Junge Erdmännchen erkunden neugierig ihre Anlage im Tiergarten Kleve.
13. Mai 2026 Von NN-Online · Kleve

Babyboom im Tiergarten geht weiter

Mamma Mia! Wer ist nur der Vater des Nachwuchses in der Erdmännchenanlage

KLEVE. Im Tiergarten Kleve setzt sich der aktuelle Nachwuchsboom fort: Nach erfolgreichen Nachzuchten bei Baumstachler, Gürteltier und Rüsselspringer gibt es nun auch Nachwuchs bei den Erdmännchen. Bereits am 20. April kam der Nachwuchs in der Erdmännchenanlage zur Welt. Mittlerweile sind die kleinen Erdmännchen groß genug, um erstmals ihre schützende Wurfhöhle zu verlassen und die Außenanlage zu erkunden.

Mutter der Jungtiere ist Alphaweibchen Beyoncé. Wer der Vater des Nachwuchses ist, bleibt hingegen unklar: In der Erdmännchengruppe leben mit Texas, Halo und Jay-Z gleich drei adulte Männchen, die um die Gunst von Alphaweibchen Beyoncé buhlen. Ganz ähnlich wie im Film „Mamma Mia“ lässt sich daher derzeit nicht eindeutig sagen, welches der drei Männchen tatsächlich der Vater der Jungtiere ist. „Erdmännchen werden als sogenannte Nesthocker geboren“, erklärt Tiergartenleiter Dr. Martin Polotzek. „Nach einer Tragzeit von etwa elf Wochen bringt ein Erdmännchenweibchen meist zwei bis fünf Jungtiere in einer schützenden Erdhöhle zur Welt. In den ersten Lebenswochen bleiben die Jungtiere geschützt in der Wurfhöhle und öffnen ihre Augen erst nach rund zwei Wochen. Erst wenn sie kräftig genug sind, wagen sie gemeinsam die ersten Schritte außerhalb des Baus, was nun seit wenigen Tagen der Fall ist. Die kleinen Erdmännchen entdecken jetzt neugierig ihre Umgebung, orientieren sich eng an den erwachsenen Tieren und lernen jeden Tag etwas Neues.“

Erdmännchen stammen ursprünglich aus den trockenen Savannen und Halbwüsten des südlichen Afrikas und gehören zur Familie der Mangusten. Charakteristisch für die sozialen Tiere ist ihr ausgeprägtes Gruppenverhalten: Während einzelne Tiere nach Nahrung suchen, übernehmen andere Gruppenmitglieder die Rolle des Wächters und halten Ausschau nach möglichen Gefahren. Auch bei der Aufzucht des Nachwuchses zeigt sich das besondere Sozialverhalten der Tiere. Meist bekommt nur das ranghöchste Weibchen – das sogenannte Alphaweibchen – Nachwuchs. Die übrigen Gruppenmitglieder helfen anschließend bei der Aufzucht, bewachen die Jungtiere und beteiligen sich später sogar an der Erziehung und bringen den jüngeren Geschwistern lebenswichtige Verhaltensweisen wie beispielsweise die Jagd nach giftigen Skorpionen bei.

„Erdmännchen sind echte Teamplayer“, erläutert Dr. Polotzek. „Die Jungtiere werden nicht nur von der Mutter versorgt, sondern wachsen praktisch unter der Aufsicht der gesamten Gruppe auf. Genau dieses spannende Sozialverhalten sichert ihnen in der Wildbahn das Überleben und fasziniert viele Menschen.“ Die fünf Jungtiere entwickeln sich bislang sehr gut und sorgen bereits jetzt für viel Leben in der Jansen Bedachungen-Erdmännchenanlage. Mit etwas Glück können Besucher beobachten, wie die kleinen Erdmännchen miteinander spielen, ihre Umgebung erkunden oder dicht aneinandergeschmiegt in der Sonne liegen.

Wer den Erdmännchennachwuchs sehen möchte, kann das täglich von 9 bis 18 Uhr im Tiergarten Kleve tun. Außerdem gibt es derzeit noch Jungtiere bei Baumstachler, Gürteltier und Rüsselspringer zu erleben und das neue Känguru-Outback ist als neues Highlight für die Tiergartengäste geöffnet. Weitere Informationen unter www.tiergarten-kleve.de.

Die jungen Erdmännchen erkunden nun neugierig ihre Anlage. Foto: Tiergarten Kleve

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