Bauhaus, Seidenindustrie und Glaskunst in Krefeld
Verein für Museumsförderung Kevelaer lud zur Studienexkursion
KEVELAER. Am ländlichen Niederrhein ist Krefeld vor allem als Einkaufsstadt bekannt. Dass es dort aber weit mehr zu entdecken gibt, davon konnten sich die Teilnehmer an der diesjährigen Studienexkursion des Vereins für Museumsförderung Kevelaer kürzlich überzeugen.
Das Programm begann traditionell mit einem Frühstück auf dem Weg und spannte einen Bogen von Architektur- über Industrie- und Auswanderungsgeschichte bis hin zur bildenden Kunst.
In den Villen Haus Lange/Haus Esters erfuhren die Teilnehmer bei einer sachkundigen Führung Hintergründe zu den von Ludwig Mies van der Rohe nach den Ideen des Bauhaus errichteten Wohnhäusern zweier Krefelder Textilfabrikanten.
Der anschließende Stadtrundgang führte an Orten entlang, die bedeutende Ereignisse der Krefelder Stadtgeschichte symbolisieren. So wurde an der Mennonitenkirche an den Beginn der organisierten Auswanderung aus Deutschland in die USA im Jahr 1687 erinnert. Das Denkmal mit der Statue des „Meister Ponzelar“ steht für die lange Tradition der Seidenweberei in Krefeld, die in der Gründerzeit zur wirtschaftlichen Blüte der Stadt führte.
Den Abschluss des Tages bildete der Besuch im Kaiser-Wilhelm-Museum. Hier konnten sich die Kevelaerer Museumsfreunde neben der umfangreichen Dauerausstellung „Sammlung in Bewegung“ vor allem die aktuelle Sonderausstellung zu Johan Thorn Prikker ansehen. Dessen Wirken als Dozent an der Krefelder Kunstgewerbeschule, die auch Schüler der Kevelaerer Künstlerkolonie besuchten, und seine Werke der Glaskunst, die in einer Kevelaerer Glasmalwerkstatt gefertigt wurden, zeigten eindrucksvoll, dass es mehr Gründe gibt, Krefeld zu besuchen als nur zum Einkaufen.