Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere InformationenCookies Auflistung
Niklas Willemsen (mitte) und sein Team, meistern gemeinsam jedes Speedway-Rennen. NN-Foto: J. Kurschatke
26. Mai 2025 · Jacqueline Kurschatke · Wachtendonk

Autospeedways am Niederrhein

Niklas Willemsen aus Wankum fährt regelmäßig Rennen – Sein Team steht dabei immer hinter ihm

WACHTENDONK. Motorsport, speziell der Autospeedway ist ein Hobby, das über den Spaß auf der Rennstrecke hinaus geht. Der Rennfahrer Niklas Willemsen und sein Team treffen sich schon seit Jahren regelmäßig und halten dabei nicht nur Niklas‘ Fahrzeug in Schuss – sie sorgen auch füreinander. Was alles nötig ist, um erfolgreich an mehreren Autorennen im Jahr teilzunehmen, und wie die Gruppe zueinandergefunden hat, haben die Mitglieder den NN
exklusiv berichtet.

Mit 120 bis 130 Kilometern pro Stunde rast Niklas bei einem Rennen über den Asphalt. Mit ihm starten meist 20 bis 25 andere Fahrer, die alle um die meisten Punkte und den besten Weg nach vorn kämpfen. 20 Runden lang hat man auf der ovalen 400-Meter-Strecke dafür Zeit. Je nach Erfahrung und Erfolgen haben Fahrer es dabei aber nicht unbedingt einfach. „Bei der Formel 1 starten die Besten auch auf den ersten Plätzen. Beim Autospeedway ist das anders herum. Die Besten und Fortgeschrittenen starten ganz hinten und müssen sich im Rennen den Weg an die Spitze bahnen“, erklärt Josef Willemsen, Niklas‘ Vater, der selbst mehr als 23 Jahre lang das Rennenfahren lebte. Dieses Startkonzept beschere vor allem den Zuschauern eine Menge Nervenkitzel und Spannung.

Verschiedene Farben teilen die Fahrer und ihre Fahrzeuge zusätzlich in Kategorien ein. Diese sind zusammen mit Nummern hinten am Auto befestigt. So erkennen die Zuschauer gleich, wer in welcher Liga fährt. Anfänger fahren mit weißen Kennzeichen, es folgen gelb, blau und schließlich rot für die Fortgeschrittenen. Der 20-jährige Niklas kam durch seine Familie zum Motorsport und fährt nun schon seit vier Jahren regelmäßig selbst. Seit vergangener Saison darf auch er mit roten Kennnummern fahren und gehört damit zu den erfolgreichen Fahrern am Niederrhein. Passende Rennstrecken gibt es in den Niederlanden, hier sind die Speedways in Venray, Ter Apel, Lelystad oder Posterholt am bekanntesten. Für Niklas ist aber eins klar: „Wer es hier in die Top 5 der Besten schafft, fährt in England. Das ist auch mein Ziel für die Zukunft.“ Sieger eines Renntages ist der Fahrer mit den meisten Punkten aus insgesamt drei Durchläufen.

Willemsens 170 PS starker Rennwagen, ein umgebauter Opel Corsa B, hat von der Lackierung bis hin zum Innenraum kaum noch etwas mit einem normalen PKW zu tun. Nicht nur sitzt Niklas als Fahrer auf der rechten, statt auf der linken Seite, Fahrwerk, Antrieb und Karosserie wurden auch speziell nach dem englischen Reglement gebaut. England gilt als Geburtsstätte dieser Art von Motorsport.

Bei den Rennen kann es auch mal gefährlich werden; der Nervenkitzel funktioniert daher nicht ohne 2.500 Euro teure Schutzausrüstung des Fahrers und Reparaturen nach jedem Renntag. „Viele Autos auf der Rennstrecke sehen schon sehr mitgenommen aus, haben Kratzer oder weitere Schäden. Nicht alle Fahrer und ihre Teams kümmern sich darum, diese auszubessern. Uns ist das aber sehr wichtig. Deshalb wird vor jedem Rennen wieder alles am Fahrzeug instand gesetzt und neu lackiert“, erklärt Niklas‘ Team. Dafür trifft sich die Gruppe vor Wettkämpfen drei bis viermal die Woche nach Feierabend in Wachtendonk. Die Mitglieder kommen aus den unterschiedlichsten Berufsbranchen (zum Beispiel Ingenieur, Steuerfachangestellte, Gärtner...) und bringen ihr persönliches Know-how in ihr Hobby mit ein. Niklas selbst ist Kfz-Mechatroniker und bereitet seinen Corsa gern mit den anderen auf seine Rennen vor.

Zu diesen fahren alle immer gemeinsam, „dafür haben wir uns einen Sprinter umgebaut. So passen alle gleichzeitig in ein Fahrzeug. Mit einem Anhänger bringen wir Niklas‘ Auto zur Rennstrecke“, erklärt Josef Willemsen. An einem typischen Renntag ginge es meist schon um 6 Uhr los. Die Rennen begannen dann meist um 11.30 Uhr. Abseits der Strecke sorgt das Crew-eigene Catering-Team für Verpflegung. „Wir sind durch das Hobby zusammen gekommen und mittlerweile auch wie eine Familie“, betonen Niklas und seine Crew. Trotzdem: Reparaturen und Ersatzteile kosten Geld. Daher ist das Team besonders dankbar für seine zahlreichen Sponsoren die das Hobby aller, weiter möglich machen.

Vor Kurzem erreichte Niklas bei einem Rennen am Midland Circuit in Lelystad nach endgültiger Wertung des letzten Rennens Platz 7. Gestartet war er ganz hinten auf Platz 12. Weiter geht es am Donnerstag, 29. Mai in Ter Apel, dann am Pfingstsonntag in Posterholt und Pfingstmontag in Venray. Interessierte sind eingeladen Niklas und sein Team dort zu unterstützen, Tickets gibt es an der
Rennstrecke.

Niklas Willemsen (mitte) und sein Team, meistern gemeinsam jedes Speedway-Rennen. NN-Foto: J. Kurschatke

Prospekte
weitere Artikel