Zuversicht auf die nächsten Schritte und ist gespannt, wie sich die im Labor entwickelten Ansätze künftig weiter etablieren und verstetigen werden.

Abschlussveranstaltung der Laborphase in Düsseldorf (v.l.): Jane Jansen (Berufsberaterin vor dem Erwerbsleben der BA Kleve, Julia Weyers (Kreis Kleve), Cerstin Pössl (Regionales Bildungsbüro Kreis Kleve, Marc Dorißen (StuBO Karl Kisters Realschule), Dominik Blechschmidt (Geschäftsführer Operativ der Bundesagentur für Arbeit Kleve), Klaudia Selmanaj (Kommunale Koordinierung KAoA Kreis Kleve). Foto: Karl Kisters Realschule

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