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Mitglieder des Geschichtskreises des HVV Uedem und des Sonsbecker Vereins für Denkmalpflege mit dem Ehepaar Veilleux (vorne, l.) vor der Hohen Mühle in Uedem. Foto: privat
26. April 2024 Von NN-Online · Uedem

Auf den Spuren der Tapferkeit

1945 in Uedemerbruch und Sonsbeck: Die Geschichte eines kanadischen Soldaten

UEDEM. Kürzlich fand in der Hohen Mühle die bewegende Premiere einer Filmdokumentation über die Geschichte eines kanadischen Soldaten während des Zweiten Weltkriegs statt. Unter dem Titel „Auf den Spuren der Tapferkeit: Die Geschichte von Florian Veilleux“ beschreibt der Film Geschehnisse im März 1945 in Uedemerbruch und Sonsbeck.

Die Mitglieder des Geschichtskreises im Heimat- und Verkehrsvereins Uedem und des Sonsbecker Vereins für Denkmalpflege konnten sich dabei auch über die Anwesenheit von Josée Veilleux freuen, die Großnichte des Soldaten, die vor zwei Jahren mit der Spurensuche begann. Sie brachte eine bislang unerzählte Geschichte ans Licht. Josée Veilleux hatte zu Hause in Kanada eine Tapferkeitsmedaille ihres 1980 verstorbenen Großonkels gefunden, die Florian Sénior Veilleux für seine Heldentaten zum Ende des Krieges im Bereich Uedem/Sonsbeck verliehen wurde. Er gehörte zu den kanadischen Soldaten des „Régiment de la Chaudière“, die eine provisorische Sanitätsstation aufgebaut hatten, welche sich auf dem Nabershof in Uedemerbruch befand.

Mit diesen Informationen – Florian Veilleux hatte nie über die Ereignisse gesprochen – begannen die Nachforschungen von Josée Veilleux zunächst in kanadischen Archiven und Museen. Dann nahm sie Kontakt zu den in Berichten genannten Orten auf und kam so an den Niederrhein. Bei den Recherchen halfen im vergangenen Jahr der Geschichtskreis Uedem und der Sonsbecker Verein für Denkmalpflege mit. Im Beisein der Familie Troost wurde der Nabershof besichtigt, wo sich sogar noch Spuren aus der Kriegszeit zeigten. Die Sonsbecker fanden auch den Hof, auf dem sich die Kanadier vor den Bomben verschanzt hatten. Der Verein für Denkmalpflege dokumentierte diese Spurensuche und in Zusammenarbeit mit der VTS-Medienproduktion entstand der zwölfminütige Film über Florian Veilleux.

Was also geschah am 5. März 1945? Der Sanitäter geriet an diesem Tag mit seinem Regiment südlich des Balberger Waldes unter schweres feindliches Feuer. Die kanadischen Soldaten verschanzten sich auf einem Bauernhof in Labbeck, der bei dem Angriff fast vollständig zerstört wurde. Die Verluste durch die schweren Bombardements waren zahlreich und es war unmöglich, die Verwundeten zu evakuieren. Allein Florian Veilleux verließ das Versteck, um Verwundete vom Feld zu retten und zu versorgen. Die Tapferkeitsmedaille erhielt er, weil er ohne Rücksicht auf seine eigene Sicherheit und Gesundheit handelte. Seine Einstellung und sein Charakter waren ein großer Anker für die Verwundeten und für alle seine Kameraden. „Die Geschichte von Florian Veilleux ist nicht nur eine Hommage an seinen Mut, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Versöhnung und Verständigung zwischen einstigen Feinden“, sagte Josée Veilleux nach der Vorführung. Sie bedankte sich für die Unterstützung ihrer Spurensuche durch die lokalen Vereine, beantwortete Fragen aus dem Publikum und kündigte die Veröffentlichung eines Buches über ihre Nachforschungen an. Der Film kann nun von allen Interessierten bei YouTube angeschaut werden. Suchwort: Florian Veilleux.

Der Sanitäter Florian Veilleux.Foto: privat

Der Sanitäter Florian Veilleux. Foto: privat Foto: X Y

Mitglieder des Geschichtskreises des HVV Uedem und des Sonsbecker Vereins für Denkmalpflege mit dem Ehepaar Veilleux (vorne, l.) vor der Hohen Mühle in Uedem. Foto: privat

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